(K)ein Aprilscherz! – Der Schatz der Noiona

Vorbemerkung: Wie viele gestern ja schon festgestellt haben, stimmt an der gestrigen Rezension von Der Schatz der Noiona etwas nicht, was sicherlich in Kombination mit dem 1. April dann auch leicht zu durchschauen war. Die Rezension passt zu keinem Abenteuer, das je erschienen ist. Also nur eine Fiktion? In diesem Fall gilt ein klares Jein! Ich habe mir vor ein paar Jahren ja tatsächlich einmal erlaubt, als Aprilscherz eine erdachte Rezension zu einer Fortsetzung von Der Wolf von Winhall mit dem Titel Der Wolf von Wehrheim zu verfassen. Denselben Gag zweimal zu bringen, fände ich irgendwie nicht kreativ und somit habe ich diesmal tatsächlich eine existente Vorlage genommen und kann somit – falls sich jemand dafür begeistern kann – im Anhang Der Schatz der Noiona als tatsächlich spielbares Abenteuer präsentieren.

Vor langer Zeit

Das Abenteuer stammt tatsächlich aus meiner eigenen Feder, ist allerdings nichts, was ich mir in den letzten Wochen ausgedacht habe. Vielmehr schummert es seit sage und schreibe 20 Jahren auf meiner Festplatte, die Datei hat somit eine ganze Reihe Computer und Laptops überlebt, ist tatsächlich sogar das älteste digitale Schriftstück, das ich noch besitze.

Mein 19jähriges Ich war damals der Meinung, dass nach unzähligen gespielten Abenteuern die Zeit reif sein sollte, ein eigenes Werk zu schaffen. Und weil ich noch nie ein Freund halber Sachen war, habe ich es nicht bei einer Skizze belassen, sondern direkt einen Text geschrieben, dessen Länge sich an der der offiziellen Publikation in den 90er Jahren orientiert hat. Da ich zu diesem Zeitpunkt gerade meinen Zivildienst ableistete und somit keinen Schulstress mehr hatte, war ich auch mit mehr als genug Zeit ausgestattet. In meiner Erinnerung hat es aber tatsächlich ungefähr 2 Monate zwischen dem Sammeln der ersten Ideen und dem Abschluss der Schreibarbeiten gedauert. Meine eigene Gruppe hatte sich damals aber aufgelöst und so wurde die finale Version nur ein einziges Mal von der Gruppe meines Bruders gespielt. Da ich selbst anschließend eine gut 10jährige DSA-Pause einlegte (nur ganz selten von einem der wenigen erschienenen Soloabenteuern unterbrochen), lag auch Der Schatz der Noiona unangetastet im Datenlimbus. Hin und wieder bin ich per Zufall immer wieder darauf gestoßen, aber das ging nie über ein kurzes Öffnen des Textes, ein Überfliegen einiger Zeilen und ein abschließendes Schmunzeln hinaus.

Die Zeit ist reif

So ging es im Prinzip bis vor zwei Wochen, als ich mit den Überlegungen angesetzt habe, ob und wie ich mich am Traviasnecken 2020 beteiligen möchte. Grundsätzlich hatte ich das eigentlich nicht vorgehabt, aber das abrupte Ende der Normalität hat mich dann umdenken lassen. Aktuell ist jede Art von Abwechslung und Unterhaltung mehr als willkommen. Und dann kam mir in den Sinn, dass ich dieses Jahr ja wirklich nicht wieder eine fiktive Rezension verfassen müsste, sondern die eine Vorlage nutzen könnte, die ich eh schon habe. Und als Bonus kann ich ja das Abenteuer wirklich bereitstellen, vielleicht hat am Ende doch jemand Spaß daran, es einmal auszuprobieren.

Ein wenig merkwürdig ist es dann aber schon, sich selbst zu rezensieren. Ich kann aber behaupten, dass ich mir wirklich Mühe gegeben habe, einen ernsthaften Eindruck zu formulieren, so wie ich jede normale Rezension angehe. Tatsächlich hat sich vieles wie eine echte Lektüre eines Fremdtextes angefühlt, auch nach 20 Jahren kann ich mich noch an die Grundidee erinnern und auch an einige Handlungsdetails. Aber gerade bei den Figurenbeschreibungen konnte ich mich wirklich an die meisten der NSC überhaupt nicht mehr erinnern, obwohl sie von mir selbst erdacht sind.

Spannend ist dann auch, wie man selbst damals gedacht hat und wie man es heute bewertet. Ich habe tatsächlich festgestellt, dass mir das Abenteuer heute viel zu gelenkt angelegt wirkt. Irgendwie hatte ich ursprünglich wohl eine offene Anlage im Sinn, in der die Heldengruppe das Kloster weitgehend selbstständig erkunden kann und nur wenig Rahmen vorgegeben ist. Dann hat mich in der Hinsicht aber ganz offenbar der Mut verlassen und ich habe einen Handlungsverlauf dazu geschrieben, der im Prinzip die meisten wichtigsten Wendungen durch die Handlungen von NSC erzeugt. Genau das, was ich an einem Abenteuer sehr gerne kritisch sehe.

Trotzdem gefällt mir die Grundidee immer noch: Wessen Neugier nach der Rezension also geweckt ist, der möge sich gerne an folgendem PDF bedienen, wem die Schienen nicht gefallen, der kann sie sicherlich mit ein wenig Arbeit rausfeilen.

Mit einem Widerspruch muss man allerdings leben: Das Noionitenkloster zu Selem ist mittlerweile längst auch im offiziellen Aventurien beschrieben worden (und ist völlig anders gestaltet worden), an dieser Stelle ist das Abenteuer längst von der Zeit und der zunehmenden Beschreibungsdichte von Aventurien eingeholt worden. In Ermangelung jeglicher künstlerischen Talente muss ich mich zugleich auch noch für das Fehlen von Illustrationen entschuldigen, auch die Pläne des Klosters sind sicher ausbaufähig. Gleiches gilt wahrscheinlich auch für mein Regelverständnis, ich bin mir sicher, dass die Wertepakete nur so vor Fehlern strotzen.

Als kleiner Teaser hier noch der fehlende Klappentext:

Selem – die Stadt von Laster und Verderbnis.

Lediglich wirklich Wagemutige betreten aus freien Stücken auch nur das Umfeld der einstigen Handelsmetropole. Ausgerechnet das nahegelegene Noionitenkloster birgt aber ein ausgesprochen reizvolles Geheimnis: 20 Jahre lang hat sich hier ein gesuchter Karawanenräuber verborgen, nachdem er seine Kumpane nach dem Coup ihres Lebens um die gemeinsame Beute gebracht hat. Die Nachricht seines Todes ruft einen alten Gefährten auf den Plan, der einige tatkräftige Heldinnen und Helden auf den Weg nach Selem schickt, um seinen drängenden Fragen nachzugehen: Hat der Verstorbene das Geheimnis seines Schatzes mit ins Grab genommen oder kann dort großer Reichtum erworben werden? Und sind die angeworbenen ReckInnen die einzigen, die sich auf die Spur des alten Geheimnisses begeben haben?   

Hier geht es zum Abenteuer:

Der Schatz der Noiona

2 Kommentare

  1. Ein gelungener Scherz und das Abenteuer sieht auch ganz vielversprechend aus beim drüberlesen, auch wenn du dich nicht geschont hast in der Rezension 😀
    Ich hoffe es finden sich viele Spieler*innen und es gibt reichlich Feedback!

    Gefällt 1 Person

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