Rezension: Am Heiligtum der alten Götter

Vorbemerkung: Der zweite Band der Sternenträger-Kampagne Der Klang des Feyraasal endet mit einigen ziemlich fulminanten Ereignissen, die eine wahrhaft epische Szenerie ergeben, bevor die Reise weiter in den Hohen Norden führt. Genau am Ende des Abenteuers setzt die zweite PDF-Erweiterung Am Heiligtum der alten Götter (wiederum von Rafael Knop verfasst) an. Nachdem ich ja zuletzt auch die vielen Traumsequenzen kritisiert habe, handelt es sich um eine Szene, die weitgehend im realen Aventurien spielt.

In Zahlen:

– 10 Seiten

– Preis: Pay-what-you-want (Download im Scriptorium Aventuris) 

– Erschienen am 17.8. 2020

I. Aufbau und Inhalt

Wie angesprochen schließt die Szene unmittelbar an die Abschlussszene von Der Klang des Feyraasal. Dabei handelt es sich um einen alten Wegweiser zum Himmelsturm, wo die Gruppe nach einigen Strapazen den entscheidenden Hinweis erhält, wohin sie sich nun wenden sollen bei ihrer weiteren Suche nach den Spuren Amalaias.

Während im Abenteuer zuvor davon ausgegangen wird, dass die Reise nun reibungslos weitergeht, gerät die Bahalyr in der Erweiterung in einen heftigen Sturm, der sie fast zum Abstürzen bringt. Eine Weiterreise ist nicht möglich, ohne dass eine Reparatur aller Beschädigungen erfolgt. Dies wird allerdings durch die extremen Witterungsbedingungen erschwert.

Schnell stellt sich zudem heraus, dass die Umgebung trotz aller Lebensfeindlichkeit nicht unbewohnt ist. Somit treffen die Spielercharaktere auf gleich zwei potentiell feindliche Fraktionen, mit denen es zu Auseinandersetzungen kommen kann. Letztlich dient diese Zusatzszene vor allem dazu, die Heldengruppe an einen Ort zu bringen, der ihnen noch mehr Erfahrungswerte über das bringen kann, was im dritten Band Der Abgesang Ometheons auf sie wartet.     

II. Figuren

Da diese Sequenz nicht in der Traumwelt spielt, liegt der Fokus nicht auf den Erlebnissen Amalaias. Dafür kann man hier wieder mit der restlichen Besatzung der Bahalyr interagieren, wobei sich dazu aber nur wenig konkrete Anregungen finden. Umgekehrt erhält man einen Ausblick auf das Wirken mythischer Gestalten wie Ometheon und Emethiel, auch wenn man hier noch nicht persönlich auf sie trifft, sondern nur Zeugnisse ihrer Verehrung findet. Passend zur Umgebung sind die anderen Figuren, denen man begegnet, keine Menschen.

III. Kritik

In der Tat wirkt die gesamte Szene vergleichsweise bodenständig und konventionell, indem man letztlich „nur“ auf einige Gegner trifft, die man in ihrem Rückzugsort bekämpfen muss. Die Herausforderung liegt dabei eindeutig im kämpferischen Bereich, da es sich um potente Kämpfer handelt, die ggf. sogar auf dämonische Unterstützung zurückgreifen können. Vergleicht man dies aber mit den vorherigen Ereignissen während der effektreichen Luftschlacht, relativiert dies die Herausforderung etwas, trotzdem unterstreicht dies, dass die gesamte Kampagne sich eindeutig an solche Spielercharaktere richtet, die bereits einiges erlebt hat und die über besondere Fähigkeiten verfügen.  

Für eine solche Erweiterung liegt meine Erwartungshaltung an die Handlung natürlich deutlich niedriger als an ein vollständiges Abenteuer. Positiv gestaltet sich die Atmosphäre mit der Bedrohung durch die Natur des ewigen Eises, die Zeichnungen im Höhleninnern und die Begegnung mit einigen Yetis aus dem Gefolge von Phileassons Weggefährtin Galandrel. Dazu ist die Anwesenheit der Gegner logisch erklärt und stellt eine passende Hürde dar, Werte und die Beschreibung des Kampfverhaltens sind zudem vorhanden.

Allerdings fehlen mir auch wichtige Elemente einer solchen Szene: So verfügen die Personen, mit denen man interagieren kann, über keine echte Individualität, weder die Yetis noch die Shakagra haben einen Namen, ebenfalls fehlt persönlicher Hintergrund. Das ist insofern etwas unglücklich, als dass gerade die Yeti sicherlich interessante NSC sein können. Zusätzlich handelt es sich ja um Wesen, die bei DSA wegen ihrer engen Lebensraumbindung nicht häufig vorkommen, weshalb Hintergrundinformationen hilfreich gewesen wären. Zudem hätte eine Karte der Höhle noch ein taktisches Moment hinzugefügt, das eine Spielleitung nun noch selbstständig ergänzen muss. Zumindest eine Kurzcharaktersierung hätte ich mir an dieser Stelle gewünscht, bei der Karte weiß ich natürlich, dass dies etwas mehr Kosten verursacht (was man für eine solche Erweiterung, die wahrscheinlich von vielen SpielerInnen kostenlos genutzt wird oder nur für einen sehr kleinen Betrag, mutmaßlich nicht lohnend ist).      

IV. Fazit

Als Erweiterung fügt Am Heiligtum der Götter dem zugrunde liegenden Abenteuer durchaus eine lohnenswerte Szene hinzu. Vom Anforderungsgrad her passt sie allerdings dramaturgisch nicht so gut an das sehr epische Finale von Der Klang des Feyraasal (womit für mich auch verständlich ist, warum es nicht Teil des eigentlichen Abenteuers war). In der Ausarbeitung fehlen mir noch Kurzcharakterisierungen der NSC und eine Karte des zentralen Schauplatzes.   

Bewertung: Auf eine konkrete Punktewertung möchte ich angesichts der Kürze des PDFs an dieser Stelle noch verzichten und eine gesammelte Bewertung für alle drei Zusatzmaterialen mit der letzten Rezension vornehmen. 

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