Rückblick: Abenteuertitel – Karneval der Rollenspielblogs Juni 2020

Vorbemerkung: Im Karneval der Rollenspielblogs stand der Juni ganz unter dem Thema Abenteuertitel. Auch wenn ich mit dem Dereblick erst sehr kurzfristig eingesprungen bin (im Prinzip mit genau einem Tag Vorlauf), so sind doch immerhin 11 Artikel (+ ein Einstiegsartikel) zusammengekommen, die sich mit unterschiedlichen Perspektiven bzw. Herangehensweisen mit Thematik beschäftigt haben. Wie gewohnt soll dieser Abschlussartikel eine kurze Gesamtübersicht über die einzelnen Beiträge bieten.

Wie bildet man Titel?

Den Anfang hat Dnalor in seinem Blog gemacht. Als jemand, der extrem viel schreibt (vor allem für Rakshazar), hat er dabei zunächst eine sehr persönliche Perspektive gewählt, indem er die Titel seiner eigenen Abenteuer und die Gedanken/Inspirationen dahinter vorgestellt, Hier finde ich allein schon beeindruckend, wie viel da in den vergangenen Jahren an Titeln zusammengekommen ist.

Ich habe mir hier im Dereblick keine eigenen Abenteuertitel angeschaut, sondern im Rahmen einer kleinen Oscarverleihung einen kurzen Streifzug durch die Titelgebungsgeschichte von DSA unternommen und dabei zunächst einige allgemeine Auffälligkeiten beleuchtet und dann eine kleine Auswahl von Titeln individuell gewürdigt.

Benjamin Hirth hat sich in seinem vergleichsweise neuen Blog ebenfalls die Mühe gemacht, den Bereich der Titelfindung zu sezieren. Dabei hat er die meiner Meinung nach hochinteressante Trennung zwischen Konventionen auf der einen Seite und Erwartungen, die sich daraus ergeben, auf der anderen Seite gesetzt. Auch hier dienen als Beispiele bzw. Titelreferenzen vor allem DSA-Titel.

So machen es die Profis

Da mich zu diesem Thema auch die Meinung von erfahrenen SchreiberInnen interessiert, habe ich einige AutorInnen angeschrieben, mit der Bitte, mir darüber Auskunft zu erteilen, wie sie bei ihren Abenteuern und Romanen an das heikle Thema Titelfindung herangehen und welche Fallstricke es möglicherweise zu vermeiden gilt. Dankenswerterweise waren alle, die ich kontaktiert habe, auch sehr gerne bereit, mit ein paar Zeilen zu dem Thema zukommen zu lassen. Somit findet sich in meinem Blog ein großes Interview mit Heike Wolf, Carolina Möbis, Jochen Willmann, Christian Nehling und Sebastian Thurau.

Kreatives

Sehr gefreut habe ich mich darüber, dass Rorschachhamster die Gelegenheit genutzt hat, gleich ein ganzes Abenteuer zu basteln, so dass auch etwas Spielbares entstanden ist. Dabei ist allein der Titel schon ein echtes Highlight: Es gilt nämlich Die mysteriöse Grabstätte der felsigen Prinzessin zu erforschen. Herausgekommen ist dabei ein im besten Sinne klassisches Abenteuer, in dem man sich durch ein Fallen- und Monster-gespicktes Gewölbe durchkämpfen muss. Aus meiner Sicht lohnt sich hier ein Blick auf jeden Fall, neben Raumbeschreibungen finden sich auch Karten für Spieler und Spielleiter.

Titelbasteleien

Als eine mögliche Herangehensweise hatte ich in meinem Einstiegsartikel auch die Möglichkeit angesprochen, vorgegebene Titel mit Leben zu erfüllen, wobei ich mir recht willkürlich und ohne große Hintergedanken eine Auswahl zusammengebastelt habe. Tatsächlich haben eine Reihe von Artikeln diese Titelauswahl aufgegriffen und sehr bemerkenswerte und kreative Ideen beigesteuert, wie man diese mit Leben erfüllen könnte.

Dnalor hat sich Das Schwert der Trollprinzessin herausgegriffen und dazu einige Gedanken angestellt. Einerseits liegt der Schwerpunkt auf einer Verortung in Rakshazar, wozu er drei mögliche Grundideen vorstellt. Zudem liefert er auch einen weiteren Ansatz für Tharun, wobei die Trollthematik leicht abgewandelt werden muss.

In einem weiteren Artikel kündigt Dnalor folgend an, aus seinen drei Ideen für Rakshazar eine Kampagne zu konstruieren, wobei viele Einbereiche noch in Arbeit sind. Zunächst stellt er einige Highlights in Sachen Schatztabelle vor. In einem dritten Artikel fügt er einen Vorschlag seines Bruders hinzu, der die dazu passende Handlung ins London des 19. Jahrhunderts verlagert und die Spieler ein wenig in die Rolle eines Abenteurers wie Indiana Jones versetzt.

Benjamin Hirth hat sich aus der Auswahl mit Trübe Tiefen bewusst einen Titel herausgegriffen, der eher unspezifisch und nicht besonders originell erscheint. Dabei hat er die Herausforderung eben gerade darin begriffen, wie man neben einer klassischen Interpretation alternative Inhaltsfüllungen finden kann, die tatsächlich deutlich mehr Doppelbödigkeit und Raffinesse beweisen, indem auf weniger naheliegende Elemente zurückgegriffen wird.

Greifenklaue hingegen hat eigene Titel entwickelt, die er mithilfe eines Abenteuergenerators aus dem Fanzine Blaupausen 2019 kreiert hat. Dabei hat er das Ziel verfolgt, drei Titel zu ermitteln und dann aus diesen eine Trilogie zu erstellen, indem er jeweils einen groben Inhalt erdacht hat, der die drei Abenteuer miteinander verbindet.

Spiele im Kopf hat sich gleich dreier Titel angenommen. Die Wahl fiel dabei auf Der Sumpf der erschlagenen Helden, Der Planet der Giganten und Die letzten Tage der Königin. Die Inhaltsfüllung ist dann insofern besonders ausgefallen, als das im Anschluss gleich drei Systeme gewählt wurden (Earthdawn, Captain Future und Katakomben von Buchhaim) und jeweils alternative Stories entwickelt wurden, in denen Titel und System miteinander verbunden wurden.

Fazit

Auch wenn ich mir sicher bin, dass es zu einem derart breit gefächerten Thema wie Abenteuertitel noch viel mehr zu sagen gibt und ich mir dementsprechend noch eine breitere Beteiligung gewünscht hätte (vor allem noch weitere Rollenspielsysteme und -welten berücksichtigend), so denke ich trotzdem, dass eine schöne Auswahl an lesenswerten Artikeln zusammengekommen ist. Ich danke allen Beteiligten für ihre Mühen und hoffe, dass sich dementsprechend viele LeserInnen finden, die die Artikel wahrnehmen. Der Karneval der Rollenspielblogs geht im aktuellen Juli mit dem Thema Sprachen weiter, betreut von stories & characters.

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