Wie war 2017?

Vorbemerkung: Wieder einmal neigt sich ein Jahr zuneige und wie immer um diese Jahreszeit klicke ich mich durch die Artikel des Jahres und stelle gefühlt jährlich fest, dass sich da in den letzten 12 Monaten unfassbar viele Publikationen angesammelt haben, die die Vorjahre rein mengenmäßig in den Schatten stellen. Nichtsdestotrotz will ich mich auch dieses Mal wieder an das Vorhaben wagen, eine kleine Rückschau auf alle DSA-Produkte halten, die ich 2017 rezensiert habe. Da es in Rahmen eines solchen Artikels nur möglich ist, die einzelnen Sachen kurz zu erwähnen, findet sich jeweils auch der Link auf die entsprechende Rezension.

Breite Palette

Eine erste Auffälligkeit ist dabei, dass die Produktbandbreite immer weiter zunimmt: Neben den üblichen Verdächtigen, also Regelwerken, Spielhilfen, Abenteuern und Romanen sind dieses Jahr noch weitere Sparten dazu gekommen. Zwei sehr positive Entwicklungen möchte ich daher eingangs lobend erwähnen: Zum einen wäre da der erste offizielle DSA-Comic Der Andergaster. Zwar ist dies nicht unbedingt das Metier, in dem ich mich besonders auskenne, aber hier hat mich besonders die Umsetzung auf aventurische Verhältnisse überzeugt, wenn die Geschichte eines jungen Ritters erzählt wird, der eine Mordserie in Nostria aufklären soll. Hier fällt jederzeit auf, dass eine sehr intensive Recherche betrieben wurde. Ähnlich stimmig kann ich die zweite Premiere des Jahres einordnen, ist 2017 doch gleichfalls das erste Märchenbuch über Aventurien erschienen. Alrik der Basiliskenschreck ist dabei kein Roman für Erwachsene, sondern ein kleiner, reich bebilderter Märchenband mit einer kindgerechten Handlung, der auch junge Abenteurer auf eine ausgesprochen nette und schöne Weise nach Aventurien entführt, wenn man miterleben darf, wie der junge Titelheld Alrik sich auf seine erste Abenteuerreise begibt.

Ein anderes neues Produkt konnte mich dagegen leider überhaupt nicht überzeugen: Das Trefferzonen-Würfelset klang zunächst nach einer originellen Idee, eine komplexe Zusatzregel praktisch umzusetzen, allerdings scheitert dies für mich an der unpräzisen Umsetzung mit einer zunächst fehlenden Symbolerläuterung und den eben schwer abzulesenden Symbolen für die einzelnen Trefferzonen. Als nette Idee habe ich dafür der erste Meisterpersonen-Kartenset wahrgenommen. 53 NSCs, lediglich auf einer Spielkarte vorgestellt, sollen eine Hilfestellung für Spielleiter darstellen, die fix eine Figur benötigen, um eine Szene auszugestalten. Im Prinzip eine gute Sache, lediglich der gewählte Themenkomplex „Handel und Wandel“ wird nur eingeschränkt getroffen.

Extrem zwiegespalten bin ich auch im Fall der neuen Hörspielreihe, von der bisher die drei Folgen Im Kerker von Gareth, Freund oder Feind und Die Geweihten des Totengottes erschienen sind. Die hier erzählte Geschichte um den jungen Zwerg Gundar, der mit seiner Gruppe auf einer Queste wider Willen unterwegs ist, verfügt über ein technisch sehr hohes Produktionsniveau mit professionellen und bekannten Sprechern. Allerdings finden sich ständig Widersprüche zum aventurischen Hintergrund, so dass die gesamte Geschichte in jeder x-beliebigen Hintergrundwelt spielen könnte. Das ist insofern etwas ärgerlich, als dass es sich oft um Kleinigkeiten handelt, die man mit einem Mindestmaß an Recherche hätte vermeiden können.

Altlasten

Wie recht häufig bedeutet ein Jahreswechsel nicht gleichsam den kompletten Abschluss aller Vorhaben. Trotz einer mehr als schnellen Taktung konnte das große Projekt des Jahres 2016 nicht ganz abgeschlossen werden, der sechste und letzte Band der Theaterritterkampagne Der Rote Chor erschien erst Anfang 2017. Bezeichnenderweise legt der Band noch einmal alle Stärken und Schwächen der gesamten Kampagne offen: Einerseits ist es ein durchaus spannender und abwechslungsreicher Einzelband, der die Wahl zum Adelsmarschall mit einer Mordserie verbindet, andererseits ist innerhalb des Gesamtgeschehens die Dramaturgie nicht stimmig, nachdem der eigentliche Kampagnenhöhepunkt schon Inhalt des vierten Bandes war. Ergänzt wird die Kampagne zudem noch durch den Spielleiterschirm Das Erbe der Theaterritter. Im Begleitband werden tatsächlich noch einige interessante Hintergrundinformationen und Bündelungen von wissenswerten Aspekten geboten, allerdings hätte ich mir hier noch mehr spielbares Material gewünscht, zudem fehlt dem Schirm selber irgendeine Form von regionaltypischem Zuschnitt. Ein anderer Altposten wird aktuell noch in einer Dauerwarteschleife verbleiben: Nach dem hochinteressanten Auftakt mit Salon der Schatten im vergangenen Jahr wartet der geneigte Leser immer noch auf den Abschluss der Romanumsetzung der Splitterdämmerung.

Zwei Abenteuer aus der Publikationsliste von 2017 haben zudem ihren Ursprung in der Testphase zu DSA5: Wie schon weit zuvor angekündigt, erhielten Die Quelle des Nagrach und Die Gunst des Fuchses, beide für den DSA5-Betatest konstruiert, eine überarbeitete Fassung, in der nun die finalen Regeln berücksichtigt wurden. Dabei handelt es sich nach wie vor um zwei gute Abenteuer, allerdings sind die inhaltlichen Überarbeitungen durch zusätzliche Szenen weniger umfangreich, als ich es mir erhofft hatte.

Neues von Phileasson und aus der Südmetropole

Generell war das Romansektor in diesem Jahr sehr ergiebig. Zuvorderst sind dabei natürlich der 3. und 4. Teil der Phileasson-Saga zu nennen. Dabei gestaltete sich Die Wölfin für mich etwas wechselhaft, weil das Thema der Seuchenbekämpfung in den Weiten des Nivesenlandes meiner Auffassung nach nicht ganz dazu angetan war, einen Roman dieser Seitenstärke zu füllen, wodurch einige Längen entstanden sind. Umgekehrt hat mich Silberflamme sehr überzeugt, da die Jagd nach einer legendären Waffe der Hochelfen eine spannende Hintergrundgeschichte hat und auch die Konkurrenzsituation zwischen beiden Mannschaften wieder verschärft wird.

Tief in den Süden führt das Romanduo Rabenerbe und Rabenbund, spielt die Handlung doch in Al´Anfa, wo sich für die Zukunft nach langer Pause wieder große Ereignisse ankündigen: Der Feldzug der Armeen der Südmetropole gegen das Kemi-Reich steht unmittelbar bevor. Dies allerdings soll erst in der kommenden Rollenspielkampagne behandelt werden, die Romane gestalten nur die Vorgeschichte aus, wobei ein gelungenes Intrigenspiel unter den großen Grandenfamilien inszeniert wird, wenn der im verborgenen agierende Rabenbund gegen die zögerlich wirkenden Machthaber Amir Honak und Oderin du Metuant intrigiert.

In eine ganz andere Zeit hingegen versetzt Brennen soll Bosparan den Leser, genauer gesagt in die Dunklen Zeiten und thematisiert einen Beutezug der Thorwaler, die unaufhaltsam Richtung Bosparan vordringen und allen Abwehrversuchen widerstehen. Hier ist gerade die Perspektive der unterschiedlichen Figuren hochinteressant, die auf beiden Seiten in den Konflikt verstrickt sind und unaufhaltsam auf eine finale Konfrontation zustreben.

Ein Hoch auf die Vielfalt

Was sich bei den Romanen aber schon andeutet, setzt sich im Rollenspielbereich erfreulicherweise fort: Nachdem ich für das Jahr 2016 aufgrund der Vielzahl an Abenteuern in Nostergast und im Bornland mangelnde Abwechslung in Sachen Schauplätze moniert habe, wurde 2017 wieder die gesamte Bandbreite Aventuriens genutzt, die Abenteuer sind endlich wieder über den gesamten Kontinent verteilt.

Das ist sicherlich einerseits durch den Umstand bedingt, dass mit Die Siebenwindküste eine weitere Regionalspielhilfe erschienen ist, die Albernia meiner Meinung nach sehr atmosphärisch vorstellt, wobei vor allem die feeischen Aspekte der Region betont werden. Die wird sowohl im sehr gelungenen Heldenbrevier der Siebenwindküste unterstrichen, wo die Entführung von Feenwesen und deren anschließende Rettung durch einige regionaltypische Charaktere behandelt wird, als auch durch den begleitenden Abenteuerband Wächter der Feenpforte, der allerdings für meinen Geschmack zu viele Lenkelemente in einer sonst interessanten Geschichte beinhaltet. Auch eine Rüstkammer ist wiederum Teil des Gesamtpakets, wobei mir hier die bessere Ausnutzung des überschaubaren Platzes im Vergleich zur Variante für die Streitenden Königreiche positiv aufgefallen ist.

Diesmal hat man zudem der Versuchung widerstanden, die neue Regionalspielhilfe mit allzu vielen Publikationen auf einmal zu überfrachten, flankierend sind bisher lediglich in den Ausgaben Nr. 64 und 66 der Zeitschrift Mephisto die Szenarien Stürmisches Herz und Auf der Spur des Silberrochens erschienen, beides nette Kurzabenteuer, wobei ersteres den feeischen Aspekt betont und letzteres eher dazu angetan ist, Vorfreude auf die kommende Havena-Spielhilfe zu erzeugen.

Ebenso für Vielfalt sorgte mit Verräter und Geächtete eine der mittlerweile raren Anthologien, die unter dem Oberthema des Titels vor allem zwielichtige Gestalten beinhaltet, mit denen die Helden konfrontiert werden. Spielorte sind hier wiederum Havena, dazu Greifenfurt und Rashdul. Den Abenteuern merkt man an, dass sie ebenfalls ursprünglich für den Regeltest angedacht waren, da sie vor allem die Regeln sehr kleinschrittig erklären. Für den erfahrenen DSA-Spieler mag das zwar ein wenig redundant sein, dafür hat man hier besonders für Einsteiger (vor allem Spielleiter) leicht zu handhabende Abenteuer.

Besonders intensiv aber nutzt Niobaras Vermächtnis die gesamte Palette aventurischer Regionen. Auf den Spuren der legendären Sternendeuterin folgt man hier einer Rätselqueste durch halb Aventurien, vom Svelltland bis Altoum. Der an und für sich gelungenen Grundidee merkt man aber ebenfalls ihren Ursprung an, wurde es doch als multiparalleles Abenteuer geschrieben, so dass man zwar teils schöne Einzelepisoden hat, die aber sehr grob miteinander verknüpft sind.

Das Thema der Rätselqueste in Verbindung mit einem Reiseabenteuer bedient auch Unbezwingbare Wut, allerdings in einem etwas überschaubareren Rahmen, ist es doch auf Almada beschränkt, wo die Helden dem Phänomen unerklärlicher Gewaltausbrüche auf den Grund gehen sollen. Auch hier ist eine gute Grundidee vorhanden, leider ist die Umsetzung in den einzelnen Reiseabschnitten etwas zu unspektakulär ausgefallen.

Ebenfalls in einen größeren Kontext ist auch Zeichen der Macht zu setzen, handelt es sich doch um den Auftakt zur Donnerwacht-Kampagne, in der die Helden in einen ausgesprochen merkwürdigen Konflikt zwischen Harpyien und Orks eingreifen müssen. Der besondere Aspekt dieses Bandes liegt sicher in der Abweichung vom bisher gepflegten Harpyienbild, indem die Vogelfrauen erstmals zielgerichtet agieren und auch positiv dargestellt werden.

Das einzige Soloabenteuer des Jahres, Verschwörung der Magier, ist insofern eine Besonderheit, weil es seit ewigen Zeiten wieder ein Abenteuer für einen magiebegabten Helden ist, steht doch ein junger Magus aus Lowangen im Mittelpunkt, der kurz vor der Abschlussprüfung mit der Entführung seines Mentors konfrontiert wird und schnell erkennen muss, dass der Täter in den Kreisen der Lehrmeister zu suchen ist. Das humorig umgesetzte Abenteuer krankt lediglich etwas an dem Umstand, dass die Akademie etwas arg leer wirkt.

Reichhaltiges Heldenwerk

Einen nicht zu unterschätzenden Faktor in der Möglichkeit, Aventurien in seiner ganzen Vielfalt darzustellen, bietet nach wie vor die Heldenwerk-Reihe. Den Beginn stellt dabei ein kurzer Abstecher nach Thorwal dar, unter dem kuriosen Titel Rache ist Stockfisch gilt es hier eine flüchtige Mörderin einzufangen, was einige Verwicklungen mit sich bringt, da hier gerade das Thema Schuld aus vielen Perspektiven zu betrachten ist. Ebenfalls einen Mordfall nutzt Blutiger Wein als Aufhänger, wobei die Helden in den Konflikt zweier verfehdeter almadanischer Winzerfamilien verwickelt werden. Leider ist dies für mich einer der schwächsten Titel des Jahres, vor allem weil vieles im Abenteuer zu klischeehaft ausgestaltet wurde. Ganz anders gestaltet sich dies in Die Paligan-Akten, einem ausgesprochen gut gemachten Heist-Abenteuer, in dem man einen Einbruch ausüben muss, um an die titelgebenden brisanten Dokumente zu gelangen, sehr zum Ärger einiger Konkurrenten, die sich ebenfalls einmischen. Einen der seltenen Ausflüge nach Maraskan bietet Des Wandelbaren Schicksal, in dem man ein weiteres Mal einen wichtigen Gegenstand an sich bringen soll, aber diesmal in einer ungleich gefährlicheren Konstellation, liegt das gewünschte Objekt doch in den Ruinen der Tuzaker Magierakademie. Das Dungeonabenteuer hat leider den Makel, dass das Dungeon etwas krude und statisch gestaltet ist und die handelnden Figuren zu wenig selbstständig agieren, sondern lediglich auf ihre Aktivierung durch die Helden warten. Gegenteilig ist Der Dunkle Mhanadi konstruiert, ist hier das Dungeon, eine alte Pyramide im unwegsamen Mhanadidelta, vorbildlich ausgearbeitet und wartet mit einem filmreifen Gegenspieler auf. Das jüngste Heldenwerk Gekreuzte Klingen erschließt innerhalb der Reihe neue Gestade, ist es doch das erste Kampagnenheft, in dem zusätzlich noch die Spieler Einfluss auf den Metaplot nehmen können. Allerdings weist die Hintergrundgeschichte der Suche nach einer in den Ruinen Arivors verlorengegangenen Reliquie der Rondrakirche die Schwäche auf, dass sie zu komplex für den knappen Beschreibungsraum eines Heldenwerks ist.

Als Zusatzpublikation für das Kaiser Raul-Konvent ist mit Seelanders Eleven noch ein sehr originelles Heist-Abenteuer erschienen, allerdings mit der Besonderheit, dass die Helden hier nicht selber als Einbrecher agieren, sondern im berühmten Hotel Seelander in Gareth ein Verbrechen vereiteln sollen – ohne aber zu wissen, um welche Art Verbrechen es sich handeln wird. Das Abenteuer ist zudem einer der Titel im Heldenwerk-Archiv, das neben Seelanders Eleven die ersten sechs Heldenwerke enthält. Wer kein Botenabo besitzt, erwirbt hier gleich sieben kurzweilige Abenteuer, wer diese schon sein eigen nennt, muss selbst entscheiden, ob einem die jeweils drei zusätzliche Seiten mit Erweiterungsmaterial als Kaufargument ausreichen.

Helden und Monster – Aventuria

Hier gibt es gleichfalls ein Bindeglied zum Kartenspiel Aventuria, da in der Erweiterung Heldenreigen ebenfalls die besagten ersten sechs Heldenwerk-Abenteuer in einer Kartenvariante umgesetzt wurden. Zwar überzeugt mich auch diese Erweiterung insgesamt, gerade in der Darstellung der Elemente der Kriminalfälle kommt das System aber an seine Grenzen.

Ganz hervorragend hat mir dafür Feuertränen gefallen, die erste sogenannte Monstererweiterung. Hier muss man sich der Herausforderung eines Kampfes gegen einen leibhaftigen Lindwurm stellen, der mit seinen drei Köpfen eine immense Hürde darstellt, will man ihn im Abenteuermodus bezwingen. Der größte Spaßfaktor liegt aber vielmehr in der Duellvariante, ist der Lindwurm doch auch als Heldendeck spielbar, so dass man selbst in die Rolle des Monsters schlüpfen kann.

Die große Leere – Myranor und Tharun

Wo Licht ist, das muss leider oft auch Schatten sein: Wo Aventurien also ausgesprochen rege bespielbar ist, wie die lange Liste oben nachhaltig belegt, herrscht auf den anderen Kontinenten weiterhin absoluter Stillstand. Eigentlich hatte ich die große Hoffnung, dass damit 2017 endlich Schluss sein würde. Aber das hat sich letztlich als Trugschluss erwiesen, bis heute sind keine weiteren Bände erschienen. Einzig das Uhrwerk-Magazin hat weiterhin unbeirrt die Fahne Myranors und Tharuns hochgehalten. Für eine aufsehenerregende Meldung hat es dann aber doch gereicht: Die Rückgabe der Rechte vom Uhrwerk Verlag zu Ulisses kam doch recht überraschend, nachdem es lange Zeit danach aussah, als würden Jenseits des Nebelwaldes (Myranor) und Schwerter und Giganten (Tharun) endlich die lange Warteperiode beenden. Nun wird es sich im kommenden Jahr um die letzten beiden Uhrwerk-Produkte handeln. Angesichts der guten Arbeit, die Uhrwerk vor dem unfreiwilligen Produktionsstopp durch DSA5 geleistet hat, finde ich das zunächst einmal außerordentlich bedauerlich, umgekehrt weckt das bei mir die Hoffnung, dass der jahrelange Stillstand nunmehr bald beendet sein wird. Allerdings fehlen gerade zu Tharuns Zukunft noch valide Aussagen von Ulisses.

Regeln und Göttliches

Umtriebig ist Ulisses dagegen im Regelwerk-Bereich. Als sehr wichtige Publikation ist dabei vor allem Aventurisches Götterwirken zu nennen, das das Grundregelwerk um die noch fehlenden Geweihten der Zwölfe und einiger wichtiger Halbgötter erweitert. Ergänzt wird dies noch durch zwei neue Bände aus der Vademecum-Reihe, die beide das gute Niveau der bisherigen Publikationen fortführen können, das Aves-Vademecum und das Vademecum des Bund des wahren Glaubens, wobei letztes etwas unglücklich als Anhängsel des Sammelschubers für die Reihe verkauft wird. Die zweite große Regelwerk-Publikation ist Aventurische Magie II, die vor allem Hexen und Schelme spielbar werden lässt. Hier allerdings sehe ich in der sehr starren Machart der Regelwerke Nachteile, weil hier viele Doppelungen erzeugt werden und dafür wünschenswerte Hintergrunderläuterungen auf der Strecke bleiben.

Mein Jahreshighlight

Wie jedes Jahr gibt es auch dieses Mal wieder eine Publikation, die ich gesondert als einen echten Jahreshöhepunkt nennen möchte. Dabei kamen in der langen Reihe der obigen Titel einige in Frage, unter den Romane z.B. Brennen soll Bosparan, die Heldenwerke Die Paligan-Akten und Der Dunkle Mhanadi oder die Aventuria-Drachenhatz in Feuertränen. Entschieden habe ich mich aber letztlich für Ewiger Hass von David Schmidt entschieden. Eigentlich klingt das Abenteuer wenig originell, geht es doch um eine weitere Globule (zuletzt extrem häufig genutzt) in den Streitenden Königreichen (zuletzt extrem häufig besucht). Das ist aber wirklich gut umgesetzt, wenn die Helden in einen uralten Konflikt eingreifen müssen. Vor allem ist das Handlungsgerüst sehr frei gehalten, der Hintergrund und die Figuren aber so gut ausgearbeitet, so dass der Spielleiter ein gutes Rüstzeug hat, um die Spielercharaktere die Globule ohne Schienen erforschen zu lassen.

Was mich sonst umgetrieben hat

Abseits von den konkreten Publikationen war 2017 für den Dereblick ein hochspannendes Jahr. Einerseits habe ich im vierten Jahr seit Bloggründung so viele Artikel wie nie zuvor verfasst (dies hier ist nebenbei im Ganzen der 301. Artikel) und andererseits haben noch nie so viele Leser auf die Seite zugegriffen (ca. 45.000). Dazu habe ich – auch dank der Arbeit von Katharina Niko alias Tokala – dem Blog ein neues Aussehen verpassen können (für technische Hilfe sei hier zudem Fenia aus dem DSA-Forum sehr gedankt). Neben den Rezensionen und Kommentaren zum aktuellen Geschehen habe ich mich zudem auch erstmals ein wenig an kreativen Fingerübungen versucht, wodurch die Szenarien Die Halskrone, Die Kutsche nach Svelltstein und Eljaschas Ehre entstanden sind. Das wird sicher nicht mein Hauptfokus, hat aber viel Spaß gemacht und wird bestimmt auch 2018 seine Fortsetzung finden. Daneben habe ich versuchsweise zwei kleine Interviews geführt, zur Premiere mit Curthan über sein Ilaris-Projekt und dann mit Reinhard Kotz über seinen Andergaster-Comic. Dazu habe ich neben dem Dereblick ein weiteres Projekt in Angriff genommen, indem ich zusammen mit dem DSA-Forum, Nandurion, 4heldenundeinschelm und der Memoria Myrana das Gemeinschaftsprojekt DSA-News betreibe, in dem wir uns bemühen, Aktuelles rund um das Thema DSA zu berichten. Spaß haben mir auch meine Besuche auf der RPC und (zum ersten Mal) auf der Spielemesse in Essen bereitet.

Fazit

Obligatorisch ist wie immer die Frage, ob 2017 ein gutes Jahr für DSA gewesen ist. Das kann ich diesmal nur eingeschränkt bejahen. Zunächst sehe ich auf der Habenseite vor allem den schon angesprochenen Umstand, dass Ulisses nun wieder dazu übergangen ist, Aventurien viel breiter in seiner regionalen Vielfalt darzustellen, die Publikationen verteilen sich über den gesamten Kontinent und sind nicht wie in den Vorjahren viel zu sehr im Mittelreich, den Streitenden Königreichen und dem Bornland konzentriert. Zudem gab es auch 2017 wieder eine ganze Reihe von starken Einzeltiteln (einige Beispiele habe ich ja im Bereich des Jahreshighlights aufgeführt). Dafür haben mir allerdings absolute Meilensteine wie in den vergangenen Jahren gefehlt (z.B. die Quanionsqueste, Friedlos oder Klingen der Nacht), meine Höchstbewertung von 6 Punkten habe ich dieses Jahr nicht einmal vergeben. Besonders schade fand ich aber vor allem die anhaltende Funkstille in Myranor und Tharun, besonders um den Fortbestand von letzterem Kontinent (zumindest im offiziellen Rahmen) habe ich ernste Sorgen. Während ich dafür das Eingehen von Ulisses auf die Spieler wirklich gut finde, z.B. in Form des DSA1-Crowdfundings oder der möglichen Einflussnahme auf den Metaplot mit der Bornlandwahl und dem Heldenwerk-Projekt mit Gekreuzte Klingen, sehe ich gerade im Regelbereich einiges eher kritisch, die Verteilung auf so viele Publikationen macht den Printbereich trotz des Regelwikis zunehmend sehr unübersichtlich, innerhalb der Bände häufen sich zudem unnötige Doppelungen. Hier würde ich dazu anraten, den sicher nachvollziehbaren Wunsch nach einer einheitlichen Aufmachung zumindest dort zu überdenken, wo sich immer wieder Kritikpunkte seitens der Spielerschaft ergeben.

Damit wäre ich tatsächlich mit meinem wie immer vergleichsweise sehr umfangreichen Jahresrückblick am Ende. Das wird wie üblich auch der letzte Artikel des Jahres sein, bevor es nach Neujahr Anfang Januar quasi fast schon traditionell mit meinem Ausblick auf 2018 weitergehen wird. Bis dahin möchte ich allen danken, die sich in den vergangenen 12 Monaten hierhin verirrt haben und wünsche einen guten Rutsch in ein hoffentlich von Gesundheit, Glück und vielen DSA-Abenteuern geprägtes Jahr 2018!

Mit besten Grüßen

Engor

 

3 Kommentare

  1. Hallo Engor,

    als eifriger Leser deines Blogs möchte ich hier einmal die Gelegenheit ergreifen und dir für deine Mühen danken die Qualität der gesamten Produktpalette einzuordnen. Deine Einschätzungen sind stets gut zu lesen und äußerst hilfreich. Mach so weiter! Ein schönes Jahr 2018 sei an dieser Stelle gewünscht.
    Nerdige Grüße

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  2. Vielen Dank! Es würde aber nicht halb so viel Spaß machen, wenn ich nicht auch wüsste, dass es Leute gibt, die das auch lesen wollen. Der Austausch hier und und auf anderen Plattformen ist ja das Schöne, ich finde es natürlich auch spannend, wie andere die jeweiligen DSA-Sachen so einschätzen. Dir auch einen guten Rutsch nach 2018!

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  3. Ein sehr schöner Rückblick. Mein persönliches Highlight für 2017 ist ja Seelanders Eleven, vor allem, da es für unsere quasi Themengruppe wirklich genau das richtige war. Das wird mir auf jeden Fall gut in Erinnerung bleiben. Außerdem ist da noch DSA-News, auch das finde ich ist eines der Highlights von 2017. Aber jetzt erst einmal wieder den Blick voraus, in der Hoffnung, das 2018 mindestens genau so gut (und hoffentlich noch besser) wird.

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