Von Trashfilmen und Kettenhemdträgerinnen -Blogstöckchen aufgenommen

Eigentlich bin ich überhaupt kein Freund von kettenbriefartigen Aufforderungen und in der Tat scheine ich bisher immer darum herumgekommen zu sein. Jetzt aber bin ich von meinen freundlichen Netznachbarn von Asboran „bedrängt“ worden und soll ein sogenanntes Blogstöckchen aufnehmen, sprich Rede und Antwort stehen. Weil die Fragen tatsächlich interessant sind, gibt es also nun die große, absolut einmalige Ausnahme.

1. Schon mal den Turnbeutel vergessen?

Nö, wenn der Sport mal nicht so reizvoll erschien, habe ich mich im Regelfall lieber gleich ganz selbst vergessen. Außerdem haben wir meistens Basketball oder Badminton gespielt, da hätte ich mich im Zweifelsfall eher selbst bestraft.

2. Welche Nerd-Blogs liest Du regelmäßig? Falls keine: Gibt es sonst irgendwelche Blogs, denen Du folgst?

Im Prinzip schaue ich mir vor allem die Sachen mit DSA-Bezug an. Also natürlich Nandurion (stuft man das eigentlich noch als Blog ein oder ist das schon eine „echte“ Newsseite?), Arkanil (der sich zwischenzeitlich leider sehr rar gemacht hat/machen musste), aber auch die Seifenkiste von Moritz Mehlen, auch weil dort immer wieder kleine nette Spiele getestet werden. Und seit Gründung gehört auch Asboran dazu. Und natürlich ist für mich immer auch der Blick rüber zu Neue Abenteuer interessant, weil dort ebenfalls zeitnah DSA-Kram gesichtet wird.

Und garantiert habe ich jetzt eine Menge Blogs vergessen, die man unbedingt erwähnen sollte, darum entschuldige ich mich direkt schon mal bei allen, die ich hier unbedingt hätte nennen sollen.

3. Welches Rollenspielbuch bzw. Fantasybuch hat Dich am meisten geprägt?

Ganz klar die DSA3-Box (Abenteuer-Basis-Box), nach der Lektüre des Hintergrundmaterials und einem Spaziergang durch den „Zauberwald“ hat es mich gepackt, für mich ein sehr prägendes Jugendereignis.

4. Was kommt mit auf die einsame Insel: Tolkien oder Pratchett?

Mit Pratchetts Humor sieht es ähnlich für mich aus wie mit dem in Karl-Heinz Witzkos Soloabenteuern: leider nix für mich. Tolkien ist für mich klischeehafter Weise immer noch DAS Buch schlechthin, das hab ich regelrecht verschlungen und auch heute lese ich immer noch einzelne Passagen (Die Schlacht von Helms Klamm hab ich mir sicherlich ein Dutzend Mal zu Gemüte geführt), auch wenn ich die manchmal langweiligen Frodo-Passagen gerne überlesen hätte. Genauso wichtig ist natürlich auch „Der Hobbit“, auch den habe ich mehrfach gelesen, dazu immer wieder das tolle WDR-Hörspiel auf CD angehört.

Nebenbei: Ich würde unbedingt was von Michael Ende mitnehmen: „Momo“, „Die unendliche Geschichte“, „Jim Knopf“ etc. sind zeitlose Klassiker, die ich auch heute noch lesenswert finde.

5. Was ärgert Dich als Rollenspieler am meisten: Inkonsistente Regeln, inkonsistente Hintergrundbeschreibungen, oder Inkongruenzen zwischen Regeln und Hintergrund?

Regeln sind ja grundsätzlich nicht so mein Ding, die habe ich immer als Notwendigkeit angesehen und früher habe ich mich immer nur mit dem Teil auseinandergesetzt, der für meine Figur unbedingt nötig war, so habe ich mich z.B. sehr lange so gut wie gar nicht mit Magie-Regeln beschäftigt. Viel wichtiger ist für mich eine gut erzählte Geschichte im Abenteuerband, die keine Widersprüche aufbaut und sich gut in die Welt einfügt.

6. In welches fiktive Land würdest Du am liebsten in Urlaub fahren?

Das hatte ich mir tatsächlich schon mal für Aventurien überlegt: Last Minute Aventurien. Seitdem ich „Das Schiff in der Flasche“ gespielt habe, ist Kuslik eindeutig mein aventurischer Lieblingsort, also lautet die Antwort: das Horasreich.

7. Wie stehst Du zum Phänomen Rollenspieltheorie? Seriöse Disziplin oder Scharlatanerie?

In der Hinsicht bin ich zwar durchaus interessiert, aber eben kein Experte. Natürlich aber halte ich das für durchaus seriös, letztlich ist das für mich im Prinzip eine Unterform von solchen anerkannten Bereichen wie z.B. der Erzähltheorie.

8. Gibt es irgendwelche Guilty Pleasures im Nerdsektor, denen Du öfters frönst?

Na klar, bei mir sind das vor allem 70er und er Jahre Sci-Fi-Trashfilme. Alles, was sonst kaum einer kennt (und kennen will), findet sich bei mir im DVD-Regal. Mission Delta III, Spacehunter- Jäger im All, Sador- Herrscher im Weltraum, um nur einige Perlen zu nennen.

9. Wie viel Gewaltdarstellung kannst Du in fiktionalen Kontexten ertragen?

Grundsätzlich bin ich da nicht zimperlich, allerdings hört es bei mir da auf, wo Gewalt zum Selbstzweck verkommt, z.B. in Filmen wie 300, da liegt dann meine Grenze.

10. Wenn du für eine bekannte fiktive Person das Ende gestalten dürftest, wer wäre es und wie sähe es aus?

Mmh, hab ich mir nie Gedanken darüber angestellt: Viele bei DSA würden wahrscheinlich Nahema gerne in denselben Kessel wie Pardona schubsen wollen und dann genüsslich dabei zusehen, wie sie von Gewicht ihres Kettenhemdes langsam in die Tiefe gezogen wird…

SPOILERWARNUNG FÜR DIE SIEBEN GEZEICHNETEN: Ich persönlich habe mich immer über den vollkommen unnötigen und plötzlichen Abgang von Brin geärgert (Schnips, Dämonenhorde erscheint, schlägt in Sekundenbruchteilen zu, Brin tot, Helden können nur noch aufräumen). Der gute Mann hätte einen würdigen Abgang verdient, wenn er sich opfert, um die Gezeichneten in Bordarads Reichweite zu bringen, Boromir-mäßig von Pfeilen durchsiebt.

11. Was zeichnet für Dich einen spannenden Plot aus?

Im Rollenspiel sollte ein Plot vor allem flexibel sein, die Spieler sollten immer ihre Handlungsfreiheit behalten, Grenzen sind immer dann akzeptabel, wenn sie logisch erscheinen. Vor allem gehören aber gute und interessant gestaltete Figuren dazu, mit denen man gerne interagiert, die vielleicht auch den eigenen moralischen Kompass auf die Probe stellen können. Und für mich ist ein spannendes Finale ein absolutes Muss.

So, ich hoffe, die Antworten sind interessant genug, ich schreibe grundsätzlich lieber über meine DSA-Sachthemen und Publikationen und nicht über mich selber. Ich mag daher auch niemanden persönlich nominieren. Wer gerne antworten möchte, möge sich daher der folgenden Fragen bedienen:

1. Epische Schlacht oder die lokale Räuberbande ausräuchern. In welchen Dimensionen spiele ich gerne?

2. Welche Fernsehserie hätte ein Rollenspiel verdient?

3. Kostenlose Fanware bevorzugt! Wo finde ich Material, wenn ich kein Geld für Vollpreistitel investieren möchte?

4. Welche Crowdfunding- Projekte würde ich unterstützen/habe ich unterstützt?

5. Welche Rollenspielfigur sollte in ihrer Spielwelt unbedingt eine größere Rolle einnehmen?

6. Kaufempfehlung oder Meinungsaustausch – Wozu nutze ich Rezensionen?

7. Mein Lieblingsort für eine Auftaktszene im Rollenspielabenteuer?

8. Allein mit Hatern, Fanboys und Trollen? – Wie gerne bin ich in Rollenspielforen unterwegs?

9. Klischeeschurke oder Charakterdarsteller – Wieviel Tiefenbeschreibung müssen NSCs für mich aufweisen?

10. Harry, mach schon mal den Transporter klar – Welche Erfindung aus dem Fiktionalen könnte ich in der Realität dringend gebrauchen?

11. Mein Tiefpunkt – Diese Rollenspielpublikation hätte nie geschrieben werden sollen?

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Von Trashfilmen und Kettenhemdträgerinnen -Blogstöckchen aufgenommen

5 Gedanken zu “Von Trashfilmen und Kettenhemdträgerinnen -Blogstöckchen aufgenommen

  1. Omach schreibt:

    Als Horasreich-Fan würde ich dir ja die neue Serie Versailles empfehlen, aber ich bin mir nicht sicher, ob das was für Ende- und Tolkien-Leser ist.

    Gefällt mir

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