Ein Jahr bei DSAnews

Vorbemerkung: Zeit vergeht ja manchmal recht schnell und so geht es mir aktuell auch mit meinem DSA-„Zweitprojekt“. Vor genau einem Jahr haben eine Reihe von Partnern die DSAnews aus der Taufe gehoben. Was anfangs noch viel Improvisation und gegenseitiges Beschnuppern unter mehr oder weniger völlig Fremden gewesen ist, ist mittlerweile eine liebgewonnene Gewohnheit, neben meinen regelmäßigen Artikeln hier zusätzlich als Newsschreiber in die Tasten zu hauen und den DSA-Limbus nach Neuigkeiten zu durchforsten.

Newsleere

Am Anfang stand ein großes Problem, das damals sicherlich viele festgestellt haben. Das alte Newsflaggschiff Nandurion, die Anlaufstelle schlechthin, wurde im vergangenen Jahr merklich inaktiver, News wurden immer weniger und schließlich kam dann auch die Begründung, dass leider aus Mangel an aktiven Schreibern die Ausrichtung auf eigene Artikel erfolgen muss und z.B. für Verlinkungen von Rezensionen nur noch eine monatliche Zusammenfassung stattfinden wird.

Das fand ich einerseits als regelmäßiger Leser von Nandurion ausgesprochen schade, andererseits hat mich das als Blogschreiber auch direkt betroffen. Die Reichweite eines Blogs in einem Nischenbereich ist eben doch sehr eingeschränkt, von sich aus bringt man die Information, dass man einen neuen Artikel verfasst hat, nur an eine sehr begrenzte Zahl an Leser. Von daher ist man auf sozial Media-Verlinkungen oder Sammelblogs wie rsp-blogs.de angewiesen. Und Nandurion war damals die Hauptquelle, die Leser auf den Dereblick verwiesen hat. Somit wurde es schwierig, die Leserzahlen zu halten.

Ich bin aber offensichtlich nicht der einzige gewesen, dem das zu denken geben hat, erreichte mich doch die Anfrage des Admins des DSA-Forums, Zornbold, ob das Interesse bestehen würde, eine neue Newsseite aufzumachen. Das hat mir erstmal ein paar grüblerische Tage beschert, in denen ich das Für und Wider abgewogen habe. Immerhin ist der Dereblick, so gern ich hier auch schreibe, für sich gesehen schon ein ziemlicher Zeitfresser, den man sich vom Berufsleben, aber auch vom sonstigen Privatleben absparen muss. Demgegenüber stand aber auch der Wunsch (eben durchaus auch im Eigeninteresse), wieder ein regelmäßigen DSA-Newsportal zu haben.

Letztlich hat mich der Umstand überzeugt, dass hier einige Partner zusammenkommen, die viel an Erfahrung zusammenbringen, neben den Leuten vom DSA-Forum (Zornbold, Thallion und Fenia) auch noch Nandurion (vertreten durch Derya Eulenhexe) war da noch Kai von Vier Helden und ein Schelm auf Bloggerseite. Für alle Genannten gilt zudem das gleiche wie für mich, alle haben bereits ein zeitintensives DSA-Projekt. Vor allem in der Hoffnung, dass auf eine breitere Basis stellen zu können habe ich mich somit auch zur Beteiligung entschlossen. Nebenbei war natürlich auch ein wenig Neugier dabei, wie denn ein Teamprojekt für mich funktioniert, hier beim Dereblick bin ich ja Alleinunterhalter.

Aller Anfang ist schwer

Tatsächlich war es anfangs ausgesprochen gewöhnungsbedürftig, alles in Absprache zu regeln, nicht alleine entscheiden zu dürfen, wie etwas gemacht wird. Viele Fragen mussten geklärt werden (Wie soll der Blog heißen? Eigene Domäne oder die bestehende Plattform von Nandurion nutzen? Wie sollen Arbeitsabläufe aussehen? Wer macht was? Wie funktioniert die Technik?) Wir haben sogar eine gewisse Startphase unter dem Radar abgehalten und Newsschreiben und Abläufe eingeübt, bevor der Newsblog dann wirklich sichtbar gemacht wurde. Gerade die Technik des Newsschreibens war für mich sehr gewöhnungsbedürftig, auch weil Optik und Aufmachung für mich hier nie eine allzu große Rolle gespielt hat. Jede Neuerung hat zudem wieder neue Eingewöhnungsprozesse mit sich gebracht.

Trotzdem hat sich vergleichsweise zügig ein Lernprozess angestellt, mittlerweile dauert das Newsschreiben nur noch wenige Minuten, die Teamabläufe haben sich eingespielt und die Rädchen fügen sich meist schnell ineinander, wenn z.B. einer eine Neuigkeit entdeckt, der/die nächste ein Bild im passenden Format zuschneidet (wofür vor allem unsere Bilderfee Fenia sich verantwortlich zeichnet), jemand den Artikel verfasst und das letzte Kettenglied Korrektur liest und veröffentlicht. Mittlerweile gibt es für Neulinge sogar ein Handbuch.

Das Jahr hat natürlich vieles mit sich gebracht, neben dem Einspielen der Routinen war die Zeit auch von stetigen Wechseln in unserer Zusammensetzung geprägt. Es war ein klares Ziel, möglichst viele Beteiligte zu finden, weshalb wir sowohl mit individueller Ansprache als auch mit regelmäßigen Aufrufen versucht haben, neue Teammitglieder zu gewinnen. Das hat an vielen Stellen gut geklappt, sind doch mittlerweile viele weitere Beteiligte dazugekommen, z.B. Frosty von Frosty Pen&Paper, der als Youtuber unter uns eher textfixierten Schreibern einen interessanten neuen Fokus eingebracht hat. Tabuin und Rhidaman von der Memoria Myrana sind hingegen eher die Experten für die extra-aventurischen Kontinente, aus denen es aber aktuell leider kaum etwas zu berichten gibt. Aber auch Dart, Raul Ehrwald, Felixilius, Melander und ganz frisch Adalariel und Nottel haben unser Team verstärkt und bereichert. Leider haben uns umgekehrt auch eine Reihe von Teammitgliedern wieder verlassen, z.T. schon in der Projektphase, zum Teil nach einer kurzen Schnupperphase, eben mit der Erkenntnis, dass der Newsblog doch nicht das richtige Betätigungsfeld ist. Nach wie vor schmerzt mich vor allem der Weggang von Kai von Vier Helden und ein Schelm, der von Beginn an als aktiver und fleißiger Berichterstatter dabei gewesen ist. Nicht zuletzt sind es auch seine Berichte, die im abgelaufenen Jahr dazu beigetragen haben, dass wir viel positive Resonanz erfahren haben.

Natürlich ist auch klar, dass bei so vielen Personen auch mal Kontroversen entstehen und es gelegentlich auch mal scheppert, aber auch das ist sicherlich Teil eines Prozesses, wenn viele Leute aufeinandertreffen, von denen nicht alle (wie ich eben auch) reine Teamarbeit gewohnt sind und Entscheidungsprozesse eben nicht ganz einfach sind, wenn man nicht einfach irgendwas entscheiden darf, sondern sich verständigen muss. Auch das war Teil eines Prozesses (anfangs auch durchaus von Grundzweifeln am Projekt begleitet), erschwert natürlich auch durch die Tatsache, dass wir uns untereinander größtenteils nicht kennen und nur über das Internet kommunizieren.

Tagesschau oder Werbeblog?

Spannend ist sicher auch die Frage, wie man sich positioniert: Ich schreibe über DSA, weil ich es mag. Und gemeinsam ist uns bei DSANews in dieser Hinsicht eigentlich eher, dass wir alle extrem unterschiedlich sind in den großen Fragen, die die (DSA-)Welt bewegen: Betreibt Ulisses zu viel unnötiges Merchandise? Ist DSA4 besser als DSA5? Ist Wege der Vereinigungen ein witziger Gag oder der Untergang des Abendlandes?

Wir sind uns im Grundsatz einig, dass wir uns um eine möglichst neutrale Berichterstattung bemühen, in der wir unsere persönliche Meinung im Hintergrund halten. Das mag mal mehr, mal weniger gelingen, allerdings bemühen wir uns sehr um gewisse Standards, z.B. schreiben wir (wenn es sich vermeiden lässt), nie einen Newsartikel, in dem wir auf unser eigenes Projekt verweisen, sondern das übernimmt ein anderes Teammitglied. Mit Ulisses kommunizieren wir auch zwischendurch immer wieder, bemühen uns aber trotzdem, unabhängig vom Verlag zu agieren.

Allerdings muss natürlich auch darauf verweisen werden, dass wir kein professionelles Nachrichtenportal betreiben und oft selber Dinge erstmal ausprobieren müssen, um entsprechende Erfahrungen zu sammeln.

Es wächst und gedeiht…

Ich muss zugeben, dass ich stellenweise doch eher konservativ veranlagt bin und somit eigentlich lange die Konzentration auf einen reinen Newsblog präferiert hatte und den wohl die meisten von uns zu Beginn im Sinn hatten. Mittlerweile jedoch geht das Angebot von DSANews.de weit darüber hinaus. Gerne gelesene Rubiken sind „5 Fragen an…“ und „Was macht eigentlich…“, in denen aktuellen und ehemaligen DSA-Aktiven Fragen gestellt werden. Genauso gut kommt der neue Metascore an, der es ermöglicht, auf einen Blick die gängigsten Rezensionsseiten miteinander zu vergleichen, was vor allem unserem Technikmeister Zornbold und dem nimmermüden Rezi-Sammler Thallion zu verdanken ist. Ebenfalls als großer Erfolg haben sich die Liveticker für Conventions oder Crowdfundings erwiesen, die sehr starke Leserfrequenzen haben.

Das allerjüngste Baby ist allerdings unser gemeinsam erstelltes Newsabenteuer Zwischen Schmierfinken und Schönschreibern, das nun auch quasi als Geburtstagsgeschenk an unsere Leser (aber irgendwie auch an uns selber) erscheint. Hier habe ich wirklich unfassbar viel Spaß daran gehabt, gemeinsam mit anderen Enthusiasten an einem solchen Projekt zu arbeiten. Hier war echt schön, wie die Rädchen ineinandergegriffen haben. Ich kenne jetzt auch ein ganz klein wenig das Gefühl, wie es sich anfühlt, wenn die Ideen, die man im Kopf entwickelt und für sich selbst ein wenig hingekritzelt hat, plötzlich von anderen Leuten mit anderen Kompetenzen weitergedacht und umgesetzt werden, wenn eine Figur oder ein Gegenstand eine Illustration erhalten, ein kurzer Charaktertext zu einem echten und amtlichen DSA5-Wertekasten wird, eine mit Bleistift hingeschmierte Karte schick mit einem Programm ausgearbeitet wird und ein schnöder Word-Text ein echtes Layout bekommt. Besonders sei hier Derya, Fenia und Felixilius gedankt!

Ohnehin liegt hier sicherlich ein toller Mehrwert, als „Nebenprodukt“ hat sich mittlerweile ein kleines Netzwerk gebildet, sind wir doch alle irgendwie aktiv in der DSA-Szene unterwegs und können uns und unsere Projekte auch gegenseitig ein wenig unterstützen und immer auch neuen Input oder auch passende Ansprechpartner finden. Auch wenn ich gerne den Dereblick als Soloprojekt führe, ist es doch spannend, auch über den Tellerrand zu blicken und Erfahrungen auszutauschen.

Und nun?

Aktuell schaut es wirklich gut aus für die DSAnews: Unser Team ist zuletzt wieder deutlich angewachsen und in unserem Discord-Chat (unser wichtigstes internes Kommunikationsmedium) ploppen rege Nachrichten auf, der Austausch macht Spaß. Ich würde mir sehr wünschen, dass es so weitergeht. Falls sich (vielleicht auch durch diese rosarot gefärbten Zeilen hier) jemand motiviert fühlt, uns verstärken zu wollen, so sei betont, dass wir uns über jegliche Unterstützung sehr freuen. Wer hier also Interesse hat, kann uns gerne anschreiben (oder uns über sonstige Wege kontaktieren)

Somit verbleibt mir noch, all den Lesern für ein schönes Jahr zu danken und meinen Mitschreibern und -schreiberinnen für viele tolle Gespräche und viel Spaß bei der „Arbeit“!

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