Gratisfutter in Luxusausgabe

15 Jahre Myranor! Eine sehr lange Zeit, vor allem wenn man die zaghaften Anfänge berücksichtigt, die mir z.B. damals doch etwas zu exotisch waren. Heute allerdings hat sich das Setting ein sehr respektables und durchdachtes Erscheinungsbild verschafft, was sicherlich auch ein großes Verdienst des Uhrwerk Verlags ist, der zwar jeweils nur wenige Publikationen pro Jahr herausbringen kann, die dann aber im Regelfall eine guten qualitativen Anspruch erfüllen. Vor allem hat man bei den Verlautbarungen der Verantwortlichen immer das Gefühl, dass diesen viel an dem liegt, was sie veröffentlichen. Ein solches Zeichen ist auch die Mammutausgabe des Uhrwerk!- Magazins, das anlässlich des Jubiläums mit einer Myranor-exklusiven Version daherkommt. Unfassbare 127 (!!) Seiten kostenlosen Zusatzmaterial sind eine ordentliche Hausnummer, was meiner Meinung nach auch etwas gewürdigt werden sollte, weshalb ich im Folgenden nur allzu gern Werbung betreiben möchte.

Insgesamt handelt es sich um einen bunten Strauß an unterschiedlichen Formaten, von der Kurzgeschichte über Spielhilfen bis zu Abenteuerszenarien, dazwischen gibt es auf fast 50 Seiten einen umfassenden Anhang zu „Myranische Magie“ mit vielen Errata und Erweiterungen.

Die Kurzgeschichte „Brajanstag“ von Sabine Eimke handelt von dem Eleven Chrysophyrias, der eines Morgens aufwacht und sich nicht erklären kann, wieso seine Umwelt plötzlich verängstigt oder angewidert auf ihn reagiert. Sogar das einfache Volk verweigert ihm, dem Optimaten, größtenteils den Gehorsam. Schnell erkennt er, dass sich dringend von diesem Fluch lösen muss, der sein ganzes Leben aus den Fugen geraten lässt.

„Intrigenspiel“ ist ein Abenteuerszenario von Dennis Rüter, das an sein Abenteuer „Verschwunden in Sidor Damenios“ aus der Anthologie „Gefährliche Gassen“ anschließt. Bei der Amtseinführung eines Optimaten gibt es einen ungewöhnlichen Mordfall, handelt es sich bei dem Getöteten doch um einen Opferstier, der allerdings zu früh das Zeitliche segnen musste. Bei ihren Ermittlungen stellen die Helden schnell fest, dass es ein Giftmord war. Das wiederum führt sie in höchst unterschiedliche Milieus, von den höchsten Honoratioren der Stadt bis hin zu diversen Unterweltgestalten.

Die Spielhilfe „Silva glaciei – Der Wald aus Eis“ von Stefan Urabl und Jochen Willmann stellt dieses besondere Naturphänomen in den Vordergrund. Scheint der vereiste Wald doch zunächst wie ein wild-romantisches Kunstwerk, entdeckt man beim tieferen Vordringen, dass er vor allem Tod und Verderben beinhaltet. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem Permafrost ein dämonisches Artefakt aus vergangenen Zeiten, das unter einer Schutzschicht aus Schnee und Eis vergraben wurde. Neben der Hintergrundgeschichte werden einige Bewohner des Waldes und die dazugehörigen Mysterien vorgestellt.

„Nekyaton“ von Marco-Pascal Heß stellt einen weiteren besonderen Ort vor. Hierbei handelt es sich um ein Gefängnis für all jene, deren Macht zu groß ist, um ihnen Zugang zum „gewöhnlichen“ Totenreich zu gewähren, entstanden am Ort eines großen Frevels. Kontrolliert wird das Gefängnis von Nereton-Priestern aus dem Haus Onachos. Ein kurzes Augenmerk wird zudem auf die Abenteuermöglichkeiten für wagemutige Heldengruppen gelegt.

Unter dem Begriff „Rundenhelden“ werden einige Beispielhelden aus den Myrianiars-Runden vorgestellt, wobei neben den Werten auch jeweils umfangreiche Angaben zum persönlichen Hintergrund vorhanden sind.

Unter dem Titel “ Corabenius – Tor zwischen den Bergen“ gibt Christoph Daether einen Ausblick auf Kommendes. Eine Art Werkstattbericht erlaubt durch Textauszüge einen kleinen Einblick in die geplante Spielhilfe zu Sidor Corabis. Die Blütezeiten der ehemaligen Co-Centropole sind zwar längst vergangen, trotzdem bieten Stadt und Umgebung jede Menge Potential für kommende Abenteuer.

Der Materialreigen wird abgeschlossen durch das kurze Abenteuerszenario „Die Priesterin von Cranarenius“. Das kleine Dorf Menwa leidet unter dem rätselhaften Verschwinden einiger Bewohner. Wenn die Helden sich der Sache annehmen, stellen sie schnell fest, dass dahinter ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit des Ortes steckt.

Fazit: Fast 130 Seiten Gratismaterial sind extrem viel, was Myranor-Spieler an zusätzlichem Service geboten bekommen. Die Spielanregungen sind durchweg schön (wenn sie auch im Regelfall noch ausgestaltet werden müssen), wobei mein Favorit der Eiswald ist. Großartig, wie intensiv der Uhrwerk Verlag Markenpflege betreibt und dabei auch den Spielern eine Publikations-Plattform bietet, bei der das Material gut aufgearbeitet wird.
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