Essen 2017 – ein Messebericht (mit DSA-Schwerpunkt)

Ich habe mir schon öfter sagen lassen, dass ein Besuch der Spielemesse in Essen ein echtes Erlebnis sein soll, bislang hat es nur nie gepasst. Dieses Jahr aber erhielt ich von meinem Terminplan ein zustimmendes Nicken, was ich dann auch mit einem dreitägigen Besuch (Freitag bis Sonntag) weidlich ausgenutzt habe.

Einerseits bin ich großer Brettspielfan und habe die Zeit ausgiebig zum Antesten von allen möglichen Spielen genutzt, die dann entweder gekauft (z.B. alle greifbaren Escape- Spiele) oder auf meine persönliche Wunschliste gesetzt wurden. Andererseits liegt mein Schwerpunkt natürlich auf DSA und somit wurde der Freitag auch dazu genutzt, einen längeren Besuch am Ulisses-Stand abzuhalten.

Neuheiten

Allerdings begann der Tag mit einer ersten kleinen Enttäuschung: „Alrik, der Basiliskenschreck“, das neue illustrierte Märchenbuch, war leider schon vergriffen, da offenbar nur eine kleine Menge an Exemplaren mitgebracht wurde. Dafür konnte ich die beiden anderen Print-Neuheiten erwerben: „Rabenerbe“, den ersten Teil des Al´Anfa-Romanduetts von Heike Wolf und „Verräter und Geächtete“, eine Anthologie mit drei Abenteuern. Zu beiden Bänden wird sich hier im Blog in den nächsten Wochen wie üblich eine Rezension einfinden. Zudem gab es eine Aventuria-Erweiterung, das „Arsenal der Helden“, das den Spielern eigenen Deckbau ermöglichen soll (auf dessen Kauf ich aber verzichtet habe).

Neuigkeiten

Viel spannender allerdings ist natürlich die Frage, was da in Zukunft noch alles kommen soll. Und habe ich es mir, auch in meiner „offiziellen Funktion“ als Messeberichterstatter für DSAnews.de, nicht nehmen lassen, mit dem einen oder anderen Ulisses-Mitarbeiter ein paar Worte zu wechseln.

Zum einen war da Philipp Neitzel, der bei Ulisses unter anderem für die Botenredaktion zuständig ist. Er zeigte sich sehr zufrieden mit dem aktuellen Stand, der Bote in Ergänzung mit dem Heldenwerk wird offenbar von den Lesern angenommen. Gut sei auch die Möglichkeit, hier neben etablierten Schreibern auch neuen Gesichtern eine Bewährungschance zu geben. Exemplarisch nannte er hierfür Bernd Ochs, der das jüngste Heldenwerk „Der Dunkle Mhanadi“ verfasst hat und deswegen vor einiger Zeit auf den Verlag herangetreten ist, was nun in eine Veröffentlichung mündete (meiner Meinung nach mit einem sehr gelungenen Ergebnis). Nach der Adelsmarschallswahl freut Philipp sich für die kommenden Ausgaben auf weitere Einbindung der Leser in Entscheidungsprozesse für den Metaplot in Form der angekündigten Heldenwerke, in denen die Spieler ihre Ergebnisse rückmelden können, wobei die mehrheitlichen Ergebnisse offiziell werden.

Auch mit Niko Hoch, seines Zeichens DSA-Chefredakteur, konnte ich ein wenig plaudern, wobei mich natürlich besonders zukünftige Produkte interessiert haben. So beschrieb er mir unter anderem die Genese des bald kommenden Havena-Bandes, der ursprünglich als kleine Erweiterung geplant war, mit der Zeit aber an Seitenstärke immer mehr dazugewonnen hat. Am Ende wird nun quasi eine vollwertige Regionalspielhilfe von Anton Weste stehen, nebst den üblichen flankierenden Produkten wie einem Abenteuerband (Autoren: Anton Weste und Dominic Hladek), einem Heldenbrevier (Autorin: Carolina Möbis), einem Soundtrack und einer Rüstkammer. Ohnehin will der Verlag die Schlagzahl bei den Regionalspielhilfen etwas erhöhen. Dabei schwärmte Niko vor allem von der kommenden Spielhilfe zu den Flusslanden, unter anderem von den Landschaftsillustrationen von Axel Sauerwald.

Zusätzlich hat mich selbstverständlich auch die Frage nach der Zukunft von Myranor und Tharun bewegt. Bei Myranor scheint sich Ulisses laut Niko Hoch noch in einer Planungsphase zu befinden. Das vorhandene Material vom Uhrwerk-Verlag für die DSA5-Umsetzung wird gesichtet, soll aber mit eigenen Ideen von Ulisses kombiniert werden. Ein paar Sorgenfalten haben mir die Auskünfte zu Tharun bereitet: Hier scheinen bisher noch keine konkreten Planungen zu bestehen, ob und in welcher Form man die Geschichte der Hohlwelt fortschreiben will. Philipp Neitzel nannte in diesem Zusammenhang als eine Problematik das sich stark von den anderen Kontinenten unterscheidende Setting. In diesem Punkt hoffe ich inständig, dass Tharun eine Chance erhält, sein Potential weiter zu entfalten und eben keinen „zweiten Tod“ erleiden muss. Deutlich positiver fiel zuletzt die Auskunft zu Uthuria aus, hier soll an dem Südkontinent weitergearbeitet werden.

Sonstiges

Sonst hat sich im Feld DSA eher weniger ergeben: Ich bin noch zu einem kurzen Aventuria-Duell gegen Thomas Michalski gekommen, der die ganzen Tage für Simulationen des Duellmodus zur Verfügung stand und dabei im wahrsten Sinne einen „verlockenden Köder“ auswerfen konnte, nämlich in Form einer gleichnamigen Promokarte. Zudem standen noch einige Restexemplare der roten Ausgabe des Heldenwerk-Archivs zu Verkauf, wobei ich dann nach kurzem Zögern doch zugeschlagen habe, primär aus Neugier über das enthaltene Zusatzmaterial. Generell möchte ich mich bei den Ulisses-Mitarbeitern bedanken, alle waren ausgesprochen freundlich und haben sich viel Zeit für Leute wie mich genommen, die sie angesprochen haben.

Kleines persönliches Highlight: Zwischendurch ergab sich die Gelegenheit zu jeweils einem kurzen Treffen mit Kai von 4heldenund1schelm und Nick-Nack, um ein wenig über die Messe, DSA und die kritische Begleitung von DSA zu fachsimpeln.

Auch sonst kann ich nach meiner ersten SPIEL ein rundum positives Fazit ziehen: Auch wenn es wahnsinnig voll ist und man es oft nicht schafft, seine Wunschspiele anzutesten, ist es doch sehr lohnend, sich vieles anschauen zu können und den einen oder anderem Impuls zu bekommen, sich mit Spielen zu beschäftigen, die einem sonst nicht in den Sinn gekommen wären.

 

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Meine DSA-Ausbeute von der SPIEL 2017

 

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