Rezension: Die Verschwörung von Andion

Vorbemerkung: Nachdem die Reise der Sternenträger nun mit dem Erscheinen des 3. Bandes offiziell weiter voranschreitet, möchte ich jetzt ein kleines Versäumnis nachholen und nach und nach die drei Mini-PDFs rezensieren, die vor einiger Zeit von Ulisses zur Überbrückung der Wartezeit auf Der Abgesang Ometheons im Scriptorium Aventuris veröffentlich wurden. Die erste Erweiterung Die Verschwörung von Andion von Rafael Knop schließt dabei direkt an eine Szene aus Der Klang des Feyraasal an bzw. stellt eine Ergänzung dar.   

In Zahlen:

– 7 Seiten

– Preis: Pay-what-you-want (Download im Scriptorium Aventuris) 

– Erschienen am 5.8. 2020

 I. Aufbau und Inhalt

Es handelt sich bei dem Szenario wie erwähnt nicht um eine eigenständige Abenteuerskizze, sondern der Besitz von Der Klang des Feyraasal wird vorausgesetzt. Innerhalb des Abenteuers wird an die Reise der Bahalyr gen Norden angesetzt, nachdem die Heldengruppe mit dem Luftschiff die Festung Andion, einen Außenposten der Hochelfenstadt Mandalya, erreicht hat. Dort finden sich auch eine Karte von Andion sowie Kurzbeschreibungen der wichtigsten Personen, allen voran der Festungskommandantin Viveana. Allerdings ist der Zweck des Aufenthalts im Kampagnenband auf eine kleinere Informationssuche beschränkt, um das nächste Etappenziel zu finden. Zusätzlich muss gesagt werden, dass es sich hier um eine der Episoden handelt, die im Rahmen der von der Bahalyr erzeugten Traumrealitäten stattfindet.

Hier setzt dann Die Verschwörung von Andion an. Dabei findet während des kurzen Aufenthalts der Gruppe ein außerordentliches Ereignis statt, indem Niamh Goldhaar, eine enge Beraterin des Königs von Mandalya, den Außenposten besucht. Diese wird mit einem angemessenen Empfang bedacht und lernt dabei auch die HeldInnen kennen. Im Laufe des Empfangs spielt sich dabei möglicherweise ein Verbrechen ab, das es zu verhindern gilt. Dazu werden die einzelnen Abläufe im Rahmen des Empfangs skizziert sowie die Handlungen der wichtigsten Personen. Natürlich wird auch darauf eingegangen, was die Spielercharaktere möglicherweise unternehmen und wie sie auf die Szene einwirken können. Der Wert des Abenteuers liegt vornehmlich darin, hier mit Niamh eine zentrale Figur der Kampagne bereits getroffen und ihr Vertrauen gewonnen zu haben.     

II. Figuren

Weiterhin ist natürlich Amalaia die Fixfigur in den Traumrealitäten, da man ihren Spuren folgt. In der vorliegenden Episode ist zudem Viveana als Herrin von Andion eine maßgebliche Figur, da sie dort die Entscheidungsgewalt trägt. Zusätzlich wird mit Niamh Goldhaar eine der wichtigsten elfischen NSC der DSA-Historie hinzugefügt, die schon seit der Phileasson-Saga immer wieder als Unterstützerin vieler Heldengruppen gewirkt hat. Sie stellt auch in insofern eine Besonderheit dar, da sie eine der wenigen Figuren aus der Traumrealität ist, die im gegenwärtigen Aventurien noch anzutreffen ist (was allerdings im Rahmen des Szenarios nicht geschieht).  

III. Kritik

Erstmal muss ich grundsätzlich den Umstand lobend erwähnen, dass Ulisses die ärgerliche und langwierige Verzögerung von Der Abgesang Ometheons ein wenig durch solches Ergänzungsmaterial aufgefangen hat (alle PDFs sind dabei auf Wunsch auch kostenlos downloadbar). Hier steckt eindeutig Zusatzarbeit drin (auch wenn diese Episode von der Seitenzahl her noch sehr überschaubar ist) und man hat somit auch einen Weg gefunden, Material zu veröffentlichen, dass offenbar in den Band nicht mehr hineingepasst hat.

Bei Zusatzmaterial zu bestehenden Abenteuern ist für mich immer das zentrale Kriterium, ob es tatsächlich gelingt, die Vorlage wirklich anzureichern (was ja z.B. im Rahmen der Heldenwerk-Archive regelmäßig geschieht und aus meiner Sicht mal mehr, mal weniger gelingt). Im vorliegenden Fall würde ich das eindeutig bejahen. Gerade den Reiseteil von Der Klang des Feyraasal habe ich als höchst mäßig wahrgenommen. Das gilt besonders für die Episode in Andion, die im eigentlichen Band wirklich fast eine reine Kulisse ist (es geht letztlich vor allem darum, einen kurzen Blick auf eine Karte zu erhaschen). Nun wird das Geschehen um einen relevanten Handlungsaspekt erweitert, der der Heldengruppe die Gelegenheit gibt, sich tatkräftiger in die Szenerie einzubringen, indem man ein Verbrechen verhindern und Niamhs Gunst gewinnen kann (die ja offenbar im Rahmen der Gesamtkampagne noch eine wichtige Rolle spielen wird). Dazu gibt es einen echten Antagonisten und die Möglichkeit sich mit Beobachtungsgabe und Kampfgeschick zu beweisen. Was den Titel angeht, ist allerdings der Begriff der „Verschwörung“ meiner Auffassung nach ein wenig zu hoch gegriffen. Letztlich handelt es sich ja um einen Einzelgegner, der ohne Verbündete agiert und dessen Plan auch nur eine begrenzte Raffinesse aufweist bzw. eben nicht allzu schwer zu durchkreuzen ist.  

Ein Kritikpunkt, den ich an Gesamtkampagne mehrfach angebracht habe, bleibt aber auch hier aus meiner Sicht bestehen: Weiterhin handelt es sich um ein Element der Traumrealität. In diesem Bereich kann es trotz allem fast nur um Erkenntnisgewinn gehen, da alle Handlungen im Endeffekt nicht real sind und somit keine spürbaren Auswirkungen haben (außer vielleicht im Rahmen einer persönlichen Befriedigung).

Gut gelingt die Anbindung an das Abenteuer, indem keine neuen Orts- und Personenbeschreibungen eingefügt werden müssen, sondern auf die Bestehenden Rückgriff genommen wird, z.B. auf die Karte von Andion. 

IV. Fazit

Die Verschwörung von Andion bereichert die Handlung in Andion um eine Handlungsebene, die weit spannender und abwechslungsreicher gestaltet ist als die Grundlage in Der Klang des Feyraasal, in der dort kaum relevante Herausforderungen warten. Dies geschieht nun, mit der Einschränkung, dass den Rahmen weiterhin eine Traumrealität beherrscht, was den Effekt der Aktionen der Heldengruppe deutlich reduziert. 

Bewertung: Auf eine konkrete Punktewertung möchte ich angesichts der Kürze des PDFs an dieser Stelle noch verzichten und eine gesammelte Bewertung für alle drei Zusatzmaterialen mit der letzten Rezension vornehmen. 

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