Die Ruhe vor dem Sturm

Nachdem mit „Der Schattenmarschall“ das letzte DSA4- Abenteuer erschienen ist, herrscht gerade – für Ulisses eher untypisch – eine kurze Phase, in der verhältnismäßig wenige Publikationen angekündigt sind, vor allem im Printbereich. Im Anschluss an meinen ersten Jahresausblick vom Januar möchte ich von daher kurz die Ankündigungen für die nächsten Monate betrachten, natürlich nebst meiner Erwartungshaltung.

Zentraler Fixpunkt der nächsten Monate wird natürlich das Grundregelwerk für DSA5 im August sein. Regeln sind bekannterweise nicht unbedingt mein Steckenpferd, aber gerade bei einer neuen Edition kann ich von daher vor allem dafür als Testperson herhalten, ob das Regelwerk auch für solche Spieler einfach zu handhaben ist.

Interessanter ist da natürlich die Weltenbeschreibung, bei der der „Aventurische Almanach“ die Grundlagen leisten soll, während mit den Regionalbeschreibungen für Nostria und Andergast sowie Thorwal erste Konkretisierungen für bestimmte Regionen erfolgen sollen. Bei beiden gab es ja zuletzt auch schon einiges an Vorarbeit, vor allem in Thorwal hat sich ja durch die Ereignisse von „Friedlos“ vieles bewegt, aber auch in Andergast haben sich durch „Die Rückkehr zur Schwarzen Eiche“ neue Entwicklungen angekündigt.

Im Abenteuerbereich wurden jüngst zwei Bände angekündigt, die einen ersten Einblick in die konkrete Regelumsetzung geben sollen. Das Gruppenabenteuer „Offenbarung des Himmels“ klingt dabei nach DSA pur, wenn die Helden in einem kleinen Dorf im eher idyllischen Kosch ein Verbrechen aufklären sollen. Die Wahl des Schauplatzes scheint auf ein eher bodenständiges Abenteuer zu verweisen. Ähnlich verhält es sich mit dem Soloabenteuer „Der Vampir von Havena“, bei dem allein schon der Titel fast eher retro-Inhalte vermuten lässt. Aber auch hier ist bezeichnend, dass man traditionellen Wegen folgt und auch in der neuen Edition auf die Stadt zurückgreift, die gerade in der Anfangszeit von DSA und Aventurien Ausgangspunkt vieler Publikationen war. Und auch das erste größere Projekt mit einer Kampagne um den Orden der Theaterritter greift passend dazu ebenfalls eine sehr alte Thematik auf.

Aber auch Myranor wartet mit zwei sehr verheißungsvollen Ankündigungen auf: Nicht irgendwer soll im Soloabenteuer „Legatin des Bösen“ im Mittelpunkt stehen, sondern Pardona höchstpersönlich. Und das offenbar nicht als Antagonistin, sondern eben als spielbare Figur. Hier wird die spannende Frage sein, wie es hier gelingt, eine Figur, die sonst immer erbarmungslose Feindin war, glaubhaft für den Spieler gestalten. Vor allem hoffe ich darauf, dass nicht der Versuch unternommen wird, etwa eine verletzliche und positive Seite zu offenbaren, am liebsten würde ich mich hier mal als Schurke austoben können.

„Stein der Götter“ ist ein Kampagnenband, der ein wenig wie ein Westernsetting aufgebaut sein soll, wenn die Helden in einer Bergbausiedlung für Ordnung sorgen sollen. Laut Klappentext sollen hier vor allem offene Szenarien geboten werden, die viele Freiräume gewähren. Mit etwas Glück orientiert sich der Band an DSA- Sternstunden wie „Die Herren von Chorhop“.

Im aventurischen Bereich stehen allerdings noch zwei Publikationen mit einer interessanten Hintergrundgeschichte an, wobei ich hier nicht so sehr den inneraventurischen Hintergrund meine, sondern den Produktionshintergrund.

Die „Historia Aventurica“ war sicherlich das meistdiskutierteste und eben auch das am schwersten kritisierteste Produkt des vergangenen Jahres. Umso beachtlicher die Reaktion von Ulisses, eine tiefgehende Überarbeitung vorzunehmen und einen kostenfreien Umtausch anzubieten. Etwas irritiert hat mich die Ankündigung, an der stark beanstandeten unzuverlässigen Erzählfigur Chalwen festzuhalten. Dies soll nun durch Informationskästen kompensiert werden, die einiges aus Redaktionssicht erläutern sollen. In dieser Hinsicht bin ich gespannt, ob auch jemand wie ich, der sehr gerne mit konkreten Fakten arbeitet, hier eine zufriedenstellende Lösung angeboten bekommt.

Passend zum Titel dieses Blogeintrags ist die letzte Neuankündigung keine Printpublikation, sondern ein Brettspiel. Hier wird die aventurische Vergangenheit herangezogen, um den Orkensturm ins Zentrum zu rücken. Allerdings ist es kein militärisches Strategiespiel, sondern eher ein Intrigenspiel, bei dem Answinisten und Kaisertreue während der Unruhen des Feldzugs der Orks um die Vorherrschaft ringen. Etwas befremdlich finde ich die Tatsache, dass es sich hierbei um kein originäres DSA- Spiel handelt, sondern um die Adaption eines Spiels mit irdischem Hintergrund. Somit ist für mich neben einem handlichem Spielprinzip auch interessant, inwiefern sich trotzdem der richtige DSA-Flair verspüren lässt.

So oder so klingen die nächsten Monate hochspannend. Im Zuge der neuen Edition sind zwar inhaltlich noch keine großflächigen und weltumspannenden Plots zu erwarten, wichtig aber ist, dass neben neuen Regeln direkt auch ansprechende und fesselnde Themen gefunden werden, um vielleicht auch neue Spieler zu gewinnen. Und für DSA4-Spieler wartet auch der Uhrwerk-Verlag mit zwei Bänden auf, die zu testen ich mich jetzt schon freue.
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Die Ruhe vor dem Sturm

2 Gedanken zu “Die Ruhe vor dem Sturm

  1. Mit großem Bedauern stelle ich fest, dass scheinbar sowohl das Travia-Vademecum als auch das Boron-Vademecum auf Eis liegen bzw. gar nicht mehr kommen werden?
    Das wäre sehr schade.

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