Ein Blick in das Aventuria-Crowdfunding

Vorbemerkung: Ein wenig hat es ja gedauert mit der endgültigen Auslieferung des Aventuria-Crowdfundings, seit Anfang Februar die Finanzierungsphase der neuen Erweiterungen für das DSA-Kartenspiel aus dem Hause Ulisses begonnen hat. Einige widrige Umstände haben für kleinere und größere Verzögerungen gesorgt, doch nun hat endlich ein ausgesprochen dick gefülltes Paket die Unterstützer des Crowdfundings erreicht. Da es sich um insgesamt acht einzeln spielbare Erweiterungen (allerdings in unterschiedlich großem Umfang) handelt, wird das Durchspielen sicherlich eine ganze Zeit in Anspruch nehmen. Dies will ich kontinuierlich in den kommenden Wochen und Monaten bis Jahresende in Angriff nehmen, allerdings möchte ich im Folgenden schon mal einen kleinen Überblick über die einzelnen Bestandteile geben.

Die großen Abenteuererweiterungen

Das Herzstück des gesamten Crowdfundings stellen zwei große Abenteuererweiterungen im Boxformat dar, wobei wiederum zwei absolute Klassiker Pate gestanden haben. Die Besonderheit von Borbarads Fluch und Nedime, die Tochter des Kalifen ist dabei aber, dass es sich – anders als bei bisherigen Klassikerumsetzungen – um Soloabenteuer handelt. Dementsprechend liegt ein Schwerpunkt auch darin, genau solche Solospiele auch im Abenteuermodus für Aventuria zu ermöglichen, demnach sind beide Abenteuer so konstruiert, dass man sie allein durchspielen kann (allerdings ist auch eine Gruppenvariante möglich). Beide Boxen wirken beim Öffnen eher spärlich befüllt, weil jeweils nur drei dünne Kartenstapel enthalten sind. Dafür merkt man anhand der großformatigen Spielpläne und den vergleichsweise langen Anleitungen, dass es sich um komplexere und eigenständige Abenteuer mit vielen Sonderregeln handelt.

Die Heldensets

Neue Helden sind bei Aventuria immer ein wichtiger Bestandteil gewesen, z.B. um sich mit ihnen im Duellmodus messen zu können, zum anderen um viel Abwechslung durch die unterschiedlichen Decks und Spielstile zu gewährleisten. Im Crowdfunding-Paket sind gleich vier neue HeldInnen enthalten. Diese sind in kleinen Boxen als sogenannte Heldensets enthalten. Dabei ist jedoch nicht nur das jeweilige Kartenset für die neuen Heldinnen vorhanden, jede Figur hat auch ein kleines Abenteuer spendiert bekommen, das mit seinen Inhalten auf die speziellen Fähigkeiten der Figur zugeschnitten ist. So muss sich im Schleiertänzer-Heldenset Karima al´Jamila in dem ausdrücklich als erotisches Abenteuer (mit Erwachsenenhinweis) beschriebenen Orgie der Dornen beweisen, während sich im Schatzjäger-Heldenset Udolf „Meridiana“ Bornski als Perlenräuber versuchen darf. Das Meisterin der Alchimie-Heldenset beinhaltet die Alchimistin Niam Hassanesz mit dem Abenteuer Kommando Greifax. Sicherlich eine Besonderheit stellt das Diener des Namenlosen-Heldenset dar, indem mit Zardok von Marternpfuhl ein Geweihter des finsteren Gottes die zentrale Rolle spielt, aber eben nicht als Antagonist, sondern als Held. Das dazugehörige Abenteuer heißt Diebe in Khezzara. Die jeweiligen Kartensets sind nicht nur mit den Heldensets gefüllt, sondern beinhalten auch die Abenteuerkarten sowie zusätzliche Schergen.         

Zusätzliche Abenteuer

Als weiteres Spielmaterial sind noch zwei zusätzliche Abenteuer vorhanden. Schneidermeisters Poltergeister ist als einfaches Demoset angedacht, mit dem man Einsteiger an Aventuria heranführen kann. Kommando Rietholz hingegen ist ein multiparalleles Abenteuer, in dem verschiedene Gruppen gemeinsam antreten können, es ist aber auch als normales Gruppenabenteuer spielbar. Beide Erweiterungen sind klein gehalten, im Umfang eines reines Spielkartensets mit einer ebenso kleinformatigen kurzen Anleitung.

Sonstiges Material

Daneben sind noch einige Kleinigkeiten enthalten: So finden sich noch zwei Drehmarker zur Darstellung der aktuellen Lebensenergie nebst einem Aufkleber-Set mit entsprechenden Heldenporträts, mit denen die Marker beklebt werden können. Zuletzt wurden viele Promokarten hinzugegeben, z.B. mit alternativen HeldInnenkarten, mit denen sich die Geschlechter wechseln lassen. Außerdem sind vier Promosets – sogenannte Belohnungskartensets – mit Tierbegleitern enthalten, in die Kategorien Hunde, Katzen, Pferde und exotische Tiere unterteilt. Als kleinen Gag gibt es auch noch die Möglichkeit, sich ein Heldenset für Alrik Immerdar, den legendären schnauzbärtigen Flügelhelmträger, zu erstellen.

Erwartungen und Vorhaben

Als großer Aventuria-Fan möchte ich in nächster Zeit die verschiedenen Erweiterungen nach und nach durchspielen, womit sich folgend Rezensionen zu allen acht Abenteuern einfinden dürften, wobei bei den Heldensets natürlich ein Fokus auf der jeweiligen Figur liegen wird. Hier wird die Frage vordringlich sein, inwiefern diese ein eigenes Spielgefühl erzeugen und ob sie sich ausreichend von den schon existierenden Konzepten unterscheiden. Allerdings wird dies eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, gerade die beiden Soloabenteuer wirken auf den ersten Blick sehr umfangreich, ebenso wird die pure Masse der Abenteuer dafür sorgen, dass ich das etwas verteilen werde. Den Anfang werden aber sicherlich die beiden Soloerweiterungen darstellen.

Unabhängig davon bleibt natürlich der positive Grundeindruck, dass Aventuria-Spieler, die lange auf neues Spielmaterial warten mussten, nun auf einem Schlag enorm viele zusätzliche Spielvarianten erhalten, was sowohl die Helden- als auch die Abenteuerauswahl betrifft. Mich persönlich freut zudem die Durchmischung, also dass sowohl die Klassikerschiene weiterhin bedient wird, aber auch neue Eigenkreationen vorhanden sind. Die alten DSA1-Klassiker eignen sich zwar von Spielgefühl her gut für ein kampflastiges Spiel wie Aventuria, der Verlauf der Abenteuer ist aber für erfahrene SpielerInnen eben doch vorhersehbar, weil bereits bekannt. Bei den beiden Soloabenteuer bin ich zudem gespannt, wie das Soloflair auf Aventuria übertragen werden kann, auf den ersten Blick erwarte ich auf jeden Fall wieder interessante Spielvarianten. Genau das hat Aventuria ja bisher auch ausgezeichnet, dass immer wieder neue innovative Spielideen und -mechanismen einfließen, wie zuletzt beim sehr gelungenen Wirtshaus zum Schwarzen Keiler. Schon der komplexere Spielaufbau von Borbarads Fluch als auch Nedime, Tochter des Kalifen lässt dahingehend einiges erhoffen.    

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