Neues Crowdfunding – Was darf´s denn bitteschön sein?

Vorbemerkung: Im neuesten Redax-Talk wurden wie üblich aktuelle Publikationszwischenstände zusammengefasst, Reaktionen auf veröffentlichte Produkte besprochen – und eben diesmal ein neues Crowdfunding angekündigt. Begleitend dazu wird auf den Social-Media-Kanälen schon mit einem Banner geworben, in dem von einem „(noch namenlosen“) DSA5-Crowdfunding die Rede ist. Die Redakteur:innen wollten dabei über Inhalte explizit noch nicht reden, sprachen aber davon, dass sie auf die Spekulationen der Fanbasis hochgespannt sind. Nun, diese Einladung will ich natürlich nicht ausschlagen und deshalb gibt es im Folgenden ein paar Gedanken dazu von mir.

Braucht es solcher Ankündigungen?

Zunächst muss ich einräumen, dass ich im Prinzip für diese Art von Marketing null empfänglich bin. Leute, die online vor der Kamera sitzen und dann augenzwinkernd im verschwörerischen Tonfall große Dinge ankündigen – es mag Menschen geben, die da großen Spaß daran haben, ich gehöre aber so gar nicht dazu. In der Hinsicht bin ich eher Teil der ganz alten Schule: Ich brauche keine Verkäufer, die ständig alles hochjazzen müssen, sondern ich hätte es in Sachen Produktankündigungen gerne konservativ, indem man mir in schlichten Worten direkt erzählt, was da kommt, gerne natürlich auch etwas genauer, damit man sich direkt etwas darunter vorstellen kann. Aus meiner Sicht ist das beste Marketing nicht das, was spekulativ anheizend konstruiert wird, sondern eines, das auf seriöser Produktinformation basiert, natürlich von Leuten kommuniziert, denen man anmerkt, wie sehr sie für das brennen, was sie da herstellen (das will ich explizit der DSA-Redaktion nicht ansatzweise absprechen, es kommt für mich nur nicht rüber, wenn inhaltlich gar nichts gesagt wird). Allerdings bin ich mir auch der Tatsache bewusst, dass es in der Hinsicht genauso legitime Meinung gibt, die das im Gegenteil extrem unterhaltsam finden.

Braucht es ein weiteres Crowdfunding?

Auch hier kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein. Ich bin mittlerweile weg von dem Standpunkt, dass die ständigen Crowdfundings ein Problem seien. Ulisses hat mehrfach kommuniziert, dass dies schlichtweg eine erfolgsversprechendere Strategie sei, die weg von der alten Risikofinanzierung (dazu wurde diese Finanzierungsart ja ursprünglich erfunden) geht und andere Vorteile ergreift: bessere Möglichkeit der öffentlich wirksamen Werbung, größere Kalkulierbarkeit der Verkäufe und weniger unnötige Lagerposten, Konstruktion eines größeren Produktionsportfolios etc. Diese Vorteile kann ich für mich völlig anerkennen und kann deshalb auch damit leben. Auch weil Ulisses bisher immer geliefert hat.

Nur zuletzt leider sehr oft nicht pünktlich und die Verzögerungen nehmen gefühlt zu, wie die Rückmeldungen der aktuellen Crowdfundings mit DSA-Anteilen (z.B. Fasar- Brüchiger Frieden, Aventuria – Mythen und Legenden und Die Sonnenküste) besagen, die zum Teil mit deutlichen Verzögerungen zu kämpfen haben. Unter der Prämisse kommt bei mir durchaus der Gedanke auf, dass hier vielleicht Entschleunigung ein guter Gedanke wäre und erstmal Produktionsstau abgebaut werden könnte, bevor etwas Neues an den Start geht. Ein Nachteil von Crowdfundings mag in dieser Hinsicht die Erwartungshaltung sein, die mit einer Vorfinanzierung einhergeht. Das bemerkte ich an mir selber, dass ich bei Produkten, die ich bereits bezahlt habe, einen höheren Anspruch an Zuverlässigkeit in Sachen Pünktlichkeit habe und auch an die Informationspolitik im Umgang mit neuen Verzögerungen. Trotzdem habe ich unterm Strich null Zweifel, dass ich all meine Sachen über kurz oder lang erhalten werde, so dass ich auch aus der Warte heraus ein gut gemachtes Produkt auch wieder als Crowdfunding akzeptieren kann.

Was soll es denn werden?

Allerdings sehe ich in Spekulationen wenig Sinn. In ein paar Wochen wird es ohnehin eine klare Ankündigung geben, dann sind wir alle klüger. Trotzdem will ich es mir an dieser Stelle natürlich nicht verkneifen, ein paar Wünsche loszuwerden, was aus meiner Sicht denn sinnvolle Ideen wären. Und tatsächlich würde ich hier durchaus gerne sehen, wenn man den oben angesprochen Aspekt der Finanzierung etwas unsicherer Produkte wieder aufgreifen würde. Wohlgemeint spreche ich hier nicht von echter Risikofinanzierung, denn seien wir ehrlich, solange ein Produkt das Label DSA im Titel trägt, wird es schon genug Unterstützer:innen finden. Vielmehr ginge es hierbei um das Austesten langfristiger Perspektiven für bestimmte Produkte, so etwas lässt sich ja schon daran ablesen, ob etwas eine Summe von 40.000 Euro oder 250.000 Euro generieren kann. Deshalb würden meine ersten beiden Vorschläge genau in diese Richtung gehen:

1. Myranor 5

Seit Ulisses alle Lizenzen wieder unter dem eigenen Dach betreibt, gibt es ja die Erwartung, dass es auf den anderen Kontinenten weitergeht, was sowohl für das traditionsreiche Myranor gilt wie auch für Uthuria und Tharun. Dabei steht sicher auch die Frage offen, ob Myranor nur eine noch kleinere Nische interhalb der Nische DSA ist, oder ob sich genügend Leute finden, als dass eine Weiterführung sich wirtschaftlich darstellen lässt. Für genau solche Ideen ist Crowdfunding aus meiner Sicht erfunden worden und von daher hoffe ich über kurz oder lang, dass dieser Weg endlich beschritten wird.

2. Abenteuer-Crowdfunding

Problematisch ist sicherlich der Umstand, dass Abenteuer sich schlechter verkaufen als Regelwerke oder Spielhilfen. Das liegt irgendwo auf der Hand, da Regelwerke möglicherweise von allen Mitgliedern einer Spielgruppe benötigt werden, Abenteuer aber meist nur einmal pro Gruppe gekauft werden. Sicher ist ein Dilemma, aber es wäre aus meiner Sicht falsch gedacht, an diesem Ende dann sparen zu wollen, immerhin sind Abenteuer die Tragesäulen von Metaplot und lebendiger Geschichte, dem Alleinstellungsmerkmal von DSA. Die Tendenz der letzten Jahre ist aber, dass klassische Einzelabenteuer verschwinden und stattdessen auf aufeinander folgende Serien von Kampagnen gesetzt wird, dazu Einzelabenteuer vor allem im Rahmen der Regionalspielflöten erscheinen, zusätzlich gibt es noch die Heldenwerke und einige Einsteigerprodukte.

Auch hier fände ich die Probe auf das Exempel spannend: Wie erfolgreich wäre denn ein Crowdfunding, in dessen Kern Abenteuer liegen, also 3-4 Bände, die von Einzelautoren oder Teams geschrieben werden (vielleicht auch zu einer Kampagne verbindbar)? Je nach gewählter Thematik bin ich mir fast sicher, dass sich hier viele Leute finden würden, die sehr interessiert wären. Ein spannendes Oberthema, ein stimmiges Konzept, das wäre aus meiner Sicht etwas, vor dem sich die Fanbasis garantiert nicht verwehren würde.

3. Sternenfall/Metaplot-Spielhilfe

Dieses letzte Produkt wäre sicher weniger risikobehaftet. Ein Kritikpunkt der vergangenen Jahr ist ja auch, dass der Metaplot schwerer greifbar ist als in der Vergangenheit, oft wird auch ein Fehlen epischer Höhepunkte moniert. Abhilfe schaffen könnte hier eine Spielhilfe, die im Rahmen von Meisterinformationen den angestrebten Gang der Ereignisse für die kommenden Jahre besser skizzieren würde, natürlich garniert mit weiteren Produkten wie eben auch entsprechenden Abenteuern.

Aus Autor:innenensicht mag das sicher den Nachteil haben, dass man damit gewisse Festlegungen vornimmt und eventuell auch Freiheiten nimmt, aber auch in diesem Punkt sehe ich mehr Chancen als Risiken, indem man klarer offenlegt, welche Pläne für Aventurien herrschen, das würde auch den hin und wieder geäußerten Vorwurf der Visionslosigkeit entschärfen (an die ich persönlich aber eigentlich eh nicht glaube). Die Menschen, die DSA spielen, wollen aber immer gerne mitgenommen werden in der Frage, was in „ihrer“ Welt passiert und auch hier würde ich dann für etwas weniger Geheimniskrämerei plädieren. Erfolgreich ist man aus meiner Sicht mit einer guten und klaren Agenda allemal, was ich umgekehrt für ständige nebulöse Andeutungen und psdeudo-spektakuläre Marketing-Ankündigungen sehr wohl in Zweifel ziehe.

Fazit

Ich bin natürlich sehr gespannt, was denn im Endeffekt das nächste Großvorhaben ist. Natürlich mache ich mir keine Illusionen, es wird keines der drei oben genannten Projekte sein, so sehr mich das auch freuen würde. Auf jeden Fall hoffe ich darauf, dass es etwas Lohnenswertes ist, was den Produktkern voranbringt und nicht wieder unnötig Kapazitäten bindet, wie ich es bei einigen der Crowdfundings der jüngeren Vergangenheit leider das Gefühl hatte.                

19 Kommentare

  1. Kann mich deinem Artikel vollinhaltlich nur anschließen, Engor!

    Auch insbesondere für die Wünsche für das nächste Crowdfunding!!

    Bei mir wäre die Reihung etwas anders, da ich nie in Myranor gespielt habe, dennoch würde ich auch das unterstützen. An erster Stelle wären bei mir also die Abenteuer! (Crowdfunding für mehrere kleine oder große Abenteuer, die müssten gar nicht inhaltlich zusammenhängen, könnte gerne so eine Art „Heldenwerk Extended“ sein – also 32-64 Seiten statt nur 16) und dann natürlich der Sternenfall…

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  2. Ich möchte schon mal ankündigen das demnächst hier sicherlich noch häufiger über mysteriöse CF berichtet wird, verdächtigte Wünsche gewünscht werden und es bleibt auf jeden Fall spannend! Also, guckt uaf jedne Fall jede Woche mindestens einmal hier rein. Vielleicht gibt es auch was zu gewinnen.
    Zum Beispiel Erkenntnisse wie oben beschrieben?
    Danke, Engor!

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  3. Danke. Leider kenne ich auch niemanden den das Ankündigen von Ankündigungen anspricht.

    ad 1. Der Vorteil ist für mich vorerst, dass ich noch viele frühere Inhalte bespielen kann, ohne dass sie mit neueren um meine Zeit konkurrieren.
    ad 2. Heldenwerke sind grundsätzlich ein nettes Format, qualitativ variiert das natürlich. Ein paar wenige Einzelabenteuer pro Jahr wären gut, darunter auch mal eines für hohe Erfahrungsgrade (1400-1700 AP), denn dafür gibt es ab Werk noch zuwenig.
    ad 3. Beim überregionalen Metaplot würde ich mir ein bisschen(!) mehr wünschen. Kein hauruckmässiges Jetzt-aber-richtig, sondern eine Entwicklung, die auch mit den verfügbaren redaktionellen Kapazitäten über längere Zeit vereinbar ist. Das greift direkt in Punkt 2, da ich hierbei neben den begleitenden Publikationen wie dem Boten Gruppenabenteuer im Vordergrund sehe.

    Über die Themen kommender Crowdfundings spekuliere ich wild, dass etwas für Zipfelmützenträger dabei sein wird. Da wir gerade beim DSA-Wunschkonzert sind: ein bis zwei Regionalspielhilfen pro Jahr für DSA5 reichen mir. Vorzugsweise nun bald das nördliche Horasreich um das dortige Setting abzurunden.

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  4. – Wie wäre es mit der zweiten Hälfte des Lieblichen Feldes (Die Sonnenküste ist Teil 1) inkl Almada, da bin ich einer Meinung mit Nottel. Ich will endlich mal Mantel-und-Degen-Abenteuer. Wird aber nicht kommen.
    – Wenn Myranor, dann bitte in der Regelwerk-Version 5.5, wie damals, als man schon mal mit Myranor DSA 4 getestet hat. Nein, ich bin kein Fan vom DSA 5 Regelwerk, auch wenn es vieles besser macht als DSA 4.
    – Eine Elfen ud Zwerge Box wie damals? Wäre notwendig, nach dem soviel seit damals passiert ist.
    – Ein großangelegte Kampagne mit Quellenbücher zum Sternenfall, wie von Engor vorgeschlagen, würde mich weit mehr interessieren als noch eine Regionalbeschreibung.
    – Vielleicht wird es ja ein Riesland-Rakshazar Crowdfunding, denn es gibt wohl eine Bresche durch das Eherne Schwert nach Osten.

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  5. Keiner braucht leere Ankündigungen. Leider hat’s Ulisses falsch verstanden.

    Und was Crowdfundings betrifft: Es zerstört die Händler, also genau die Basis an der neue Spieler gefunden werden. Ulisses wird dadurch kurz- bis mittelfristig reicher, aber langfristig gedacht ist es nicht.

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    1. Diese Annahme ist aber ja scheinbar eine Fehlannahme, da sich die CF-Artikel nach dem CF noch besser verkaufen als „normale“. Somit auch im Rollenspielladen. Und die Rollenspielläden leben auch nicht alleine von DSA. Inzwischen bspw. immer stärker auch von D&D.

      @Engor: Die genannte Sonnenküste könnte allerdings nach aktuellem Stand sogar „zu früh“ kommen 🙂
      Bei Aventuria ist es halt leider explizit der Materialmangel. Sonst wären die Boxen längst bei uns 😦

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      1. Mit dem „zu früh“ ist das für mich eher ein Kokettieren. Ehrlich gesagt habe ich nach einigen Crowdfundings mit erheblichen Verspätungen schlicht die Erwartung, dass da schon im Vorfeld so gearbeitet wird, dass zwischen Crowdfunding und Veröffentlichung kein allzu großer Zeitraum liegt. Gerade bei der Sonnenküste wurde das ja auch so kommuniziert und deshalb halte ich das weniger für bemerkenswert.
        Und bei Aventuria ärgere ich mich umgekehrt doch sehr, dass da jetzt so eine massive Verzögerung passiert. Bei so einer Vorfinanzierung wäre da tatsächlich meine Erwartung gewesen, dass auch das Teil der Vorbereitung ist, dass man sich garantieren lässt, dass Produktionsmaterialien zeitnah zur Verfügung stehen.

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      2. Es ging mir auch eher darum, dass du das CF im Zusammenhang mit den Verspätungen genannt hattest – was es (klopfen auf Holz) wohl nicht wird 😉

        Zu Aventuria: Da betont Markus ja immer wieder, dass Ulisses so klein ist, dass sie quasi gar nichts vorgeben oder sich garantieren lassen können. Die müssen halt nehmen, was übrig bleibt. Gerade im Kartenspiele-Bereich, wo sie ja Nischen-Nische sind.

        Der Inhalt war jedenfalls pünktlich fertig, das kann ich hier sagen, denke ich. Es hakt also wirklich nur daran, dass die blöden Rohstoffe aus sind (bzw. die wenigen Reste sich vermutlich die großen Player mit dicker Börse bzw. entsprechend großen Abnahmezahlen und Auftragsaussichten gesichert haben).

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    2. Die Annahme, dass das für Händler nicht gut ist, liegt irgendwie nahe. Allerdings ist das so ein Punkt, zu dem ich echt nur spekulieren kann. Umgekehrt habe ich den Eindruck, dass man DSA ja nur noch in vergleichsweise wenigen Läden findet, fraglich ob das für Händler noch ein relevanter Faktor ist. An der Stelle würde ich mutmaßen, dass Ulisses da selbst am besten einschätzen kann, ob das eine strategisch kluge Entscheidung ist.

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    3. „Ulisses wird dadurch kurz- bis mittelfristig reicher, aber langfristig gedacht ist es nicht.“

      In meinen Augen ist es übrigens eine Fehlannahme, den Kontext als „Ulisses gegen den Rest der Welt“ zu sehen. In meinen Augen ist es (überspitzt gesagt) „Markus Plötz gegen den Rest der Welt“ (und damit auch in einem Spannungsfeld zu den eigenen Angestellten – die sich stets als überarbeitet darstellen und es vermutlich auch sind).

      Meine Sicht ist einerseits durch meine eigene Arbeitserfahrung in kleinen, jungen Firmen geprägt, die mit anderen kleinen, jungen Firmen konkurrieren – und welchen Menschen man da so begegnet, welche Ziele, Träume und Lebensentwürfe sie haben. Zweite Säule meiner Ansicht ist folgende Selbstdarstellung/-vorstellung von Markus Plötz (im englischen „Schwarzer Keiler“-Kickstarter): „Since 2000 he is owner and CEO of Ulisses Spiele and is working to shape his company into the world’s biggest fantasy publisher. “

      Ob das mit dem „world’s biggest“ jetzt ganz ernst gemeint ist, sei dahingestellt. Aber Plötz geht in meinen Augen seiner Karriere mit einer großen Zielstrebigkeit ebenso wie mit hohem persönlichen Einsatz nach, gekoppelt mit der nötigen Fachkenntnis. Vom Auszubildenden bei Ulisses erarbeitete er sich über ein Marketingstudium den Aufkauf der Vertriebsfirma, welche er um Verlagsarbeit erweiterte (erwerb der DSA Lizenzen, später Kauf der Komplettrechte), und dann den Vertrieb als Ballast abgab (bye bye Lagerangestellte…). Nach meinem Verständnis ist aktuell der Ausbau von Ulisses North America der nächste große Schritt.

      Letztendlich braucht man zum Ausbau Geld für Investitionen. Gewinne erzielt man, indem man das vorhandene Geld einsetzt, Produkte herstellt und durch den Verkauf binnen einer gewissen Frist mehr Geld hat. Nach meinem Verständnis helfen Crowdfundings dabei, früher „Geld vorhanden“ zu haben und die beschrieben Kette schneller zu durchlaufen.

      Vielleicht etwas verschroben, das ganze Gedankengebäude – aber seit ich es habe, hat mich selten eine (wirtschaftliche) Entscheidung bei Ulisses überrascht.

      Grüße,

      Bernd

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      1. Um das beantworten zu können, fehlt mir schlicht der Einblick. Ich finde es schwierig, eine Firma aus der Distanz bewerten zu können. Ich kann tatsächlich nur sagen, dass ich in den wenigen persönlichen Gesprächen mit Markus Plötz und seinen Mitarbeiter:innen einen guten Eindruck bekommen habe, auch war mein Gefühl, dass durchaus Wert auf die Meinung von außen gelegt wird (auch wenn die mitunter kritisch ist). Das heißt aber freilich noch längst nicht, dass diese Kritik auch umgesetzt wird. An der Stelle wird immer wieder darauf verwiesen, dass der Fanblick und der Blick aus der Geschäftsperspektive zwei paar Schuhe sind. Kann ich bis zu einem gewissen Punkt verstehen, gerade bei DSA hat es für mich dabei in den letzten Jahren aber auch ein paar Grenzüberschreitungen gegeben.

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      2. Eine sehr erhellende und einleuchtende Analyse!

        Ich finde das von „Herrn P.“ auch gar nicht verwerflich. Er agiert schlicht klug innerhalb seiner Möglichkeiten.

        Die Rechnung würde sich erst dann ändern, wenn die Produkte nicht mehr blind gekauft würden.

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  6. Das mit den Ankündigungen von Ankündigungen ist so eine Sache. Denn je größer der Hype, desto mehr Leute kriegen dann auch wirklich mit, worum es gehen wird und werden auf ein CF aufmerksam. Auch aufregen nützt bekanntlich nicht, da es in gewissen Gebieten einfach keine „schlechte“ Publicity. Man merkt hier ein weiteres Mal, dass Herr P. halt Kaufmann und Marketingfachmann ist, kein „Autor“.

    Was das Thema eines CF angeht – Dank einer schlaflosen Nacht habe ich dazu einige Ideen. Es muss sich um ein Projekt handeln, dass viele Bonusziele ermöglicht, im Idealfall eine Flöte (Hauptbuch, Ausrüstungsband, Bodenpläne + Plastikplättchen, Soundtrack, Abenteueranthologie, als Karten aufgearbeitet werden kann, viele Abbildungen zum wiederverwerten in anderen Publikationen).

    Sinnvoll wäre tatsächlich etwas zu den Ränken des Namenlosen – da könnte man ja auch einen aventurienweiten Blick geben (und die Liturgien gleich nochmal bringen…). Wie gesagt, nach einigem Nachdenken sind mir die in DSA5 noch nicht ausgewalzten Themen „Seefahrt“ (inkl „Aventurische See-Kreaturen I“…) und „Hausbau“ (Beispielgebäuden, Dorf-Auswürfeln, Magierturm bauen, „Wie verwalte ich meine eigene, kleine Baronie“) ins Auge gesprungen, die sich nach den neuen Ansprüchen mit gewaltigen Seitenzahlen auswälzen lassen. Und „im Kern“ viele Spiele ja auch interessieren. DSA5 macht das ja häufig, das frühere Inhalte einzelner Bücher oder Kapitel in inhaltlich explodierter Form aufgelegt werden.

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  7. Meine Glaskugel deutet an, dass da was ganz Großes kommen wird! Etwas von der Kategorie: Fokusregeln Stufe 4 für das aktive Parieren mit zweihändigen Waffen! Und in Teil 2 des Regelbandes werden endlich die dringend benötigten Regeln für den Stuhlgang in verschiedenen Umgebungen thematisiert: im Klohäusschen, in der feinen Herberge, im Freien.

    Dazu das, was alle wollen: passende Blips! 🙂

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    1. Sei mir nicht böse, aber ich glaube bei aller Kritik, dass Zynismus nicht die richtige Angehensweise ist. Ich bin längst nicht mit allem einverstanden, was im Bereich DSA publiziert wird. Trotzdem besagen meine persönlichen Erfahrungen aus Gesprächen und Meinungsaustauschen mit den Ulisses-Leute, dass ihnen an DSA viel liegt und dass da gerade bei den Redakteuren auch viel Fachwissen vorhanden ist (gerade Niko Hoch steckt mich das locker in die Tasche). Ich halte es für wichtig, immer auch Feedback zu geben, womit man einverstanden ist und womit nicht, aber ich glaube, wenn man das an der konkreten Sache und mit Argumenten macht, kommt man auf lange Sicht da weiter.

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      1. Na, mit Herrn P. muss man nun nicht so zimperlich sein. Ich erinnere nur an die jüngste Golddruck-Affäre, wo direkt erstmal den Kunden implizit unterstellt wurde, sie hätten selbst am Druck gerubbelt, um ihn abzubekommen … Im Austeilen groß, im Einstecken eher so lala. Hat aber immerhin einen höheren Unterhaltungswert als so manche Ulisses-Publikation. Insofern: Greif weiter nach den Sternen, Markus! Toi, toi, toi!

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  8. Mein Gefühl hat sich inzwischen verfestigt: diese Art der geheimnisvollen Ankündigung der mysteriösen Ankündigung ist verkaufstaktisch nicht mehr an Männer, Frauen und :innen gerichtet, sondern an Kinder und Jugendliche. Im Grunde sind wir die dummen, die aufgrund ihrer eigenen Sozialgeschichte nicht mehr begreifen, warum das alles so cool ist was die machen. Und das ist nicht zynisch gemeint. Als Kind er Achtziger habe ich wirklich das Gefühl dass man zwar noch mein Geld als Sammler möchte, mich aber nicht mehr emotional dsa-mäßig abholen will. 🤷‍♂️

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  9. Ei verbibbsch. Was zum Sternenfall wäre fein – mit vielen fiesen Meisterpersonen. Da könnte das das 1. Crowdfunding werden, in welches ich finanzieren würde. Was ich mir als Marketing-Selbstläufer vorstellen könnte: Klassiker-Abenteuer neu aufgemacht im aktuellen Regelwerk mit fetten Illustrationen – für alle älteren unter uns, die DSA von Anfang an begleitet haben.

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