Ein erster Blick in die Sonnenküste

Vorbemerkung: Auch wenn es bis Weihnachten noch gut vier Wochen hin sind, konnte ich gestern schon einmal das Geschenkeauspacken ein wenig proben. Der erfreuliche Grund war die erfolgte Auslieferung eines prallgefüllten Paket mit den Produkten aus dem Crowdfunding zur Sonnenküste. Wie immer, wenn sich abzeichnet, dass die vielen Bände und die dazugehörigen Rezensionen in den nächsten Wochen meinen Blog dominieren werden, möchte ich zunächst einen kurzen Überblick über die Einzelprodukte geben und wie ich damit im Blog verfahren möchte.

Was ist alles drin im Paket?

Natürlich fällt bei einer Regionalspielhilfe der allererste Blick auf den Kernband selbst. Die Sonnenküste ist mit 192 Seiten der seitenstärkste Band des gesamten Crowdfundings (zumindest was die Rollenspielprodukte angeht) und stellt sowohl die titelgebende Küste des sogenannten Wilden Südens vor als auch die eher von Anleihen der irdischen Antike beeinflussten Zyklopeninseln. Nach bekanntem Schema werden hier Land und Leute präsentiert, wie immer mit einem längeren Kapitel zu Mysteria und Arcana begleitet, in dem eher Spielleitungs-Aspekte angesprochen werden, dazu gibt es noch eine Wendekarte mit einem geografischen und politischen Überblick.

Wie üblich wird dies von weiteren Produkten begleitet, die zu der oft erwähnten „Flöte“ gehören. Eine direkte Erweiterung zur Regionalspielhilfe ist das Landkartenset, das sowohl Regionalkarten, aber auch Stadtkarten enthält. Die Rüstkammer der Sonnenküste beinhaltet auf 32 Seiten eine ganze Reihe von Waffen, Rüstungen und Ausrüstungsgegenständen, mit denen regionale Charaktere ausgestattet werden können. Auch das Sonderkapitel steht im Zusammenhang mit Rüstungsgegenständen, handelt es doch von der Schmiedekunst der Zyklopen. Das Heldenbrevier der Sonnenküste von Carolina Möbis soll regionaltypische Charaktere einführen. Diesmal wird auf 160 Seiten ein Mordfall in den Mittelpunkt gesetzt, womit es sich zu einen Kriminalroman entwickelt, den man aus der Perspektive von drei sehr unterschiedlichen Figuren erleben kann. Natürlich soll auch hier der regionale Metaplot vorangetrieben werden. Diese Aufgabe fällt dem 48seitigen Abenteuer Labyrinth der Intrigen von den Autoren Christoph Trauth und Christian Nehling zu. Wie immer sind viele Aspekte eines Reiseabenteuers enthalten, indem man sich auf den Spuren eines alten Geheimnisses quer durch die Region bewegt. Ein wichtiger Faktor ist dabei der Tod eines der wichtigsten NSC des südlichen Horasreiches. Musikalisch untermalen kann man dies mit Sphärenklänge – Die Sonnenküste, wo man insgesamt 26 Tracks findet, die Ralf Kurtsiefer komponiert hat. Ergänzend ist auch hier ein Spielkartenset vorhanden, das alle regelteiligen Aspekte zusammenfasst. Regelergänzungen sind wieder in einem Glaube, Macht und Heldenmut-Heft (32 Seiten) zusammengefasst worden.

Anders als bei regulär erscheinenden Regionalspielhilfen entstehen durch ein Crowdfunding immer auch noch einige Zusatzbände, zusammengefasst im Meisterschirmset. Besonders spannend sind aus meiner Sicht natürlich eher die erzählerischen Zusatzinhalte, wozu vor allem Abenteuerskizzen und Heldensagen gehören. In Purpurschein und Heldensagen sind somit 46 Seiten zusammengekommen, die vor allem sehr abenteuerlastig zu sein scheinen. Ebenfalls fortgesetzt wird die Reihe Auf ins Abenteuer. Zyklopenauge stellt auf 32 Seiten wieder 6 ausgearbeitete Figuren vor, die jeweils eine individuelle Einleitung in das Abenteuer erhalten, so dass man ohne große Vorarbeit ein erstes Abenteuer in der Region in Angriff nehmen kann. Zusätzliches Abenteuermaterial verspricht auch Kalias Labyrinth, ein 20seitiges Abenteuer im Heldenwerk-Format. Das Abenteuer ist dabei nicht völlig neu, sondern war ursprünglich ein Botenszenario von Miriam Connely und Alex Spohr, das für das Crowdfunding um einige Seiten ergänzt und regeltechnisch für DSA5 angepasst wurde. Zusätzlich finden sich im Meisterschirmset noch einige Bonuszugaben, z.B. vergrößerte Karten für die Abenteuerschauplätze, vorgefertigte Heldenbögen für die Charaktere aus Zyklopenauge und Blanko-Bögen.

Einen neuen Weg innerhalb der Vademecum-Reihe beschreitet das 160seitige Draconiter-Vademecum von Anni Dürr und David Lukaßen, wird hier doch kein Gott oder Halbgott in dem Fokus gestellt, sondern mit den Draconitern erstmals ein Orden näher beleuchtet (die Beschreibung des Bund des wahren Glaubens nehme ich als Sonderfall mal aus), womit der Detailgrad noch höher sein dürfte als bei einem der bisherigen Bände.

Wie immer haben die Verantwortlichen bei Ulisses auch einen Blick in die Historie getätigt und einige alte Produkte ausgewählt, um diese neu aufzulegen. Während ich die angebotenen Klassik-Abenteuer schon kannte, habe ich bei Die Löwin von Neetha von Ina Kramer zugegriffen. Hier sind auf 440 Seiten ihre beiden Romane zum Leben der Rondra-Heiligen Thalionmel in einem Sammelband zusammengefasst worden.

Erste Auffälligkeiten

Gefühlt wird jedes DSA-Crowdfindung umfangreicher als die vorhergehenden Projekte. Auch die Sonnenküste verfügt wieder über eine große Zahl an Einzelprodukten, addiert komme ich wieder einmal auf über 1.100 Seiten (in unterschiedlichen Größenformaten). Erfreulich gestaltet sich aus meiner Sicht zunächst einmal der Eindruck, dass diesmal besonders viel Abenteuermaterial vorhanden ist mit Zyklopenauge, Labyrinth der Intrigen, Kalias Labyrinth sowie den Abenteuerskizzen in Purpurschein und Heldensagen.

Positiv ins Auge fallen in diesem Zusammenhang auch noch einige Inhalte aus dem Meisterschirmset, die die Abenteuer ergänzen, vor allem die vergrößerten Pläne der Schauplätze sowie die Charakterbögen für Zyklopenauge. Solche Bonusinhalte halte ich für ein Crowdfunding ausgesprochen nützlich, während Poster, Aufkleber etc. aus meiner Sicht nicht wirklich notwendig sind (was aber den Rückmeldungen während des Crowdfundings zufolge im Auge des Betrachters liegt).

An vielen Stellen hat man natürlich die normale DSA5-Regionalspielhilfe vor sich, zumindest auf den ersten Blick erscheint hier vieles so wie immer auszusehen. Nach wie vor würde ich mir da ein paar Variationen wünschen, um Längen herauszunehmen und die Produkte zu optimieren. Bei mir existiert vor allem Vorfreude auf die Zyklopeninseln, die ich immer schon als reizvollen Schauplatz wahrgenommen habe, während sich aus meiner Sicht noch erweisen muss, ob der Wilde Süden genügend Eigenheiten aufweist, um ihn strukturell vom Rest des Horasreiches abzugrenzen, wie es hier erstmals geschieht.

Ein neuer Weg wird dafür ja mit dem Draconiter-Vademecum beschritten. In dieser Hinsicht bin ich gespannt, ob ein einzelner Orden einen solchen Band füllen kann. Theoretisch besteht aus meiner Sicht die Gefahr, dass dies weiterer Schritt in Richtung Kleinteiligkeit ist, umgekehrt kann es aber auch ein wichtiger Impuls für die Reihe sein, den Fokus weg von den Göttern hin zu den spezifischen Orden zu legen, was in Zukunft offenbar öfter geschehen wird. Zusammen mit dem Heldenbrevier und Die Löwin von Neetha wartet auf jeden Fall viel Schmökerstoff.

Optisch fällt mir auf, dass die Kernbände schöne Cover haben, allerdings haben die Zusatzhafte alle eine farbreduzierte Version des Covers des Hauptbandes. Das könnte man aus meiner Sicht variieren. Es sind so viele neue regionaltypische Illustrationen vorhanden, dass es meiner Meinung nach schön wäre, einfach eine davon zu verwenden, um den Bänden einen individuelleren Look zu geben.   

Wie geht es weiter im Blog?

Als ersten Band möchte ich Die Sonnenküste besprechen, es erscheint logisch, den Hauptband nach vorne zu ziehen, da sich die meisten anderen Bände auf diesen beziehen. Danach beabsichtige ich, nach und nach die meisten Printbände zu rezensieren. Gleiches gilt auch für die Sphärenklänge (auch wenn Musik einfach nicht zu meinen Kernkompetenzen gehört, ich aber gerne immer wieder reinhöre). Voraussichtlich nicht thematisieren werde ich Glaube, Macht und Heldenmut, da es sich um einen reinen Regelband handelt, der zudem vor allem Inhalte aus anderen (Regel-)Bänden zusammenfasst, soweit sie die Sonnenküste betreffen. Wie immer werde ich zudem das Kartenset und das Spielkartenset auslassen. Aufgrund der Vielzahl an Einzelprodukten wird sich der Reigen wahrscheinlich bis in das kommende Jahr ziehen, auch weil ich zwischendurch aus Abwechslungsgründen andere Produkte behandeln möchte, erfahrungsgemäß wird mir das sonst auch etwas zu monoton, sich nur mit einem Schwerpunkt zu beschäftigen. Zudem besteht ja anscheinend auch noch die Möglichkeit, dass mit Fasar- Brüchiger Frieden noch ein weiteres Crowdfunding in Bälde ausgeliefert wird, das ich dann ebenfalls gerne dazunehmen möchte (möglicherweise abwechselnd).    

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