Was dieses Blog eigentlich will

Es ist schon verdammt lange her, dass ich Anfang der 90er Jahre das erste Mal ein DSA- Abenteuer in den Händen hielt. Damals waren es die die Cover von Ugurcan Yüce, die mich magisch anzogen, ich habe mich einfach gefragt, was sich hinter den verschweißten Heften und Boxen für ein Spiel verbirgt, mit dem Begriff „Rollenspiel“ an sich konnte ich überhaupt noch nichts anfangen, auch hatte ich keine Ahnung, wie ein Spiel denn ohne Spielbrett funktionieren soll.
Aber meine Neugier war geweckt und flugs hatte ich meine Mutter überzeugt, dass die Basisbox und „Das Grabmal von Brig-Lo“ das geeignete Geschenk für den bald anstehenden Geburtstag meines jüngeren Bruders darstellen würde.
Und tatsächlich, sofort hatte uns Aventurien gepackt, schnell hatten wir den Überblick über den ganzen Kontinent, seine Geschichte und seine Figuren. Die nächsten 10 Jahre wurde DSA neben Fußball und Kino meine liebste Freizeitbeschäftigung, mit meiner Gruppe kämpfte ich mich durch den Khomkrieg, segelte mit Phileasson, warf die Orks aus Greifenfurt raus. Unsere Helden wurden Veteranen und auf dem Weg zum Abitur legten wir uns dann im großen Stil mit Borbarad und seinen Schergen an, zwischen 1992 und 2002 entging uns im Prinzip keine einzige Publikation.
Nach dem Abi und der Zivildienstzeit gab es dann langsam einen Cut. Mit dem Studium war ich nur noch selten zu Hause, als Gruppe traf man sich nur noch selten. Und mit der dritten Dämonenschlacht hatten wir auch das Gefühl, einen absoluten Höhepunkt erreicht zu haben. Aventurien fühlte sich für mich nicht mehr ganz vertraut an, viele liebgewonnene Meisterpersonen waren tot, das Mittelreich am Ende arg gebeutelt.
Ausgestiegen bin ich dann ausgerechnet mit „Tal der Finsternis“, für mich bis heute das so ziemlich schlechteste und ärgerlichste Abenteuer aller Zeiten. Danach war lange Funkstille, während der Studienzeit verlor ich dann weitgehend den Kontakt, ab und an kaufte ich mir noch eines der immer seltener werdenden Solo- Abenteuer und die Bände des „Jahr des Feuers“, die als Kampagne aber für mich nicht überzeugend waren. Zudem waren die DSA- Publikationen von je her nicht ganz billig, zu bestimmten Phasen des Studium und der anschließenden Berufsausbildung war es auch finanziell schlichtweg nicht drin, sich Abenteuer oder Hintergrundbände zu kaufen.
Vor ziemlich genau einem Jahr hat es mich dann aber wieder gepackt, ich fand mit dem „Wiki- Aventurica“ per Zufall einen Überblick über das heutige Aventurien, merkte, dass ich das irgendwie total vermisst hatte, aber auch, dass ich nach über 10 Jahren Auszeit vollkommen den Anschluss verloren hatte. Also habe ich die Zeit seit Januar genutzt und mich durch tausende von Seiten DSA gearbeitet, versucht, wieder alle Lücken im Metaplot zu füllen und habe dann sogar noch gelernt, was genau „Uthuria“ eigentlich ist. Dank E-Bay habe ich es sogar geschafft, auch jeder Menge vergriffener Publikationen habhaft zu werden. Dabei habe ich dann auch schnell festgestellt, dass Aventurien ein sehr viel engerer Ort als früher geworden ist, die Beschreibungsdichte hat zugenommen, die Informationsmenge ist enorm.
Als Spieler habe ich (bisher) nicht wieder zurückgefunden, mich interessiert einfach die Geschichte, die hinter Aventurien steht, die DSA4- Regeln zu lernen, lag nicht so sehr in meiner Motivation. Aber ich habe wieder gemerkt, wie spannend es ist, nachzuvollziehen, wie lebendig diese Fantasy- Welt doch ist, mit wie viel Liebe zum Detail sie gestrickt ist und wie immer noch alles – mehr denn je – im Fluss ist. Und – anders als in meiner Spielerzeit – ist das Netz heute voll von Informationen und Austauschmöglichkeiten, so dass man auch verfolgen kann, wie die Spielerschaft insgesamt auf neue Publikationen und Erzählströme reagiert.
Ich möchte dieses Blog dazu nutzen, hier regelmäßig meinen eigenen Senf zu den Geschehnissen in Aventurien und Uthuria abzugeben, natürlich genauso auch zu den irdischen Hintergründen. Myranor lasse ich dabei explizit aus, damit bin ich leider schon in meiner letzten Zeit als aktiver Spieler nie besonders warm geworden, Katzenmenschen waren mir dann doch eine Nummer zu viel. Vor allem möchte ich einen Blick auf neue Publikationen werfen und meine Meinung dazu äußern. Wie gesagt, mit Regeln habe ich es nicht so, von daher liegt der Schwerpunkt meines Interesses auf der narrativen Ebene: Ein schönes Abenteuer braucht für mich eine gute Hintergrundgeschichte, glaubwürdige und faszinierende Meisterfiguren und eine packende Atmosphäre. Ob der Schurke auch mal auf Fähigkeiten zurückgreift, die nicht ganz regelkonform sind oder ob die Simulation von Wirtschaftkreisläufen Logiklücken aufweist, kümmert mich dabei eher weniger.
Die nächsten Monate rund um die Einführung des Beta- Regelwerkes zu DSA 5 und die Fortführung der Splitterdämmerung versprechen ziemlich spannend zu werden, von daher erscheint mir das ein guter Startpunkt für meinen Blog.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s