DSA- Treff in der "Würfelkiste"

Zur Abwechslung bleibe ich heute aus gegebenem Anlass mal irdisch statt derisch (wenn auch nicht gänzlich): Rollenspiel ist ein Hobby, das zwar von vielen gepflegt wird, aber nicht allzu häufig im Rampenlicht steht, außer auf den größeren Conventions. Gerade DSA hat im Vergleich zu den Anfangstagen, als die Boxen in großen Spielwarengeschäften zu kaufen waren, heute deutlich mehr ein Nischendasein. Bestellt man nicht online, muss man in der Regel schon etwas suchen, bis man einen Laden findet, der ein DSA- Sortiment führt. In meiner Heimatstatt Aachen macht sich vor allem die „Würfelkiste“ Verdienste darum, ein kleiner, feiner Laden, der neben DSA auch noch einige andere Rollenspielsysteme führt, neben einem Sortiment an weiteren Spielen. Vor allem aber ist man dort sehr bemüht, seinen Kunden auch ein abwechslungsreiches Programm an Veranstaltungen, Spieleabenden etc. zu bieten: http://www.wuerfelkiste.de/
So war ich dann auch begeistert, dass nun auch ein Treffen zum Thema DSA anstand. Und dafür wurde in der Tat beachtlich mit Gästen aufgewartet: Zum einen waren die Autoren Judith und Christian Vogt und Stephan Frings anwesend, zum anderen die Künstlerin Hannah Möllmann und der ehemalige Zeichner Horus W. Odenthal.

Tatsächlich entwickelte sich mit der netten Runde im Laufe des frühen Nachmittags ein sehr informativer Austausch, wobei ich auch die eine oder andere Frage loswerden konnte. So berichteten Judith und Christian Vogt über ihre Arbeit an dem Anfang des Jahres erschienen Abenteuer „Friedlos“ und auch über ihre aktuelles/anstehendes Projekt, die im nächsten Jahr anstehende Regionalbeschreibung Thorwals. Besonders interessant fand ich dabei die Ankündigung, dass auch geplant ist, sich vom Stil her ein wenig an der Gareth- Box zu orientieren, d.h. den Band nicht als reine Beschreibung, sondern auch spielbar zu gestalten.

Stephan Frings plauderte etwas über den Entstehungsprozess von „Von Toten und Untoten“, z.B. auch darüber, welchen Reiz es ausmacht, wenn man ein Wesen in einer Textbeschreibung beim Verlag abgegeben hat und es dann später in einer dazu passenden Zeichnung erhält. Dazu gab er Interessierten auch Tipps und Ermutigungen, wie man mit eigenem Material an Verlage herangehen kann.

Generell äußerten sich die drei Autoren zu ihren Beiträgen zur Spielwelt Aventurien, auch zu den Schwierigkeiten, vor die man als Schreiber gestellt wird, wenn man im Rahmen einer derart ausdifferenzieren Spielwelt agiert. So sei z.B. eine umfassende Recherchearbeit in alten Publikationen vonnöten, wenn man einen neuen Band verfasst, um Widersprüche oder Fehler zu vermeiden.

Hannah Möllmann hatte eine Auswahl an Karten mitgebracht, die sie in den letzten Jahren für DSA- Publikationen gezeichnet hat und erläuterte mit Hilfe ihres Laptops, wie so eine Karte entsteht. Sehr interessant war dabei die neue Karte für Fasar oder auch eine gerade im Entstehungsprozess befindliche Karte von Perricum. Generell war hier auch interessant, wie sich das Zusammenspiel zwischen den Autoren und den Zeichnern gestaltet, wenn also die Zeichnerin Vorgaben erhält von der Redaktion und wie sich ihre eigene Recherchearbeit gestaltet, um alle möglichen Informationen korrekt in die Karte einzuarbeiten.

Horus W. Odenthal zuletzt beschreib seinen Wandel vom Zeichner zum Autoren, konnte aber natürlich auch von seiner früheren Arbeit als Zeichner für viele DSA- Publikationen erzählen, zudem verkauft er derzeit einige seiner alten Zeichnungen aus alten DSA- Bänden, so dass ab demnächst auch eine schöne Zeichnung der Gorischen Wüste aus meinem Lieblings- Abenteuer „Staub und Sterne“ eine Wand schmücken darf.

Kurzum: ein wirklich netter Nachmittag, bei dem man einen kleinen Einblick in die Arbeit der Menschen bekommen konnte, die hinter den DSA- Bänden stehen. Schön auch, dass mit Zeichnern und Autoren auch Leute aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern anwesend waren, so dass man auch unterschiedliche Blickwinkel aufgezeigt bekam.

Vielen Dank nochmal an alle Anwesenden und natürlich auch an die Crew der „Würfelkiste“ für die Organisation!

5 Comments

  1. Der, der bei der Fragerunde die meisten nervigen Fragen gestellt hat (Railroading, Metaplot als Hilfe oder Hindernis etc.)…
    Fand es aber wirklich interessant, dass neben Autoren auch jemand da war, die eine ganz andere Tätigkeit hat. Deine Karten sahen wirklich super aus und es war echt ziemlich interessant, was du über den Entstehungsprozess erzählt hast.

    Gefällt mir

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