Kurzrezension: Alrik der Basiliskenschreck

Vorbemerkung: Aventurien verfügt als Spielwelt über eine Hintergrundgeschichte, die in den letzten 30 Jahren neben einer konkreten Historie auch mit einem reichhaltigen Sagenschatz ausgestattet wurde, wobei letzterer bislang vornehmlich eher als Randnotiz in den Spielhilfen oder Abenteuern untergebracht wurde. Mit Alrik der Basiliskenschreck von Hagen Tronje Grützmacher ist jetzt aber im Verlag Schwarze Ritter der erste reine Märchenband erschienen. Allerdings richtet sich dieser eher weniger an erwachsene DSA-Spieler, sondern vielmehr an deren Kinder, handelt es sich doch um ein bebildertes Büchlein mit einer kindgerechten Geschichte.

In Zahlen:

– 50 Seiten

– Preis: 9,90 Euro

– erschienen am 18.10. 2017

I. Aufbau und Inhalt

Die Doppelseiten des Bandes teilen sich im Regelfall immer in eine Text- und eine Bildseite auf, so dass der Bildanteil ausgesprochen groß ist. Die Zeichnungen sind dabei allesamt vollfarbig. Typisch für Kinderbücher ist dabei der Detailgrad nicht allzu ausgeprägt, dafür sind zumeist die Figuren und die Hintergründe besonders auffällig, wobei helle Farben und freundliche Grüntöne dominieren. Bindeglied ist dabei der Titelheld Alrik, der auf den meisten Illustrationen abgebildet ist, mit seiner schwarzen Igelfrisur und dem Holzschwert als Wiedererkennungsmerkmal. Aber auch andere DSA-typische Figuren finden sich, wie eine thorwal’sche Kriegerin, ein Novadi oder ein Bronnjar.

Inhaltlich wird die Geschichte des jungen Alrik erzählt, der von seinem Vater, einem Magier aus Gareth, den Auftrag erhält, ihm eine Alraune zu besorgen. Als er sich auf den Weg begibt, muss er feststellen, dass der Reichsforst von einem Basilisken unsicher gemacht wird. Fest entschlossen, seinen Auftrag zu bewältigen, sucht er eine Lösung, um das Untier zu bezwingen.

Im Anhang finden sich zudem jeweils eine Kurzbiographie von Autor Hagen Tronje Grützmacher und Illustrator Rudolf Eizenhöfer sowie einige Konzeptzeichnungen.

II. Kritik

Grundsätzlich bin ich den Märchen ja eigentlich etwas entwachsen. Was hier erzählt wird, ist kein hochdramatisches Abenteuerepos, in der sich der Held mit einer Kombination aus Mut, Kraft und Geschick durch Gegnerhorden schnetzelt. Vielmehr handelt es sich um eine kindgerechte Geschichte, in der am Ende eine versöhnliche Auflösung gefunden wird, die vor allem Freundschaft und das Überwinden von Angst als Botschaft beinhaltet. Textlich ist das passend umgesetzt worden, die Sprache ist zwar einfach gehalten, aber sehr präzise die Bebilderung ergänzend, dazu gut geeignet für betontes Vorlesen.

Unterstützt wird dies durch die schönen Illustrationen von Rudolf Eizenhöfer, dem es gelingt, Aventurien für junge Leser so erlebbar gestaltet wird, dass Vielfalt und Bodenständigkeit der Welt gleichermaßen gezeigt werden, ohne dass diesem etwas Bedrohliches anhaftet. Besonders gefallen mir dabei die Impressionen aus Gareth sowie meine Lieblingsfigur, Murgrim der Zwerg.

Die Geschichte ist genretypisch nicht zu spannungsintensiv, setzt dafür mehr auf den Empathiefaktor, wenn man mit Alrik mitfühlt, als dessen Auftrag zu scheitern droht. Diese warme Klangfarbe wird mit einem dezenten Schuss Humor unterfüttert. Daneben stellt das Märchen aber auch durchaus einen schönen ersten Einblick in Aventurien dar, immerhin werden viele Elemente der Spielwelt eingeführt, z.B. die Magie, das Feingefühl der Elfen, die Langlebigkeit der Zwerge, die kulturelle Vielfalt der Metropole Gareth und die ständige Suche nach Abenteuern.

III. Fazit

Alrik der Basiliskenschreck ist eine schöne und kindgerechte Geschichte, die sehr gut dazu geeignet ist, Kindern eine Fantasiewelt näherzubringen, wobei mich sowohl die erzählerische als auch die illustratorische Umsetzung überzeugt. Zusätzlich klingen auch viele Elemente von Aventurien durch, so dass man auch sehr junge Abenteurer damit packen kann.

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