Gratisfutter: Memoria Myrana Nr.49

Vorbemerkung: Jahrelang habe ich mich in dieser Rubrik mit dem Uhrwerk-Magazin beschäftigt. Mit dem Ende der Lizenzrechte für Myranor und Tharun fällt aber gleichzeitig auch der DSA-Anteil im Magazin weg. Glücklicherweise bedeutet dies nicht, dass der stete Zuwachs an gut aufbereitetem Material ausbleiben wird, stattdessen wird dies nun wieder unter der altbewährten Heimstatt der Memoria Myrana weitergeführt, nunmehr in der 49. Ausgabe. Neben Myranor und Tharun soll dabei in Zukunft auch der südlich von Myranor gelegene Kontinent Vesayama berücksichtigt werden. Ein Fundus, der momentan veröffentlicht wird, sind zudem bislang unpublizierte Beiträge aus den Wettbewerb Ars Myrana aus dem Jahr 2011. Natürlich möchte ich auch weiterhin einen kurzen Blick in das Material werfen und im Folgenden einen kurzen Überblick geben.

Spielmaterial

Tempel der Einheit von Körper und Geist von Dennis Maciuszek stellt einen Satu-Tempel vor, der sich auf die seelische Heilung von traumatisierten Personen spezialisiert hat. Dazu gehören eine kurze Beschreibung der Örtlichkeit sowie der Bewohner des Tempels und eine Kartenskizze.

Einen ungleich düstereren Schauplatz findet man in Das Grabmal der Roaxane von Peter Horstmann. Hier kann man in das besagte Gewölbe eindringen, in den sich die sterblichen Überreste der Hohepriesterin Roaxane befinden. Die Beschreibung des Inneren legt allerdings nahe, dass unbefugte Eindringlinge auf der Hut sein sollten.

Jan Stawarz präsentiert den Lesern mit Irulabath eine Siedlung, die inmitten einer Wüste liegt. Die Einwohner leben vom Brennen eines beliebten Schnapses, der hauptsächlich aus den Kakteen der Umgebung hergestellt wird. Zusätzlich leben dort die Mekat-Falter, aus deren Seide Priestergewänder produziert werden.

Die magischen Traditionen der Kerrishiter: die Astrologen von Peter Horstmann beschreibt eben jene Tradition der Sternendeuter, die häufig dann aufgesucht werden, wenn Einwohner Myranors einen Blick in ihre Zukunft werfen wollen. Neben der typischen Ausbildung werden auch Artefakte und Ritualgegenstände geschildert, dazu finden sich natürlich auch regeltechnische Angaben.

Jochen Willmann sendet in Ein Artefakt für den Horas die Helden in ein Kurzszenario. Dabei stehen sie vor der Aufgabe, im Auftrag einer Optimatin dem Horas ein Präsent zu überbringen. Selbstverständlich verläuft die Reise nach Balan Cantara nicht ohne Zwischenfälle, hat es doch eine konkurrierende Fraktion ebenfalls auf ihre kostbare Fracht abgesehen.

Die Yachyach-Jägerin ist ein Archetyp von Kirsten Schwabe. Dabei handelt es sich um eine hyänenartige Spezies, die am liebsten in einem Rudel lebt und sich vornehmlich von ihren Jagderträgen ernährt. Auch hier ist ein umfangreicher Wertekasten hinzugefügt, dazu eine großformatige Zeichnung der Jägerin.

In göttliche Gefilde entführt uns Peter Horstmann mit seiner Vorstellung des Kriegsgottes Bal’ Tlingir, der von den Kerrishitern verehrt wird. Dabei wird zunächst dessen mythischer Hintergrund durch einen Ingame-Text ausgefüllt. Im Folgenden wird die dahinterstehende Philosophie erläutert, bei der durchaus die List mit dem Kampfesmut verbunden sein kann.

Rimat Ulai aus der Familie der Tibira ist hingegen nur ein Sterblicher, allerdings einer mit großem Einfluss, ist er doch gleichermaßen hochdekorierte Soldat und hochrangiger lokaler Würdenträger. Somit wird er in der Spielhilfe von Peter Horstmann als potentieller Auftraggeber präsentiert. Als Anhänger von Bal‘ Tlingir verbindet er außerdem diesen Artikel mit dem vorherigen.

Neuigkeiten

Zusätzlich zu dem spielbaren Material werden auch die beiden letzten DSA-Publikationen des Uhrwerk Verlags vorgestellt. Zum einen finden sich einige Informationen zum bereits erschienenen Tharun-Abenteuerband Schwerter und Giganten, mit einigen Auszügen aus dem Anthologie-Abenteuer Unter fremder Sonne.

Genauso wird fündig, wer bereits vor dem Erscheinen einen ersten Blick in die bald erscheinende Spielhilfe Jenseits des Nebelwalds werfen möchte. Neben einer kurzen Vorstellung der inhaltlichen Schwerpunkte sind auch hier ein paar Beispielseiten als Preview einsehbar.

Fazit

Diese erste „neue“ Ausgabe ist ausgesprochen Myranor-lastig, was auch damit zu tun hat, dass teilweise älteres Material aus der Schatzkiste gepackt wird. Sehr schön sind die grundsätzlichen Anregungen, die man für das Spiel im Güldenland erhält, wobei meine Highlights der Ausgabe sicherlich die beiden Artikel über Bal’ Tlingir und Rimat Ulai sind, auch weil sie gut miteinander verbunden sind. Genauso gefallen mir aber ebenso die beiden interessanten Schauplätze, sowohl der Tempel als auch das Grabmal lassen sich sicherlich gut in Abenteuer einbinden bzw. können mit etwas Ausarbeitung im Mittelpunkt eines Abenteuers stehen.
Insgesamt merkt man aber auch, dass es sich hier um eine programmatische Ausgabe des Magazins handelt: Das ausführliche Vorwort und die beiden Artikel zu Schwerter und Giganten bzw. Jenseits des Nebelwaldes unterstreichen deutlich, dass die außeraventurischen Kontinente vor einer Neuorientierung stehen, wobei noch vieles ungewiss scheint.
Umso wichtiger, dass mit der Memoria Myrana eine klar erkennbare Konstante vorhanden ist, bei der man erkennt, dass hier nach wie vor viele Menschen mit viel Herzblut daran arbeiten, beiden Settings eine Zukunftsperspektive zu bieten und der Materialfluss weiterhin gewährleistet ist bzw. an einer Mitgestaltung Interessierte hier eine gute Plattform finden können.

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