Ein erster Blick in Fasar-Brüchiger Frieden

Vorbemerkung: Diesmal geht es wirklich Schlag auf Schlag, kaum ist Die Sonnenküste bei den Unterstützern eingetroffen (und in den regulären Verkauf gegangen), ist das nächste große Paket von Ulisses versendet worden. Diesmal handelt es sich um die Produkte des Crowdfundings Fasar-Brüchiger Frieden. Ziel ist es, an den Erfolg von Die Schwarze Katze anzuknüpfen. In vielerlei Hinsicht ist es eine massive Erweiterung der Spielwelt des DSA-Ablegers. Nachdem dort der Schauplatz auf Havena begrenzt wurde, wird nun mit Fasar eine völlig andere Stadt mit einem eigenen Flair in den Mittelpunkt gestellt. Zudem lag in Havena der absolute Schwerpunkt auf den erwachten Katzen, während nun weitere Spezies hinzugefügt werden. Damals hat mich vor allem die hohe Spielbarkeit aller Einzelprodukte überzeugt, indem der Fokus darauf lag, überall Abenteueranreize in einer exemplarisch dichten Beschreibung anzubieten. Meine Hoffnung ist natürlich, dass dies in Fasar nun fortgesetzt wird. Dieser erste Artikel soll wie gewohnt einen ersten Überblick über die Einzelprodukte gewähren sowie ein paar grobe Eindrücke. Die einzelnen Rezensionen werden dann in den kommenden Wochen folgen.

Was ist drin im Paket?

Auch hier geht mein erster Griff natürlich zum Kernband Fasar-Brüchiger Frieden. Schon Cover und Titel des 192 Seiten starken Bandes verraten, dass hier noch deutlich mehr als in Havena auf Konflikte gesetzt werden soll, eben durch die Hinzunahme weiterer erwachter Wesen neben den Katzen. Dort findet sich die Grundvorstellung des Settings, dazu sind natürlich auch neue Erwachte mitsamt den Regelaspekten beinhaltet. Wie bei den DSA-Regionalspielhilfen gibt es ebenfalls ein Sonderkapitel mit besonderen Geheimnissen, das sich an Spielleiter*innen richtet. Da nicht nur die Stadt selbst thematisiert wird, ist zusätzlich mit Jenseits der Türme ein 65seitiger Band vorhanden, der das Umland Fasars näher beleuchtet. Interessant ist hier ebenfalls das Cover, da es sich um eine abgewandelte Variante des Covers der Aventuria-Box Borbarads Fluch handelt, womit auch klar ist, dass hier ein Abstecher in die Gorische Wüste vorgenommen wird. Das Bestiarum Fasar rundet als weitere Spielhilfe das Setting hinsichtlich der dort lebenden Wesen ab. Auf 64 Seiten sind hier zunächst in bewährter Tradition einzelne Kreaturen beinhaltet, denen man dort als Erwachter begegnen kann. Dem schließen sich dann noch einige Sonderthemenkomplexe an, z.B. eine Gruppe von Gargylen oder einige Erläuterungen zu den Geistern Fasars. Spuren im Sand als Heldenbrevier (160 Seiten) fällt die Aufgabe zu, Fasar aus einer Ingame-Perspektive erlebbar zu gestalten. Dementsprechend sind die Protagonisten Vertreter der vier erwachten Spezies, die man dort antreffen kann.

Natürlich sind auch hier Abenteuer ein Muss. Wie gewohnt wird bei DSK dabei vornehmlich auf Anthologien gesetzt. Hundstage beinhaltet auf 48 Seiten die drei Abenteuer Das Maunzen aus der Gruft, Das Ende der Jungtiere und Knochen für Gulsach. Gemeinsam ist diesen der Aspekt von Stadtabenteuern, womit es gilt, die Inhalte der Spielhilfe spielbar aufzubereiten. Zusätzlich durch das Crowdfunding entstanden ist zudem mit Fasarer Fetzen ein Abenteuer im Umfang eines Heldenwerks (18 Seiten).

In gleicher Weise wird aber auch an das Ursprungssetting von DSK angeknüpft, auch hierzu finden sich zwei zusätzliche Bände, die wieder nach Havena führen. Jenseits der Mauern setzt demzufolge das Umland der Hafenstadt in Szene. Auf 65 Seiten werden dabei unterschiedliche Zusatzregionen beschrieben, ebenfalls mit einem Sonderkapitel mit besonderen Geheimnissen. Die Anthologie Flötenspiel beinhaltet die drei Abenteuer Flötentöne, Der Wandernde Hut und Mantemante Timpete. Auf 48 Seiten erhält man hier drei Stadtabenteuer, die einen eher märchenhaften Kontext haben.

Das Meisterschirmset enthält neben Fasarer Fetzen Einleger für den Universalschirm, Heldenbögen für die neugeschaffenen Spezies, gedruckte Handouts zu den Abenteuern und ein Ausmalbuch. Das Crowdfunding-Pack fügt neben einigen Kleinigkeiten wie Postern und Aufklebern noch Heldenbögen der Archetypen aus dem Kernband hinzu.

Erste Auffälligkeiten

Anders als bei den letzten anderen Crowdfundings habe ich mich diesmal auf die reinen Printprodukte beschränkt, so dass das Paket vergleichsweise schmal ausfällt (zuerst dachte ich tatsächlich, dass es sich um eine andere Bestellung handelt). Das liegt vor allem daran, dass es sich abseits des Hauptbands und des Heldenbreviers um schmale Softcover-Bände handelt. In der Summe ergibt das allerdings jede Menge Lesestoff, vor allem in einer sehr breiten Fächerung.

Allein das Design schaut sehr gut aus, DSK ist auch diesmal wieder mit einem hellen Innenlayout versehen, dazu ist es vor allem die reichhaltige Bebilderung, die ins Auge fällt. Da die Spiellinie deutlich kleiner ist, gibt es auch viel weniger der sonstigen Wiederholungen von Illustrationen, sondern viele neue Bilder, in einem oft sehr bunten und verspielten Stil. Vier statt nur einer spielbaren Spezies erweitern zudem die Spielvarianten auf der Charakterebene sehr deutlich.

Formal orientiert sich die Produktpalette weiterhin an dem, was man von den DSA-Regionalspielhilfen gewohnt ist (mit einem Kernband, einem Abenteuerband und einem Heldenbrevier), mit der Ausnahme einer fehlenden Rüstkammer. Dafür gibt es wiederum ein Bestiarium sowie eine Spielhilfe zum Umland, was das Setting sicherlich sinnvoll erweitert. Was ich mir diesmal gewünscht hätte und was mir bei DSK somit weiterhin noch fehlt, ist ein ausführlicherer Abenteuerband, in dem eine großflächigere Handlung stattfinden kann. Umgekehrt ist es natürlich nicht so, dass neuer Abenteuerstoff fehlt, mit den beiden Anthologien und Fasarer Fetzen erhält man ja immerhin sieben Einzelabenteuer, zudem merkt man schon beim ersten Durchblättern, dass auch die Spielhilfen wieder eher exemplarisch gehalten sind und dass in der Beschreibung nicht so sehr in die Breite gegangen wird, demnach sind sehr viele konkrete Abenteueranregungen (z.B. ausführlicher beschriebene Schauplätze) vorhanden.

Positiv fällt zudem auf, dass mit Fasar zwar ein neuer Schauplatz eröffnet wird, aber das tolle Grundsetting von Havena nicht vergessen wird. Zwei Bände, mit denen man da weiterspielen kann, halte ich für eine gute Grundlage, um auch die dortigen Figuren und den Hintergrund zu nutzen.

Wie geht es weiter im Blog?

Auch hier wird in den nächsten Tagen eine Besprechung des Hauptbandes Fasar – Brüchiger Frieden erfolgen, da ja die meisten Erweiterungen des Crowdfundings darauf aufsockeln (nur die beiden Havena-Bände nicht). Ganz generell muss ich natürlich sagen, dass die Erwartungshaltung nach dem wirklich gelungenen Einstand von Die Schwarze Katze nicht gerade gering ist, ich hoffe auch hier auf viele gelungene Schauplätze, Figuren etc. und vor allem wieder eine sehr hohe direkte Spielbarkeit. Fasar erscheint zudem einen reizvollen Kontrast zu Havena zu bieten, handelt es sich doch um zwei sehr unterschiedliche Settings mit ganz verschiedenen Schwerpunkten.

Die Rezensionen werden sich sicherlich über eine ganze Weile erstrecken, auch weil derzeit hier im Blog die Sonnenküstenprodukte weiterhin ein Schwerpunktthema sein werden, zusätzlich ist auch das Classic-Crowdfunding in der vergangenen Woche ausgeliefert worden, weshalb ich zwischendurch noch ein wenig Rollenspiel-Archäologie betreiben werde. Somit gibt mir das die Möglichkeit, thematisch immer wieder ein wenig zu wechseln.   

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