Wie wird 2018?

Vorbemerkung: Zunächst einmal möchte ich allen Lesern ein frohes neues Jahr wünschen! Wie üblich möchte ich nach meiner kleinen Rückschau zum Jahresabschluss 2017 nun einen Ausblick auf all das wagen, was in den kommenden Monaten den DSA- Kosmos bereichern soll – zumindest auf die Publikationen, die bislang bereits bekannt sind bzw. angekündigt wurden. Neben konkreten Publikationen soll dabei aber auch um die allgemeine „Großwetterlage“ gehen, immerhin liegen ja erstmal seit vielen Jahren die Publikationsrechte für alle Kontinente Deres bei einem einzigen Verlag.

Großstadtbesuche

Sicherlich wird 2018 im Zeichen zweier der wichtigsten aventurischen Metropolen stehen: Al´Anfa und Havena. Erstere wurde ja Ende des vergangenen Jahres schon einmal zurück ins Rampenlicht gerückt. Immerhin kündigt sich mit dem Feldzug gegen das Kemi-Reich ein echtes Großereignis an. Der Auftakt wurde mit Rabenerbe und Rabenbund in Romanform dargestellt, wobei eben das Gerangel der Granden um die Macht im Vorfeld des Feldzuges geschildert wurde und auch der eine oder andere prominente Kopf rollen musste. Nun jedoch soll die zweite Großkampagne (6 Bände) nach den Ereignissen im Bornland um das Erbe der Theaterritter den Feldzug im Süden thematisieren. Hier bin ich auf die Umsetzung sehr gespannt, z.B. ob man auf eine Seite festgelegt ist oder ob es eine variable Herangehensweise gibt. Zudem wird es sicherlich auch interessant sein, wie die in der Romanserie verwendeten Figuren nun als NSCs genutzt werden. Meine wichtigste Hoffnung hier ist allerdings die auf etwas mehr Abwechslung als in der Theaterritterkampagne, z.B. was die Schauplätze betrifft. Ausschließlich im Bornland unterwegs zu sein, fand ich dort auf die Dauer zu eintönig, während ja der Al´Anfanische Einfluss bis nach Uthuria reicht und umgekehrt auch das Horasreich als Verbündeter der Kemi Interessen wahrzunehmen hat.

Havena hingegen erhält mit Versunkene Geheimnisse eine eigene Regionalspielhilfe, die die Stadt selbst in den Vordergrund rücken soll, nachdem diese in Die Siebenwindküste zwar thematisiert wurde, aber eben nur ein Bestandteil von vielen innerhalb der Gesamtregion war. Havena hat von allen aventurischen Schauplätzen die älteste Tradition und wie viele Spieler verbinde auch ich mannigfaltige Erinnerungen mit der albernischen Hauptstadt. Optimistisch stimmt mich zudem die Tatsache, dass mit Anton Weste ein erfahrener und bewährter Autor mit der Spielhilfe betraut wurde, der sicherlich viel aus dem Setting herausholen kann. Insbesondere erwarte ich hier auch neue Aspekte, vor allem noch mehr Abenteueranreize als in den bisherigen Regionalspielhilfen, die z.T. etwas kleinschrittig gestaltet waren, eher sehr viel Wert auf Detaildichte gelegt haben. Im Falle von Havena hoffe ich da mehr auf eine Orientierung an der wunderschönen Gareth-Box, die die Stadt sehr frei bespielbar gemacht hat. Wie bei den anderen Regionen komplettieren die üblichen Erweiterungsprodukte die Spielhilfe, wobei mich vor allem das Heldenbrevier (von Carolina Möbis) und das Abenteuer Grauen im Nebel interessieren. Bei letzterem hoffe ich natürlich auch darauf, dass das Duo Anton Weste/Dominic Hladek den Spielern nicht den x-ten Charyptoroth- Kult vorsetzt, sondern eine andere Facette der Stadt für einen lohnenden Plot nutzen wird. Daneben soll es mit Auf ins Abenteuer noch ein Einsteiger-Kurzabenteuer geben.

Fortgesetzter Spaß?

In vielen Bereichen harren zudem noch einige Geschichten darauf fortgeführt zu werde. Die promineste Stelle nehmen hierbei die beiden Fortsetzungen der Phileasson-Saga von Bernhard Hennen und Robert Corvus ein. Schlangengrab und Totenmeer bedeuten nunmehr auch das Verlassen der nördlichen Regionen Aventuriens und werden einen hohen Anteil an Szenerien zur See haben. Alte Spieler der Kampagne wie ich gehen natürlich auch hier wieder mit einer gehörigen Portion an Erwartungshaltungen heran, sind doch auch mit diesen beiden Episoden viele Lederschwingen-getränkte Erinnerungen verbunden. Spannung erzeugen bei mir zudem immer die Beorn-Anteile der Story, sind sie doch in der Regel bislang völlig unbekannt.

Ähnlich sieht es mit Schmiede des Verderbens aus, wird hier mit dem Schicksal von Leonardo dem Mechanikus doch aller Voraussicht nach die Geschichte einer der ältesten Figuren des aventurischen Metaplots zu Ende erzählt. Bisher war ja die Verzögerung ein stetiger Begleiter dieses Plots, der ursprünglich als Abenteuer Teil der Splitterdämmerung sein sollte, dann aber auf zwei Romane umgelagert wurde. Allerdings hat Autor Michael Masberg die Geduld der Leser zuletzt doch arg auf die Probe gestellt, warten diese doch, seit im Juni 2016 der sehr gelungene erste Teil Salon der Schatten erschienen ist, auf den Abschluss. Leider wird dieser Roman nach eigenem Bekunden bis auf weiteres der letzte Beitrag von Michael Masberg zu DSA sein, was ich sehr bedaure. Allerdings ein Grund mehr, sich mit einem echten Highlight zu verabschieden…

Im Abenteuerbereich steht zudem noch der Abschluss zweier kleinerer Kampagnen aus: Gekreuzte Klingen stellte zum Jahresabschluss 2017 ein interessantes Experiment zur Einbindung der Spieler in die Metaplotgestaltung ein, wobei das Heldenwerk-Format genutzt wurde. Ich habe zwar einige Kritikpunkte an der Umsetzung, weil die Hintergrundgeschichte viel zu kompliziert vermittelt wird, allerdings bin ich sehr gespannt auf den Abschluss, der ja gewichtige Auswirkungen auf die Rondrakirche haben wird. Ebenfalls ausstehend ist der zweite Teil der Donnerwacht-Kampagne, die mit Orks und Harpyien zwei ungewöhnliche Konfliktpartien in den Vordergrund stellt. Hier stehen aber konkrete Ankündigungen noch aus, ob die Fortsetzung tatsächlich schon für 2018 geplant ist, da die Handlung des ersten Bandes weitgehend in sich geschlossen ist. Allerdings macht es durchaus Sinn, diesen Plot unter anderem als Ausgangspunkt für die irgendwann anstehende Regionalspielhilfe für das Orkland zu nehmen.

DSA5: weiter und weiter

Daneben wird natürlich auch weiterhin den Notwendigkeiten einer längst noch nicht abgeschlossenen Regeledition Rechnung getragen: Die nächsten beiden größeren Regelpublikationen werden dabei die wohl schon im Januar erscheinende Aventurische Rüstkammer II und das Aventurische Kompendium II sein. Sicherlich ist es vollkommen richtig, hier die Schlagzahl hochzuhalten, um den Spielern eine möglichst große Bandbreite an Varianten (hier: mehr Waffen und mehr Regeltiefe) zu ermöglichen. Gleichzeitig hoffe ich aber auch, dass die Macher die Kritik an den bisherigen Publikationen auch beachtet haben und zur Not auch Konzepte verworfen werden, die sich nicht bewährt haben, selbst wenn dies auf Kosten der angestrebten Einheitlichkeit geht. Gerade die beiden genannten Publikationen hatten in den jeweils ersten Bänden einiges an Verbesserungspotential, vor allem das viel zu kleinschrittige Kompendium.

Aber auch inhaltlich muss der Kontinent weiter erschlossen werden, wobei nun Die Flusslande anstehen, also insbesondere das Fürstentum Kosch. Mag die Region hin und wieder als zu bodenständig und wenig abenteuerlich verrufen sein und eher mit Gemütlichkeit verbunden werden, so freue ich mich trotzdem sehr darauf. Schließlich liegt hier beispielsweise auch die Tradition hervorragender Publikationen wie Vater der Fluten. Auch hier wird natürlich wieder eine vollständige Publikationsreihe folgen, also Abenteuer, Rüstkammer, Heldenbrevier etc. Die Ankündigung, die Schlagzahl bei den Regionalspielhilfen zu erhöhen, lässt mich zudem zumindest ganz leise hoffen, dass in diesem Jahr auch noch Die Gestade des Gottwals angelaufen werden können, also die Spielhilfe zu Thorwal herausgegeben wird.

Aventurisches Dies und Das

Dazu reihen noch einige buntgemischte Ankündigungen. Sehr bald schon dürfte der neue Meisterschirm erscheinen, diesmal unter dem Oberthema Katakomben und Ruinen. Das Begleitheft verspricht neben einem gewissen Regelanteil auch wieder spielbares Material in Form von vier typischen Dungeons. Bereits im Februar kann man der Ankündigung nach den Roman Kurs Südmeer von Marie Mönkemeyer in den Händen halten, der vor allem einen guten Schuss an Piratenromantik verspricht. Gespannt bin ich außerdem auf das Abenteuer von Jeanette Marsteller mit dem Titel Gefangen in der Gruft der Königin, das von der Escape Game-Welle der letzten beiden Jahre beeinflusst sein soll. Als großer Fan der Fluchtspiele (sowohl der echten Räume als auch der Brettspielumsetzungen) hoffe ich sehr auf eine gelungene Adaption. Eine sehr kurioses Produkt wird aller Voraussicht nach Wege der Vereinigung. Was vor Jahren einmal als Aprilscherz mit der Ankündigung einer Spielhilfe zu Sex und Erotik begann, nimmt nun tatsächlich konkrete Formen an. Sicherlich eines der interessantesten Produkte für das neue Jahr, dem ich aber aufgrund meines sehr schwachen Eindrucks vom Rahjasutra mit einer gesunden Prise an Skepsis entgegenblicke.

Auch der Bereich abseits des Rollenspiels wird weiterhin bedient. Zum einen steht natürlich ein weiterer Ausbau der Aventuria-Serie an, diesmal in Form einer Umsetzung von Wirtshaus zum Schwarzen Keiler. Dabei soll es sich aber nicht um eine normale Erweiterung handeln, sondern quasi um eine Art neues/alternatives Grundspiel mit vier neuen spielbaren Helden. Ein echtes Brettspiel ist hingegen Schatten der Macht, bei dem es in Form eines Strategiespiels um nicht weniger als die Vorherrschaft in ganz Aventurien gehen soll, wobei hier verschiedene Fraktion und Personen hinter den Kulissen gegeneinander antreten. Dieses Projekt soll dabei auf der Basis eines Crowdfundings finanziert werden.

Ein Fest der Nostalgie

Damit wären wir auch schon bei einem der Dinge, auf die ich mich am meisten freue: das DSA1-Crowdfunding. Nach einer höchst intensiven und spaßigen Finanzierungsphase, in der ständig neue Bonusprodukte auftauchten, steht nun im ersten Quartal 2018 die Auslieferung der ganzen Retro-Schätzchen aus. In der schieren Masse bin ich mir gar nicht so sicher, auf welchen Band ich die größte Vorfreude habe, aber auf alle Fälle wird sich mir auf diese Weise die eine oder andere Gelegenheit für einen neuen Retro-Check bieten.

Ein Ende des Stillstands in Myranor und Tharun

Mehr Science-Fiction-Anklänge als Vergangenheitsbezug wiesen in den letzten beiden Jahren Myranor und Tharun auf. Damit soll nun tatsächlich Schluss sein, stehen doch als letzte Uhrwerk-Publikationen noch Jenseits des Nebelwaldes (im Uhrwerk-Shop sogar schon mit dem Februar als Zeitpunkt versehen) und der lang erwartete Tharun-Abenteuerband Schwerter und Giganten an. Auf beides freue ich mich ungemein, allerdings auch mit der Träne im Knopfloch ob des Ausscheidens des Uhrwerk-Verlags, der hier immer gute Arbeit abgeliefert hat.

Ulisses hat jetzt wieder die gesamten Publikationsrechte für alle DSA-Kontinente und ist hoffentlich gewillt, diese auch zu nutzen. Für Myranor existiert offenbar schon eine gewisse Vorarbeit für ein DSA5-Regelwerk, die noch von den Uhrwerkern geleistet wurde und die von Ulisses fortgeführt werden soll. Ich gehe zwar nicht von einer Publikationsdichte wie für Aventurien aus, hoffe aber schon, dass nun auch wieder in einer gewissen Regelmäßigkeit Nachschub kommen wird. Und gleichzeitig hoffe ich auch, dass dies unter Einbindung bewährter Kräfte geschehen wird, z.B. gibt es eine Reihe von Leuten, die mit viel Herzblut in den vergangenen beiden Jahren im Rahmen des kostenfreien Uhrwerk-Magazins dafür gesorgt haben, dass trotzdem regelmäßige Lebenszeichen vorhanden waren. Zudem hat ja auch das Team von Orkenspalter TV in der Vergangenheit gelungene Belege seiner Myranor-Affinität geliefert.

Für Tharun existieren bislang leider noch keine weiteren Vorhaben, zumindest hat der Verlag dazu noch keine konkreten Aussagen gefällt. Hier hoffe ich sehr auf ein erfolgreiches Abschneiden von Schwerter und Giganten (eine entsprechende Qualität vorausgesetzt). Ich denke nicht, dass Tharun einen „zweiten Tod“ verdient, nachdem es mit so viel Engagement wieder zu einer Publikationsreife vorangetrieben wurde und durch DSA5 vollkommen unverschuldet ausgebremst wurde.

Fazit

Sieht man alleine auf die Menge der Ankündigungen, von denen eine ganze Reihe schon im ersten Quartal des Jahres erscheinen sollen, dann steht wieder einmal ein bewegtes Jahr an. Natürlich habe ich an bestimmte Produkte besonders hohe Erwartungen, z.B. an die Havena-Spielhilfe und das dazugehörende Abenteuer oder die letzten beiden letzten Uhrwerk-Bände. Hier hoffe ich auch darauf, wieder Bände zu finden, die mich ohne Einschränkungen überzeugen und das Potential zu modernen Klassikern haben. Naturgemäß werden sich zu den genannten Sachen noch eine ganze Reihe von Publikationen hinzufügen, die bisher noch gar nicht angekündigt wurden, alleine schon ein ganzer Jahrgang an Heldenwerk-Heften. Zudem gibt es bislang noch gar keine Neuigkeiten betreffend neue Solo-Abenteuer. Da es sich hierbei um eines meiner Steckenpferde handelt, hoffe ich doch schwer darauf, dass auch hier mindestens ein neues Abenteuer erscheint.

Nach wie vor gilt natürlich, dass alle Eindrücke von neuen Produkten halbwegs zügig auch hier im Dereblick nachlesbar sein werden, somit kann sich ein Blick/Klick hierhin ab und an durchaus lohnen…

1 Kommentar

  1. Bin schon mal sehr gespannt. Fürs erste bin ich mal sehr auf Kurs Südmeer gespannt. Ist schon eine gefühlte (oder vielleicht auch tatsächliche) Ewigkeit her, dass ich das letzte mal etwas DSA mit richtig Piratenfeeling gelesen habe. Und auch was die Schmiede des Verderbens angeht sitze ich schon auf glühenden Kohlen. Kanns kaum erwarten.

    Auch der Havena Band Versunkene Geheimnisse könnte einer der Höhepunkte des neuen Jahres für mich werden, wenn er es denn tatsächlich schafft die Stadt in ähnlicher tiefe vorzustellen wie das bei Gareth mit der Box geschehen ist. Bin schon auf die ersten Rezensionen gespannt.

    Bei den Abenteueren bleibe ich erst einmal skeptisch, aber vielleicht schafft es auch da die eine oder andere Perle mich zu überraschen. Vorerst mal danke für den Ausblick aufs neue Jahr!

    Gefällt 1 Person

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