Wie wird 2015?

Und wieder sind die Namenlosen Tage vorbei und ein neues Jahr bricht an. Aber auch irdisch stehen im DSA- Bereich wieder jede Menge neue Publikationen an, wobei natürlich – wie im letzten Jahr – der Mai ein einschneidender Zeitpunkt sein wird, wenn nach der Betaphase dann das neue DSA5- Grundregelwerk erscheinen wird. Aber das wird natürlich nicht alles sein, weshalb ich wieder einen kleinen Ausblick wagen möchte, natürlich auch unter dem Aspekt, was bei mir am meisten Vorfreude auslösen wird.

Alles neu macht der Mai – DSA5

Erstes DSA5- Produkt wird dann natürlich auch das Grundregelwerk selbst sein. Spannend wird dann auch die Frage sein, wie das Endprodukt aufgenommen wird, nachdem unter den Regelkennern in den wichtigsten Foren seit Monaten teils sehr intensive Diskussionen geführt werden, die nicht selten einen hohen Detailgrad aufweisen. Mir geht es in der Hinsicht ja eher so, dass ich mit den DSA4- Regeln ohnehin wenig firm war und Regeln mich generell nur am Rande interessieren, sondern mehr das, was narrativ in einer Spielwelt steckt.

Und an der Stelle freue ich mich besonders auf die dann zügig anstehende neue Thorwal- Regionalspielhilfe, die unter anderem daran anknüpfen soll, wo zuletzt das hervorragende Abenteuer „Friedlos“ einige Grundlagen gelegt hat. Da mit Christian und Judith Vogt die Autoren auch deckungsgleich sind, bin ich auch ziemlich optimistisch, dass hier deutlich mehr als nur das Klischee saufender und prügelnder Nordmänner bedient wird, sondern ein interessantes Ergebnis herauskommen wird. Vor allem gefällt mir die Idee, dass – ähnlich wie bei der Gareth- Box – eine Region entstehen soll, die schon in der Beschreibung viele Vorlagen zum direkten Spielen enthalten soll.

Die zweite Regionalspielhilfe soll mit Andergast und Nostria die streitenden Königreiche enthalten. Hier ist der Ansatz, die beiden mit einer eigenen Publikation in ihrer Bedeutung heraufzusetzen neu, allerdings meiner Meinung nach folgerichtig, wird die Region ja schon seit langem als eine Art idealer Einsteigerregion verwendet, um kleinere Plots vor einem eher überschaubaren Hintergrund zu gestalten. Auch hier hoffe ich darauf, dass es gelingt, die Nostergaster eben nicht auf starrsinnige Hinterwäldler zu reduzieren, sondern auch darüber hinaus gegangen wird, wovon ich aber bei einem erfahrenen Autor wie Florian Don- Schauen ausgehe.

Im Abenteuerbereich steht die Ankündigung, dass es insgesamt deutlich kürzere Bände geben wird. Grundsätzlich finde ich das – angesichts vieler „Textmonster“ der Vergangenheit – grundsätzlich richtig, da ich ja auch ein Freund von etwas überschaubaren Plots bin, die sich auch mal jenseits des Metaplots spielen. Allerdings halte ich den Metaplot umgekehrt für sehr wichtig, hier sollten trotzdem weiterhin auch epischere Ansätze ihren Raum finden, eben gerne auch seitenstark. Als nächstes/ bzw. erstes Großunternehmen im Bereich DSA5 soll die Theateritter- Kampagne angegangen werden, was ich für eine gute Idee halte, allerdings auch entsprechend ambitioniert, handelt es sich doch um ein Projekt, was auch schon sehr lange im Gespräch ist, damit sind gewisse Erwartungen verknüpft.

Regionalübergreifend soll zudem der Aventurische Almanach einen Überblick über den gesamten Kontinent bietet, wobei hierbei für mich vor allem die Frage spannend wird, inwieweit der Band Neues enthalten wird, immerhin müssen ja noch einige Veränderungen eingearbeitet werden, haben sich doch manche Reiche und Herrschaftsgebiete im letzten Jahrzehnt durchaus verändert.

Da war doch noch was… – DSA4- Abschluss

Aber noch ist DSA5 Zukunftsmusik, auch vor dem Mai werden noch einige Publikationen erscheinen, die vor allem bestehende Handlungsstränge abschließen sollen. So sollen noch die fehlenden Bände der „Splitterdämmerung“ erscheinen. Den Anfang wird dabei in Bälde „Seelenschatten“ gestalten, das die Ereignisse aus dem gelungenen „Träume von Tod“ fortführen wird. Hier sollen vor allem die trostlosen Zustände in der Warunkei aufgegriffen werden, was ja schon im Vorgängerband ein gelungener Bestandteil war.

Ergänzend hierzu soll das Peraine- Vademecum“ erscheinen. Grundsätzlich handelt es sich hier um eine Gottheit, die ich aufgrund ihrer Anlage mit der Domäne von Ackerbau und Kultivierung wenig interessant finde, allerdings kann es ja durchaus gelingen, diese angesichts der Situation in den zuletzt wiedergewonnen Gebieten aufzuwerten.

Entfallen wird leider „Der Träumeschmied“, was sich mit dem Schicksal von Leonardo dem Mechanikus auseinandersetzen sollte, wobei aber Zeitprobleme verhindern, dass der Band ein Teil der Splitterdämmerung wird, er dafür allerdings offenbar zu einem späteren Zeitpunkt als „splitterfreies“ Abenteuer erscheinen wird.

Somit werden die beiden Bände den Abschluss bilden, die das Finale ausgestalten sollen, in denen es zur langerwarteten Konfrontation mit Helme Haffax kommen soll, „Die verlorenen Lande“ und „Der Schattenmarschall“. An der Stelle hoffe ich inständig, dass hier ein angemessener Epikfaktor enthalten sein wird und dass der Reichsverräter einen würdigen Abgang erhält, was ja seit Jahren Raum für Spekulationen bietet.

Im Umfeld dieser Begebenheiten wird zudem „Töchter der Rache“ spielen, was einen Schwertzug nach Kurkum thematisiert. Auch hier gefällt mir die Idee, einen uralten Handlungsstrang abzuschließen, der seinen Ursprung in der G7- Kampagne hatte (in „Goldenen Blüten auf Blauem Grund“ von 1996, als man die Festung vor den Schergen des Dämonenmeisters verteidigen sollte).

In eine ähnlich Kerbe schlägt zudem „Rückkehr zur Schwarzen Eiche“, auch hier soll bald ein Plot beendet werden, der die Spielerschaft schon lange begleitet, haben doch sicherlich viele Spieler ihren Solo- Helden bereit 2008 in „Die Schwarze Eiche“ geschickt und diesen dann 2011 „Im Griff der Schwarzen Eiche“ belassen. Generell freut es mich ohnehin, mal wieder ein Solo- Abenteuer in Aventurien spielen zu können. Vor allem waren beide Vorgänger spannend und intelligent gestrickt, hoffentlich gelingt es Autor Sebastian Thurau, ein Ende zu finden, das die Geschehnisse der vorherigen Bände gut aufnimmt und alle offenen Fragen beantwortet, blieb doch bisher vieles im Dunkel.

Und irgendwie wird sogar der älteste Handlungsstrang der DSA- Historie ebenfalls wieder aufgenommen, wenn es wieder „Unheil im Schwarzen Keiler“ geben soll, dem Ort also, an dem das erste DSA- Abenteuer stattgefunden hat. Beim Retro- Check hatte ich zuletzt nochmal viel Spaß bei der Lektüre und beim Eintauchen in ein sehr archaisches Aventurien und bin erwartungsfroh, wie man dem gerecht werden kann, vor allem ja auch, da der Band ausdrücklich als DSA1- Abenteuer angekündigt worden ist und komplett aus dem Heft spielbar sein soll. Um vielleicht auch frische Spieler zu generieren, klingt die Idee eigentlich gut, hoffentlich deckt sich das dann auch mit einem gelungenen Band, der für Neueinsteiger Lust auf mehr macht und für alte Hasen einige Wiedererkennungswerte und einen entsprechenden Trash- Faktor enthält. Vor allem stellt sich mir auch die Frage, ob das eine einmalige Sache oder eine neue Produktlinie werden soll.

Tharun

Leider ist ja nunmehr wieder ein Jahr vergangen, seit der schöne Weltenband erschienen ist, ein direkter Anschluss wurde demnach verpasst. Allerdings scheint ja nun „Wege nach Tharun“ endlich in den Startlöchern zu stehen. Ich hoffe vor allem, dass sich der dazugehörende Abenteuerband „Schwerter und Giganten“ schnell realisieren lässt, damit Tharun endlich mehr Leben erhält und greifbarer wird.

Myranor

Auch hier stehen aktuell zwei Publikationen, die schon länger angekündigt sind, noch aus. Zum einen soll der Meeresband „Myranische Meere“ die maritimen Zonen des Güldenlands thematisieren, was bei der Größe des Kontinents sicherlich jede Menge interessanter Orte und Abenteueranregungen bieten wird.

Als Abenteuerband soll zudem „Daranel sehen zu sterben“ erscheinen, was die gleichnamige Region behandeln soll, die zuvor ja schon Schauplatz eines Kurzgeschichtenbandes vieler renommierter DSA- Autoren war.

Computerspiele

Nachdem Blackguards ordentliche Kritiken einfahren konnte und meiner Meinung nach auch einiges an Spielspaß bereitet hat, erscheint im Januar die Fortsetzung „Blackguards 2“. Hier hoffe ich, dass die Story so gestaltet wird, dass die Protagonisten etwas mehr Profil erhalten, die mir im ersten Teil noch etwas zu flach und klischeehaft waren. Als reiner Gelegenheitsspieler käme mir zudem ein etwas moderaterer Schwierigkeitsgrad nicht unbedingt ungelegen.

Und sonst?

Sicherlich werden die genannten Bände nicht die einzigen Publikationen des Jahres 2015 bleiben, sondern weitere Titel folgen, so soll ja z.B. zum Start von DSA5 noch ein Gruppenabenteuer von Stefan Unteregger und ein Soloabenteuer von Sebastian Thurau geben, wobei zum Inhalt aber noch genauere Informationen fehlen. Auch zum Fortschreiten der Entdeckung Uthurias gibt es bisher noch keine konkreten Neuigkeiten, aber auch hier gibt es sicherlich noch Verlautbarungen folgen. Ebenso gab es ja wieder eine Schreibwerkstatt auf der Spielemesse in Essen, aus der das Abenteuer „Das Flüstern der Steine“ werden soll, wobei ich beim Thema „Zwerge“ immer gerne aufhorche. Von daher bleibt es spannend, was das Jahr alles bieten wird. Im Moment kling es ein wenig nach einer Mischung aus Neugestaltung und Nostalgie.

Ich jedenfalls freue mich auf jede Menge Rezensionsstoff und wünsche bis dahin allen ein frohes neues Jahr!

1 Comment

  1. „…dass hier deutlich mehr als nur das Klischee saufender und prügelnder Nordmänner bedient wird…“

    Dieses Klischee gibt es wohl schon seit der ersten Vorstellung der Thorwaler, aber schon in der RSH „Unter dem Westwind“ wurde das nicht mehr bedient. Da ist wohl eher die Frage, ob die Spieler bereit sind, das Klischee aufzugeben.

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