Rezension: Katzenmusik

Vorbemerkung: Ich habe in den vergangenen Jahren ja bereits vieles rezensiert, von meinem ursprünglichen Fokus auf reine Rollenspielprodukte wie Abenteuer, Spielhilfen und Romane bin ich dabei auch schon bei einigen „exotischeren“ Vertretern wie Brett- und Computerspielen, Hörspielen und Comics gelandet. Heute allerdings steht eine absolute „Weltpremiere“ an, wage ich mich doch erstmal an die Besprechung eines Soundtracks, genauer an die musikalische Untermalung von Die Schwarze Katze mit dem Titel Katzenmusik, komponiert von Ralf Kurtsiefer. Dabei habe ich lange gezögert, gehört Musik doch ausdrücklich nicht zu den Gebieten, in denen ich besonders firm bin. Allerdings hat mich die CD aus dem DSK-Crowdfunding doch sehr angelacht, so dass es aus meiner Sicht ein Versäumnis wäre, nicht ein wenig darüber zu schreiben.

In Zahlen:

– 21 Stücke

– Preis: 17,95 Euro

– Erschienen am 26.8. 2019

I. Inhalt

Die CD enthält insgesamt 21 Stücke, die das Havena der erwachten Katzen in unterschiedlichen Aspekten ihrer Lebenswelt in Szene setzen sollen. Zudem ist ein Booklet enthalten, das kurze Erläuterungen zu den einzelnen Tracks geben soll bzw. teilweise auch die Vorstellung beschreiben soll, die sich dahinter verbirgt.

Die insgesamt 21 Stücke haben eine breite thematische Streuung: Unter anderem werden die Aspekte der Götter Nurti, Rondra, Aphasma, Praios, Zerzal und des Wanderers musikalisch untermalt. Vielen Stücken haftet zudem etwas Düsteres an, z.B. In der Tiefe, das die Unterwelt der Tieflinge aufgreift oder Mondnächte, das das nächtliche Treiben der erwachten Katzen thematisiert. Die Stücke sind überwiegend rein instrumental gestaltet, Ausnahmen sind Katzenaubade, in dem Katzengeräusche verarbeitet sind und Abschied und Erwacht, in denen Gesang verwendet wird, letzteres beschreibt die fundamentalen Veränderungen durch das Himmelslicht, in dessen Folge das Erwachen ausgelöst wurde. Sehr dynamisch sind die Stücke Zähne & Klauen gestaltet, die zur Untermalung von Kämpfen verwendet werden können.

II. Kritik

Gerade der Einstieg in die CD gestaltet sich etwas gewöhnungsbedürftig, die Kombination von Musik und Katzenschnurren in Katzenaubade erzeugt bei mir gewisse Kontraste, die allerdings interessant zusammenwirken. Allerdings halte ich dies am Spieltisch nur für eingeschränkt nutzbar, weil es sich nicht dezent in den Hintergrund setzt, sondern bewusste Aufmerksamkeit erregt.

Grundsätzlich gut gefällt mir die angesprochene thematische Streuung, die Ausmalung der verschiedenen Götter mit ihren unterschiedlichen Ausprägungen, z.B. wird Rondra in Wütende sehr dynamisch, mit Stakkato-Klängen charakterisiert, während in Nachtjäger düstere Choräle die enge Verbindung von Leben und Tod bei Zerzal unterstreichen. Manchmal ist auch der Kontrast zwischen der eigenen Vorstellung und der hier vorgenommenen Umsetzung durchaus gewinnbringend, so hätte ich bei Wanderer eine etwas behäbigere Grundstimmung erwartet, stattdessen ist das betreffende Stück eher dynamisch. Was mir thematisch noch etwas fehlt ist eine Umsetzung der Geisterwelt, die ja in der Settingbeschreibung einen durchaus nicht kleinen Raum einnimmt und auch bei den Abenteuern vielfach vorhanden ist.

Immer wieder wird die Musik auch mit anderen Soundeffekten unterlegt, z.B. das Dumpf-Düstere bei In der Tiefe, wobei unter anderem Tropfenklänge eingearbeitet sind, um die Verortung in der Kanalisation Havenas zu betonen, was dem Ganzen eine sehr geheimnisvolle Komponente gibt. Schwarzer Spiegel setzt das Meer in Szene, also ein Element, das den zumeist wasserscheuen Katzen eigentlich nicht vertraut, aber prägend für Havena ist. Hier erhält die Umsetzung etwas Mystisches, u.a. durch die Verwendung von Gesang und Wellenklängen.

Gerade die aus meiner Erwartungshaltung eher fröhlichen Stücke brechen eher mit diesen Vorstellungen, Rohajas Fest ist so gestaltet, dass ich mit den Klängen eher eine weihnachtliche Stimmung assoziieren würde. Ähnliches gilt für Treiben auf dem Tanzboden, das für meinen Geschmack etwas monoton ausgefallen ist, hier hätte ich eher einen verspielteren Unterton vermutet.

Die Gesangsstücke sind gut umgesetzt, bei Abschied ist der Inhalt allerdings aus meiner Sicht nicht ganz zur Hintergrundbeschreibung passend, wird hier doch der Abschied von einer Katze geschildert, die sich auf eine weite Reise begibt. Dies dürfte aber eher eine absolute Ausnahme sein, da die meisten Katzen dem Element Wasser mit Respekt und Furcht begegnen.

Als sehr gelungen habe ich das Booklet wahrgenommen, das dafür sorgt, dass die einzelnen Stücke nicht über eine bloße Betitelung verfügen, sondern ergänzend auch noch die Gedanken erläutert werden, die sich hinter der jeweiligen Komposition verbergen bzw. sind hier zur Veranschaulichung szenische Beschreibungen vorhanden.

III. Fazit

Katzenmusik stellt eine thematisch breit gefächerte Auswahl an Musikstücken zur Ausgestaltung der Atmosphäre von Die Schwarze Katze dar. Viele Aspekte spiegeln gut die dominanten Eindrücke wider, z.B. wird das Düstere sehr betont, passend zur Nachtaktivität der Katzen, genauso ist viel Dynamik durch Tempowechsel vorhanden, die plötzlich auftretende Dramatik unterstreichen, z.B. wenn Gefahren oder Kämpfe begleitet werden sollen. Aus meiner Sicht decken sich allerdings nicht alle Stücke mit den Vorstellungen, die sich aus der Lektüre der Spielhilfe selbst ergeben haben.

2 Kommentare

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