Rezension: Die Schwarze Katze – Bestiarium

Vorbemerkung: Auch wenn das Crowdfunding-Paket zu Die Schwarze Katze verhältnismäßig gut gefüllt war, ist die Hintergrundgestaltung bei einer quasi neuen Spielwelt noch verhältnismäßig klein. Im Abschnitt der Kreaturen findet sich im Regelwerk nur ein kurzes Kapitel mit einigen wenigen Wesen. Diesen Bereich erweitern soll das Bestiarium, das eine Reihe von zusätzlichen Lebewesen hinzufügt. Besonders interessant erscheint zudem, dass ein Fokus des Heftes auf untoten Katzenwesen liegt und somit nicht alltägliche Gegner zum Setting ergänzt.

In Zahlen:

– 32 Seiten

– Preis: 11,95 Euro

– Erschienen am 11.8.2019

I. Aufbau und Inhalt

Zunächst handelt es sich um einen Kreaturenband, der insgesamt 15 neue Wesen für DSK vorstellt. Das Schema hierbei in immer gleich, insgesamt auf eine Seite verteilt: Für jede Kreatur existiert zunächst ein Vorstellungtext mit zusätzlichen Angaben zur Lebensweise. Zudem ist natürlich ein Wertekasten vorhanden. Zur Anschaulichkeit hat jedes Lebewesen eine eigene Illustration erhalten. Die Auswahl fügt dabei neben normalen Landlebewesen auch fliegende und schwimmende Kreaturen hinzu, natürlich jeweils auf Katzenperspektive angepasst, z.B. sind in der Regel Informationen enthalten, in welcher Beziehung sie zu Katzen stehen, ob sie ihnen gefährlich werden können oder ob sie eine Art von Beute darstellen oder besitzen.

Den zweiten Schwerpunkt bildet das Kapitel Die Schrecken der Dunkelheit. Hierbei handelt es sich um Regeln und Beschreibungen zu untoten Wesenheiten, genauer gesagt Vampirkatzen, Werhunden, Katzenmumien und wandelnden Toten. Zunächst wird jeweils eine sehr konkrete Hintergrundgeschichte entworfen, wie es zur Präsenz der betreffenden Wesen in Havena kommt, was zumeist ebenfalls mit dem Erwachen als Folge des Sternenfalls zusammenhängt. Dem schließt sich eine genauere Beschreibung an, z.B. mit einem Fokus auf Stärken und Schwächen, aber auch mit Angaben dazu, wie diese Wesen entstehen können und welche Agenda sie verfolgen, dazu gibt es auch hier Spielwerte.

II. Kritik

Grundsätzlich bleibt zunächst festzustellen, dass eine Erweiterung der Kreaturenliste aus dem Regelwerk vollkommen sinnvoll ist, sind doch dort tatsächlich nur vergleichsweise wenige Kreaturen vorhanden. Und eigenständig sind solche Wesen nicht ganz einfach zu erstellen, kann man hier ja nicht mit normalen Maßstäben herangehen, da ja bei allem die Perspektive von Katzen zugrunde gelegt werden muss, So ist eine Ziege aus menschlicher Sicht natürlich kein nennenswerter Gegner, für eine Katze allerdings gelten ungleich andere Voraussetzungen. Somit ist es wünschenswert, hier möglichst viel offizielles Material zur Verfügung zu haben.

Mehrheitlich erscheint mir die Auswahl der Wesen auch völlig nachvollziehbar, wobei ein in etwa ausgewogenes Verhältnis besteht zwischen Beutetieren und solchen Tieren, die Katzen sehr gefährlich werden können. Stellenweise stören mich die erkennbaren Leerstellen auf vielen der Seiten im Bereich des Bestiariums, was ich angesichts des höheren Seitenpreises eines dünneren Heftes als ungünstig empfinde. Ganz grundsätzlich ist das ohnehin eine übergreifende Kritik meinerseits an den dünneren Bänden, die Ulisses ja auch für DSA herausbringt (z.B. die Rüstkammern oder die kleinen Erweiterungshefte für Wege der Vereinigungen), dass dort oft durchaus gute und sinnvolle Inhalte hervorgebracht werden, allerdings die Frage ist, ob es sinnvoll ist, eine solch überschaubare Textmenge zu einem Printprodukt werden zu lassen. Hier wäre es beispielsweise sicherlich wünschenswert, mehr als nur 15 Wesen vorzustellen.

Klares Highlight des Bandes sind für mich aber die Schrecken der Dunkelheit. Einerseits sind solche untoten Wesen ja ohnehin ein bereicherndes Element, indem Spielleiter somit auch ein gewisses Arsenal an außergewöhnlichen Gegnern zur Verfügung stehen haben, die über andere Eigenschaften und Fähigkeiten als die eher alltäglichen Lebewesen verfügen, denen man sonst in einem Setting begegnet. Hier allerdings ist der Hintergrund sehr stark konkretisiert, indem es sich immer um Gruppierungen handelt, die über eine individuelle Geschichte verfügen, z.B. stammen die Vampire alle von demselben Ort. Das ist insofern sinnvoll, als dass die Hintergrundwelt ja im Prinzip einen sehr überschaubaren Mikrokosmos darstellt. Wenn dort an jeder Ecke Mumien umherwandeln würden, wäre das wohl kaum glaubhaft, was für diesen sehr individuellen Zuschnitt spricht.

Der primäre Effekt ist aber vor allem die Schaffung von neuen Abenteuerstoffen, da die Hintergrundgeschichten für die vier untoten Wesenstypen jeweils ein grobes Abenteuerkorsett liefern, das zwar noch einiges an Ausgestaltung verlangt, aber jeweils eine reizvolle Ausgangsituation bietet. Auch hier sehe ich einen klaren Vorteil angesichts des bislang überschaubaren Materials an spielbaren Abenteuern, das sich aktuell ja auf die beiden Abenteueranthologien beschränkt. Zusätzlich erhält DSK damit eine weitere Schärfung seines Fokus auf die Totenwelt, die im Regelwerk schon mit den Geistern begonnen wurde.

III. Fazit

Das Bestiarium liefert eine erkleckliche Menge an neuen Wesen für DSK, allerdings bleibt die Kreaturenbandbreite insgesamt doch eher überschaubar. Eine sehr lohnenswerte Ergänzung sind aber vor allem die untoten Katzen- und Hundewesen, die neben besonderen Gegnern auch sehr konkrete Abenteuervorschlage bieten.

Bewertung: 4 von 6 Punkten

2 Kommentare

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