Ein erster Blick in die Einsteigerbox

Vorbemerkung: Eines der Highlights meiner Jugendtage waren die regelmäßigen Besuche im Spieleladen, wo mich natürlich immer die DSA-Ecke magisch angezogen hat, über die damals sogar die größeren Spielehandlungen und nicht nur der kleine Spezialladen verfügten, der anfänglichen Marktoffensive von Schmidt Spiele sei Dank. Ein besonderer Blickfang waren dabei zumeist die dicken Boxen, die viel Inhalt suggerierten und jeweils neue abenteuerliche Welten versprachen. Leider sind diese Boxen zu DSA4-Zeiten quasi ausgestorben und wurden durch dicke Regelbände und Spielhilfen ersetzt. Eine Entscheidung die ich nach wie vor bedauere, auch wenn es produktionstechnisch sicherlich Gründe gibt, die dafür sprechen. Umso schöner, dass die neue Einsteigerbox von Ulisses Spiele mit dem Titel Das Geheimnis des Drachenritters an diese Traditionen anknüpft und im stattlichen Boxenformat daherkommt. Und stattlich ist als Begriff sicher nicht zu hoch gegriffen, wie mir bereits der erste Blick in den Pappkarton hinein verraten hat, gleich nachdem das gute Stück mit gierigen Händen dem Paketboten entrissen wurde. Der folgende Artikel soll allerdings (wie schon zuletzt bei den größeren Crowdfundings mit vielen Einzelprodukten) noch keine Rezension sein, sondern nur einen kurzen Überblick über die Inhalte im Einzelnen geben und anschließend erläutern, wie ich damit hier im Blog verfahren möchte.

Ein Ausflug in die Heldentrutz

Allgemein ist auffällig, dass es sich um eine Art von Themenbox handelt, in der die Helden an einen konkreten Ort versetzt werden, hier die Grafschaft Heldentrutz (im Westen Weidens gelegen), wo alle Solo- und Gruppenabenteuer stattfinden, die auch inhaltlich eine zusammenhängende Geschichte erzählen. Somit erhält man hier einen Ort für erste Abenteuerschritte, an die man später eigene Abenteuer oder andere Kaufpublikationen anschließen kann. Im Kleinen sind aber alle gängigen Typen von Publikationen vorhanden, von Solo- und Gruppenabenteuern über eine Spielhilfe und einen Regelband, allerdings zumeist im verkürzten Format im Vergleich zu den regulären Publikationen, die sich nicht speziell an Einsteiger richten. Dementsprechend ist in allen Heften der Anteil an zusätzlichen Erläuterungen von Begriffen etc. relativ hoch.

Helden, wohin das Augen reicht…

Zuoberst findet sich ein kurzes 8seitiges Heft mit dem Titel Lies mich zuerst!, in dem einerseits das Material vorgestellt wird und andererseits eine Reihenfolge vorgeschlagen wird, in der man sich mit den Inhalten auseinandersetzen kann.

Zur konkreten und direkten Spielbarkeit sind vier Heldenbögen enthalten (ein Magier, eine Kriegerin, ein Zwerg und eine Elfe), allerdings in sehr ausführlicher Heftform: Auf einer Doppelseite sind jeweils innen die einzelnen Dokumente des Heldenbogens mit eingetragenen Startwerten aufgeführt, während sich links und rechts davon Spalten mit Erläuterungen finden (z.B.: Was bedeutet Attacke bzw. Parade?). Zu jedem Helden ist auf der Heftrückseite noch eine kurze Hintergrundgeschichte angegeben. Für die beiden Kämpfer sind die Hefte 12 Seiten stark, die magiebegabten Helden haben 16 Seiten erhalten.

Mit diesen Bögen soll man sich dann gleich in ein erstes Abenteuer stürzen, ist doch für jeden Helden auch ein individuelles Soloabenteuer vorhanden, in dem ein paar erste Schritte vollbracht werden können. Allerdings handelt es sich nur um sehr kurze Soloabenteuer, etwa im Heldenwerkformat, mit je 12 Seiten und nur knapp über 20 Abschnitten, die vornehmlich dazu dienen, in Spielsituationen einzuführen. Das Prinzip ist so gedacht, dass sich eine Spielgruppe zusammensetzt, jeder sich einen Helden greift und dann das dazugehörige Soloabenteuer spielt., also als eine Art von Tutorial.

Auf ins gemeinsame Abenteuer!

Daran schließen sich die Gruppenabenteuer an: Die Räuber von Dunkeltann ist ein 48seitiges Abenteuer, mit dem die ersten gemeinsamen Schritte vollzogen werden können, auch hier fällt schon beim Durchblättern an, dass extrem viele Erläuterungen für den Spielleiter vorhanden sind und die Handlungsanteile deutlich geringer ausfallen als bei einem normalen Abenteuer. Mit 96 Seiten ist Der Turm im Nebelmoor der mit Abstand seitenstärkste Band der gesamten Box. Hierbei handelt es sich um einen Kampagnenband, der direkt an das erste Gruppenabenteuer anschließt und viele zusammenhängende Abenteuer und Szenarien beinhaltet, die die Hintergrundgeschichte in einen größeren Kontext setzen.

Der Handlungshintergrund wird zudem durch das 40seitige Heft Die Grafschaft Heldentrutz ergänzt, wobei es im Prinzip eine kurze Variante einer Regionalspielhilfe zur Heldentrutz darstellt, allerdings ergänzt um einige Anmerkungen zu Aventurien im Allgemeinen. Zudem findet sich hier noch eine kurze Publikationsübersicht, wenn man anschließend weitere Abenteuer in Aventurien erleben möchte.

Ein kurzer Regelband (56 Seiten) fasst zuletzt all die Regeln zusammen, die zum Spielen der Abenteuer benötigt werden, natürlich nicht mit dem Ziel einer kompletten Regeldarstellung. Wie bei DSA5 üblich sind alle Bände vollfarbig, die größeren Bände haben allerdings keinen festen Einband, sondern auch das Cover und die Rückseite sind im normalen Papierformat gehalten.

Zubehör

Neben diesen Textinhalten sind außerdem auch noch einige weitere Zubehörteile beinhaltet. Zum einen finden sich je vier W6 und W20 ein Pappbogen mit 15 Schicksalspunkten. Zudem sind Hilfsmittel zur Visualisierung hinzugefügt, insgesamt 4 Helden- und 37 Kreaturen- bzw. Gegnermarker aus Acryl (auf denen die Helden und die Gegner aus den Abenteuern abgebildet sind), mit denen man Kampfsituationen nachstellen kann. Ergänzt wird dies durch ein Heft mit Bodenplänen der verschiedenen Areale aus den beiden Abenteuerbänden, an denen Kämpfe stattfinden, auf die die Marker jeweils gesetzt werden können. Abgerundet wird dies um eine Aventurienkarte im Hochglanzformat, auf deren Rückseite sich Karten des Dorfes Düsterrode und der Grafschaft Heldentrutz befinden.

Fazit

Schon im Vorfeld wurde bereits der für eine Einsteigerpublikation vergleichsweise hohe Preis von 39,95 Euro angesprochen. Tatsächlich lässt der erste Blick den Eindruck zu, dass dafür aber in Das Geheimnis des Drachenritters auch jede Menge Inhalt geboten wird (insgesamt 14 Einzelhefte), neben den vielen kleinen Heften sind es vor allem die beiden Abenteuerbände, die Spielhilfe und der Regelband, die den Umfang auf etwa 350 Seiten anwachsen lassen, dazu kommt noch das erwähnte Zubehör.

Hier im Blog möchte ich in den kommenden Wochen die einzelnen Bestandteile der Box nacheinander rezensieren, wobei ich dies in zusammengehörenden Schritten vornehmen werde, d.h. ich werde zunächst mit den Soloabenteuern (allerdings gebündelt) beginnen, daran die Gruppenabenteuer anschließen und zuletzt die beiden Hintergrundbände betrachten. Sicherlich muss dabei der Maßstab vor allem die Einsteigertauglichkeit sein, ein erster Blick lässt zumindest vermuten, dass in Sachen Story- und Spieltiefe sicherlich Unterschiede zu regulären Publikationen vorhanden sind, da das Ziel offenkundig eher war, Einsteiger angemessen an DSA heranzuführen. Auf jeden Fall wird dies somit eine Aufgabe sein, die den Blog im Mai inhaltlich dominieren wird, sicherlich aber auch unterbrochen durch Artikel zu anderen Publikationen.

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